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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Etwa 1963 kündigte sich der Anfang vom Ende an.

Philips stellte 1963 ein völlig neues, recht primitives Kassetten- Tonbandgerät vor, das wir heute nur noch als üblen Schmarren bezeichen würden. Es war nämlich grundhäßlich, nur Mono, lief anfänglich nur mit Batterien (oder ext. Netzteil) und hatte eine "sehr sehr" bescheidene Qualität fast zum Haare ausraufen.

 

Dennoch, die Philips CC (Compact Cassette) wurde über dieses Gerät und seine Nachfolger der Knaller des Jahrzehnts bzw. mehrerer Jahrzehnte.

 

Wie bei so manchen anderen Erfindungen hatte auch bei Philips selbst (außer dem belgischen Entwickler natürlich) niemand ernsthaft geglaubt oder angenommen, daß diese Konstruktion (ich nenne das ausdrücklich nicht eine "Erfindung") mal die gesamte Tontechnik auf dieser Welt und damit auch die Videotechnik revolutionieren sollte. Sony hat später in einem Zeitraum von 20 Jahren (1979-1999) ca. 180 Millionen Walkmanner verkauft. (Das sind 180.000.000 Stück!)
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Vor allem war das der erste Sargnagel für die edlen kleinen und großen Spulentonbandgeräte aller Art, und natürlich auch für die Schlachtschiffe der Tontechnik.

 

Bei den meisten Kassetten- Geräten ist die Magnetschicht sinnvoller Weise wieder außen, wie bei den alten deutschen AEG K4 Bandmaschinen vor 1945 (also alte deutsche Schichtlage).
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Und dann kam der Produkt-"Tsunami", eine völlig außer Kontrolle geratene Modell-Vielfalt ohne Ende, diese "CC- Decks"

Es gab und gibt tausende und abertausende von Typen von CC Kassettengeräten. Die allermeisten kommen aus Japan und Taiwan oder Hongkong, selbst die späteren edleren Produkte kamen fast nur noch aus Fernost. Wenige edle Cassettenrecorder kamen noch aus den USA, England oder Deutschland und der Schweiz.

 

Und China war damals noch nicht so weit bzw. so weltoffen. Alleine bei Sony hatten wir zum Teil bis zu 50 überwiegend edle Recorder- Modelle im Hifi-Prospekt nur eines einzigen Jahrganges gezählt. Dem Modell-Wahnsinn oder dem Vielfalts-Irrsin hatte dann die japanische Regierung per Gesetz einen Riegel vorgeschoben, als es später bei den CD-Playern volkswirtschaftlich richtig gefährlich ausartete.

Es ist, war und blieb immer "nur" ein tolles Teil.

Und so verschwinden die "Philips Compact-Cassetten Geräte" seit 1995 langsam wieder aus unseren Wohnzimmern und aus unseren Gedanken, weil da so gut wie nichts Beeindruckendes übrig geblieben ist. Selbst Revox und Nakamichi und andere hochgelobte Spezialisten haben vergeblich versucht, dort dieses magische Image, das virtuelle Feeling von zwei 26er Alu-Spulen, aufzubauen (also eine regelrechte Sucht zu etablieren). Und wirklich, es ist, war und blieb immer "nur" ein tolles Kassettengerät.

Selbst High-End Kassettengeräte hatten im Vergleich zu den "Großen" wenig Ausstrahlung bzw. Ambiente.

edles Design bei der Spulen Revox B77

Aufgrund der Größe der Kassette waren alle diese Recorder, auch die der teuersten Klasse, immer recht klein. Da kam einfach kein richtiges "Feeling" auf.

Wenn sich irgendwo gewaltige 26er ALU-Spulen in leuchtrot metallic oder antrazit Silber drehten, dann glänzten bei den Hifi Freaks die Augen.


Das solide dumpfe "Klack" der Relais, die das Dreimotoren Laufwerk steuerten, hatte etwas Besonderes. Auch die teilweise riesigen (und viel zu trägen) Aussteuerungs- instrumente mit teilweise wunderschönen Hintergrund- Beleuchtungen können heute noch faszinieren. Darum haben wir hier in der Galerie viele viele Tonbandgeräte aber nur ganz wenige aussergewöhnliche Kassettengeräte aufgenommen.

Es gab sie nämlich schon,
die Edelsten unter den "Kassettenrecordern" für damals DM 10.ooo und mehr. Was uns halt fehlt, das sind die alten Fotos von den damals leuchtenden "Kinderaugen" der inzwischen fast erwachsenen Pappas, die sich solch ein teures Teil mühsam erspart hatten und es jetzt im Ebay mit Tränen in den Augen wieder für ein paar lumpige Euros "verscheuern" müssen.
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Die DCC = "Digitale Compact Cassette" wurde ein Flop.

Als Philips dann ganz viel später die DCC als Aufsteiger und Nachfolger nachschieben wollte, gab es bereits die DAT Technik von Sony und DAT war einfach besser. Der elendiglich lange Kampf um die Abwärtskompatibilität zur alten CC Audio Cassette war verloren. Und an die einstige Größe (im Tonbandmarkt) konnte Philips auch nicht mehr anknüpfen.

 

Doch dafür hatte Philips (zusammen mit Sony) dann die epochemachende CD entwickelt. Und die wurde wieder ein gigantischer Welterfolg ohnegleichen.

 

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