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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Willi Studer (1912-1996) aus der Schweiz

1967 - Die ReVox A77
die A77 Version MKII
die A77 Version MKIV

hat unter dem Label ReVox erstmalig mit der G36 ein semiprofesionelles Bandgerät angeboten, das weltweit seiner Zeit um Einiges voraus war, nicht allzulange, aber so war es. Die Qualität und die ungewohnte Standfestigkeit im Dauerbetrieb suchten damals ihresgleichen. Es war eben noch "nicht normal", daß ein Bandgerät ein halbes Jahr Profi-Einsatz ohne Reparatur überstand.

 

Das flaute dann ab, als Andere kamen und es hatte auch einige Zeit gedauert, bis endlich die erste A77 heraus kam und auf Anhieb sehr gut plaziert wurde.

Der neue Maßstab

Die ReVox A77 wurde im Dezember 1967 zum ersten Mal vorgestellt (übrigens von der Willi Studer GmbH aus D-7872 Löffingen) und hatte dann Eigenschaften, die waren damals in dieser Preisklasse einfach sensationell. Modulare Elektronik auf Steckkarten, davon haben die Vertriebler bei Grundig noch Jahre geträumt. Dann das niedrige Gewicht von nur 15 Kilo mit dem Druckguß- Rippen- Chassis, die drei edlen Papst Motoren mit Relais-Steuerung, davon einer (der Capstan Motor) mit damals hypermoderner Frequenz gesteuerter Drehzahlkontrolle und natürlich auch (für damals) hervorragende technische Daten. Bemerkenswert war der Frequenzgang von 20 bis 20.000 Herz bei einem Rauschabstand von 53 Dezibel mit einem sehr sehr geringen Klirrfaktor. Wie gesagt, heute macht man das mit einem PC um Klassen besser.

 

Laut vielerlei Aussagen war der Mensch Willi Studer ein ganz bescheidener Mann, der erst ganz spät den in der Schweiz extrem seltenen Dr. hc. bekommen hatte. Er hatte übrigens nie studiert, er hatte dafür immer einen guten Riecher, einen gesunden Kopf und wußte mit seinen Händen etwas anzufangen. Und er hatte viele Ideen, zukunftsweisende Visionen, war immer sehr strebsam und fleißig und er hatte auch Glück, viel Glück.

Marketing war alles.

Es gab zu der A77 nichts Kleineres im Hause ReVox / Studer, so wurde das Image vom Marketing sehr geschickt aufgebaut. Die Werbung indoktrinierte damals jedem Hifi-Fan tief und nachhaltig, also: die ReVox A77 ist das unterste Niveau, daß "Du" haben mußt. Alles andere ist Käse. Kauf Dir eine Revox oder laß es sein.

 

Und es hatte funktioniert, eine erstaunlich lange Zeit. Sicher gab es bald weitere große Bandgeräte, die waren (wirklich oder nur geringfügig) besser als die A77. Inzwischen war die A77 fast jedermanns Wunschtraum. Die A77 wurde in erstaunlich großen Stückzahlen hergestellt (man spricht von weit über 400.000 weltweit bis ca. 1977) und die A77 war entsprechend preiswert. Wie auch immer, die A77 (und die B77) wurden nicht nur überwiegend in Deutschland (Made in Germany) hergestellt, sie wurden schnell zur Legende und das sind sie heute noch.

Ein Standard Werbe-Spruch bei Studer war: "Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen."

es folgte die A700
dann die ReVox B77

Alle Revox Maschinen, die danach kamen, konnten nie mehr an diesen Erfolg anknüpfen. Dann kamen die Japaner mit einer völlig irren riesigen Hersteller- und Typen-Vielfalt und deckten den Markt mit allen nur möglichen Varianten (von komisch bis Unsinn) bis in die kleinste Ecke ab. Da wurde auch der Verkaufs-Anteil von Revox Geräten entsprechend immer kleiner.

Die B77 und bereits vorher die A700
waren diesem Ansturm nicht mehr so überlegen gewachsen und die (komischen, man nennt das auch individuellen) Geschmäcker der vielen Hifi Spinner wollten dann auch mehr die auf Hochglanz polierten Edelstahl Frontplatten von Akai, TEAC und SONY und schwelgten selig in deren Prospekt-Daten mit Glas-Kristall Köpfen und Cross-Field Technik und nicht mehr in der Realität.

Die meisten Käufer japanischer Bandmaschinen wußten sowieso nicht, was es mit der Crossfield Technik wirklich auf sich hatte, aber es klang überwältigend gut, etwas zu haben, das die Anderen nicht hatten. Und daran hat sich bis heute (bei den modernen Digital- Kameras, Video-Beamern usw.) nichts geändert.

Zu dieser Zeit hat der Autor in einem Edel-Hifi Studio in Wiesbaden und Mainz ausgeholfen und diese elitäre Klientel bedient und eingehend miterlebt. Es war jedesmal ein Erlebnis der besonderen Art, wenn "so einer" rein kam und seine Wünsche äußerte. Gut mußte es ausschaun, leise musste es sein und natürlich edle Aluspulen in rot metallic oder auch in blau, das mußte noch drauf. Und der Klang ? Ja, das wird schon irgendwie funktionieren.

Es gibt mehrere (ganz viele) Revox- und Studer- Fanseiten im Internet. Dort finden Sie Bilder über Bilder und alles und jenes über Historie und Geschichte.

Hier z.B. steht noch mehr

http://www.revox.net/

Die Erscheinungsdaten der Revox (semiprofi) Geräte

Erscheinungsdatum/Neuvorstellung die bekannten Produktbezeichnungen
1949 Dynavox (eine Studer Entwicklung)
1951 Revox T26
1955 die Ur-36
1957 B36
1958 C36
1960 D36
1963 E36, G36
1967 A77
1969 A77 MK2
1971 A77 MK3
1972 A700
1974 A77 MK4 (gebaut 1974 - 10.1977)
1978 B77
1982 B77MK2, PR99
1985 PR99MK2
1987 PR99MK3
?? C270

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Starten Sie ruhig mit
dem ersten Dynavox Tonbandgerät von Willi Studer.

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