Es war wirklich schweizer Präzision und Ideenreichtum, diese A77 auf Anhieb so geschickt und erfoglreich zu plazieren. Da gibt es die Chassis- Verschraubung mit gewaltigen "Blechschrauben" in "Pseudo"-muttern. Ein deutscher Ingenieur rümpft sicher da die Nase, den man nimmt hier bei uns massive M8 Bolzen, die Schweizer machten es mit leichten Blechschrauben und Muttern aus einem Stückchen vorgebohrten U-Feder-Blech (die Waffenschmiede lässt grüßen, so baut man heute noch Gewehre!!) und es funktionierte blendend.
Die Laufwerksteurung war extrem simpel und funktionell. Und das Ganze mit nur 3 (drei!) Relais. Da konnte auch nicht viel kaputt gehen. Gut, die Platinensteckerchen sahen nicht sehr vertrauenserweckend aus, eher mikrig und billig, aber sie gehen erstaunlicherweise heute noch nach über 40 Jahren.
Die versilberten Stifte und Kontakte vom Max Grundig´s Produkten gingen ja schon wenige Jahre später nicht mehr.
Wie man sieht, baute Studer teure vergossene Folienkondensatoren aus seinen anderen Studimaschinen mit ein. Und es zahlte sich aus. Über die etwas wirre Verdrahtung und die "lustige" Kabelführung braucht man sich nicht zu wundern, Uher und die anderen Semiprofis machten es (damals) auch nicht besser, eher im Gegenteil.
Auch die "Preh" Potentiometer laufen heute noch kratzfrei, es ist erstaunlich. Jedenfalls unsere Muster A77 hat nach anfänglichem "Husten" das Kratzen aufgehört.
Eigentlich ist alles steckbar, hier der Hubmagnet für die Andruckrolle. Auch nach 40 Jahren zieht er mit voller Kraft die Gummirolle an den Capastan ran.
Alleine der Hubmagnet für das Bandbremssystem zeigte Mucken und löste die Bremsen nicht ganz. Bis ich das gefunden hatte, daß die Bremsen nahezu lautlos schleiften, hatte etwas gedauert. Doch dann halfen ein paar "ganz ganz kleine" !! Tropfen Öl an den Bolzen des Magnets, daß er wieder rutscht wie früher und jetzt geht er klack-klack von einem Ende zum Anderen.