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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

40 Jahre gehen nicht spurlos vorbei

Und wenn sie dann mal nicht mehr so will, die Revox, weiblich, weil im Alter feminin sensibel (kommt eigentlich von "die Bandmaschine"), dann wird sie auch nicht mehr so gepflegt. Fast alle bei uns eingelaufenen Maschinen aller Hersteller hatten eine Reinigung nötig.

 

Wenn man sie dann öffnet, sieht man recht schnell, wo die Eingeweide in 40 Jahre gelitten haben und wo nicht.

 

Also vorweg noch einmal das Eine:

Der Spruch, daß Willi Studer mit der A77 im Jahr 1967 neue Maßstäbe für semi profi Bandgeräte gesetzt hatte, der gilt heute noch. Und heute können wir es mit ziemlicher Sicherheit nachweisen.

 

Damals war es schier unmöglich, ab einer bestimmten Kategorie von Edel-Kisten einfach mal "alle" zu kaufen und ganz locker nebeneinander zu stellen und dann auch noch zu zerlegen, welch "böse Absicht".

 

Auch ich war damals kein Krösus, (heute auch noch nicht) und so drückten wir uns eine ganze Zeit lang die Nasen platt an Frankfurter Schaufensterscheiben. Heute habe ich sie, die großen Boliden,  reihenweise in meiner Hifihöhle nebeneinander stehen. Sie kosten fast nichts mehr und inzwischen bekommen ich von vielen Sammlern diese Maschinen geschenkt, damit sie in richtige Hände kommen. Hier werden sie noch einmal zum Leben erweckt und kommen dann in Sammlungen oder Museen.

 

Ganz oben im Bild ist der Netzschalter noch intakt. Aber nach dem ersten Versuch ist er sogleich abgebrochen, er ist nämlich aus Plastik und das war total ausgehärtet und dann verbröselt.

 

Darunter sehen Sie, wie sie wieder geht, die alte A77, eine Freude.

Wie sah es drinnen aus und was habe ich gemacht . . .

Zuerst habe ich die Kunsstoffabdeckung (oberen schwarze Frontplatte) und die silberne Abdeckung der Tasten und Regler entfernt, vorher natürlich die verschrammten und verbogenen Knöpfe.

 

Dann habe ich das Gehäuse abgenommen und die Risse mit Holzleim wieder zusammen geleimt und mit Schraubzwingen bis zum Trocknen gehalten.

 

Dann war Ausblasen mit Pressluft angesagt und die Staubwolke sprach Bände. Bestimmte Kunststoff-Teile waschen Sie einfach mit lauwarmen "Regenwasser"! mit einem Schuss Geschirrspülmittel. Trocknen kann das in der Sonne. Gleiches gilt auch für völlig verdreckte Elektronik-Platinen.

 

 

Die beiden 10W Endtsufen brauchen wir mit Sicherheit nicht mehr, wenn die Kondensatoren sterben, stinkt es barbarisch. Also raus.

Der Tipp-Tasten Block muß auch raus.

Die Tipp-Tasten gehen schon sehr schwer und kommen nicht mehr ganz zurück bis ganz nach vorne. Also muß ich sie auseinander bauen und reinigen oder einfach nur nachsehen.

 

 

 

 

Der Tastenblock ist recht verbaut irgendwie innen drinnen. Glücklich ist diese Lösung nicht, das hätte man schon damals besser machen können.

 

 

 

 

 

 

Die Tasten sind eigentlich ganz lange, recht dicke weiße PVC-Schubstangen, die in einem durchsichtigen Acrylglasgehäuse geführt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diese Schubstange sind die Kontaktfedern eingeklinkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die eigentlichen Kontakte sind die mit Gold überzogegenen Leiterbahnen auf der Rückseite der Relais-Platine. Eine beeindruckend simple Lösung, die aber auch so ihre Probleme mit sich bringen. Denn . . . . .

 

 

 

in dieser Maschine sind die mit Gold beschichteten "Kontakte" schon ziemlich "angeschabt" bzw. ausgekratzt und damit schwergängig.

 

 

Im letzten Foto sieht man das schon ganz deutlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann habe ich diese Kontakte mit Spiritus gereinigt. Sie dürfen auf keinen Fall Kontak-Chemie Kontaktspray nehmen, dann korrodiert alles in küzester Zeit.

 

 

 

Weiterhin habe ich die 5 Federn etwas gedehnt, das hilft bei den Rückstellkräften der Tasten und jetzt gehen sie wieder.

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Prüfen und Messen im Tonbandbereich

Hier finden Sie ein paar Tips aus unserer Erfahrung, wie wir semi Profi und Profi Bandmaschinen ausprobieren.

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