Auch fehlte lange ein wirkliches Flaggschiff auf dem Niveau einer Revox. Als es dann 1976 kam, (sah es erstens dem Braun TG 1000 und der ASC 6000 zum Verwechseln ähnlich) und dann war der Markt mit chromglänzenden Schrott-Japanern schon ziemlich überlaufen bzw. am Abklingen. Daß der Omega Drive für Uher eine Katastophe war, wußten wir aber erst viel später.
Nachtrag: Uher wird von Assmann übernommen
Inzwischen ist mir gar nicht mehr geläufig, wie es dann weiter abwärts ging. Ich habe gelesen, daß die Uher GmbH (ca. 1974) an die Hössrich Gruppe verkauft wurde und 1980 mangels verkaufbarer Stückzahlen die Fertigung in München geschlossen werden mußte zugunsten des kleineren Werkes Buchbach. Das war übrigens die Zeit, in der viele viele deutsche Firmen (Spezialisten) wie Thorens, Beyer, Sennheiser, Dual, Saba und wie sie alle hießen, in großen finanziellen Schwierigkeiten steckten. Alleine auf der Beyer Dynamics Seite (Mikorofone und Kopfhörer) wird die damalige existenzielle Durststrecke ehrlich und schonungslos beschrieben. Viele Andere sind damals sang- und klanglos verschieden.
Und irgendwann war auch bei Uher nur noch der Name übrig und wurde dann teils um die Reste von Assmann gewickelt, teils an die Harman Group verkauft. Dort wurde der Name Uher noch mal für edle Hifi Anlagen verwendet. Assmann firmiert jetzt unter Uher, von den damaligen Assmann Produkten wie auch den damaligen Uher Produkten ist nichts mehr übrig.
Das traurige ist, die meisten deutschen High-Tech Firmen hatten einfach den Zug der Zeit verschlafen und sind viel zu spät aus dem Bett gefallen, als die Japaner uns schon überrollt hatten. Zwei der ganz wenigen bemerkenswerten Beispiele sind die Firma Dolby und die Firma Kudelski, die ja ehemals auch nur diesen (Magnetband-) Markt hatten. Beide hatten und haben sich mit neuen teilweise ganz anderen Produkten in die neue Zeit hinüber-"gerettet". Insbesondere Kudelski mit seiner Nagra III, dem Aluminium Block mit Tonaufzeichnung, entwickelt jetzt Software, die Nagravision.