Beim Gleichlauf scheiden sich die Geister, immer, und das bei allen Tonbandgeräten. Ein einfaches Klavierstück bringt es schnell ans Licht.
Dieser Motor treibt über einen flachen ca. 1,5cm breiten sehr langen Gummiriemen alles an, die Schwungscheibe und die Spulen. Die Umschaltung der beiden Bandgeschwindigkeiten wird durch Polumschaltung des Motors erreicht. Und dann noch: Wie gut, daß Kupfer nicht rosten kann, alles Andere kann das schon, fast sogar Aluminium, wie bei diesem Motor.
Diese Schwungscheibe ist ein gewaltiges Teil. Sie ist mit für das exorbitante Gewicht des BG20 verwantwortlich. Und sie ist entweder garnicht gegen Rost geschützt oder nur sehr schwach. Das Ding ist total verrostet. Selbst bei den billigsten Grundigs ist diese Schwungscheibe oberflächenbehandelt, verchromt oder verzinkt.
Das obere Lager ist der Knackpunkt. Dieser Kunsstoffring soll alle Querkräfte aufnehmen und dabei noch geschmiert oder ungeschmiert diese Masse ungebremst drehen lassen. Es scheint, als ob er das von Anfang an nur mäßig konnte.
Die Fixierung des oberen Schwungscheibenlagers ist auch gleich die Justage der Capstanwelle und damit doppelt kritisch. Das Lager ruht unten auf einer im Filzlager geschmierten Kugel. Wird das BG20 mal unsanft aufgestoßen, verbiegt sich die untere Halterung und damit sinkt die Schwungscheibe etwas tiefer und dieser Dreizack hält die weiße Lagerbuchse nicht mehr, sie rutscht raus und das wars dann.
Unser BG 20 war aus diesem Grunde irreparabel. Die gesamte Schwungscheibe schlackerte nur noch rum.