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Das AEG Magnetophon K8 (Anleitung vom Januar 1949)

Das Magnetophon ist das modernste Gerät zur Schallauf- zeichnung und Schallwiedergabe. Die bekanntesten Schallauf- zeichnungsverfahren sind das auf Edison zurückgehende Schallplattenverfahren, das Lichtton- verfahren und das Magnet- tonverfahren. Beim Schallplattenverfahren wird die Schall- aufzeichnung mechanisch, beim Lichttonverfahren optisch und beim Magnettonverfahren magnetisch vorgenommen.

Die ersten Versuche, Schall magnetisch auf Stahldraht aufzuzeichnen, machte Poulsen im Jahre 1900. Trotz intensivster Forschungsarbeiten, vornehmlich in 'Deutschland, wurden dreißig Jahre lang keine ins Gewicht fallenden Verbesserungen erzielt. Erst als 1930 die AEG einen neuartigen Tonträger anwandte und im Laufe der folgenden Jahre zahlreiche konstruktive Verbesserungen durchführte, gewann das nun Magnetophonverfahren genannte Magnettonverfahren praktische Bedeutung. Der Tonträger besteht heute aus einem mit Eisenpulver [Magnetit] bedeckten Zellulosefilm. Dieser „Film“ wird bei der Schallaufzeichnung magnetisch beeinflußt. Bei der Schallwiedergabe wird die magnetische Aufzeichnung wieder in elek-trische Schwingungen umgewandelt.

Das Magnetophon K4 (1940)
hier die Tastaur

Eine weitere grundsätzliche Verbesserung des Magnetophon- verfahrens gelang 1940 durch Einführung der Hochfrequenz- behandlung des Tonträgers. Durch die von der AEG durchgeführte Weiterentwicklung dieses Verfahrens wurde es möglich, die Qualität so beträchtlich zu steigern, daß das Magnetophon-verfahren übereinstimmend in der Fachwelt als Spitzenverfahren der Schallaufzeichnungstechnik be-zeichnet wird. Seine Qualität hinsichtlich Tonumfang, Klangreinheit, Geräuschfreiheit, Lebensdauer der Aufzeichnung, Einfachheit und Bequemlichkeit der Bedienung sind unerreicht.

Jede Aufzeichnung kann im Gegensatz zur Schallplatte und zum Tonfilm beliebig häufig ohne den geringsten Qualitätsverlust ab-gehört werden. Schon während der Aufnahme kann die Magnetophonaufzeichnung unmittelbar wieder-gegeben und hinsichtlich ihrer Naturtreue mit der Originaldarbietung verglichen werden. Ein besonderer Vorzug ist, daß die nicht mehr benötigten oder mißlungenen Aufnahmen auf einfachste Weise magnetisch gelöscht werden können. Nach dem Löschen der Aufzeichnung sind die Bänder beliebig häufig wieder verwendbar.

Diese Vorteile machen das Magnetophon für alle Anwendungsgebiete, die Schallaufzeichnungen von höchster Klanggüte oder von dokumentarischem Wert erfordern, vorzugsweise für Rundfunk, Tonfilm, Schallplattenproduktion und Presse besonders geeignet.

Bis zum Jahre 1945 war die AEG der alleinige Hersteller in der Welt. Neuerdings haben einige Firmen im In- und Auslande, zum Teil unter widerrechtlicher Benutzung der das Magnetophon schützenden Patente, den Nachbau aufgenommen.

Anmerkung der Redaktion: Auch das ist eine typische Hinterlassenschaft der 12 Jahre NS Zeit. Es stimmt einfach nicht. Die Siegermächte haben 1945 weltweit vereinbart, daß als Reparation für den 2. Weltkrieg (auch) sämtliche deutschen Patente für Null und Nichtig erklärt wurden. Das wurde (nur) für West-Deutschland erst Mitte der fünfziger Jahre von den 3 Westalliierten wieder aufgehoben. In der Funkschau (wir haben alle Ausgaben) stehen die Kommentare zu den damaligen Vorgängen nach 1946.


Die neueren Entwicklungsarbeiten der AEG auf dem Magnetophon-Gebiet führten nach dem Kriege zu dem „Magnetophon K8", einem Gerät, bei dessen Entwicklung die allerhöchste Qualität der Schallaufzeichnung angestrebt und erreicht wurde.

Die besonderen Eigenschaften des AEG K8

Das AEG-Magnetophon-Gerät „K 8" ist ein serienmäßig hergestelltes Hochfrequenz-Koffergerät, welches alle für eine magnetische Tonaufnahme und -wiedergabe erforderlichen Einrichtungen enthält. Es ist das Ergebnis einer "fast zwanzigjährigen" (Anmerkung: das ist etwas weit hergeholt.) intensiven Forschungsarbeit und der bei der Fertigung und dem praktischen Betrieb vieler tausender Magnetophone gewonnenen langjährigen Erfahrungen. Das Gerät entspricht den höchsten Anforderungen, die auf dem Gebiet der Tonaufzeichnung gestellt werden können. Daher eignet es sich besonders für Rundfunksender, Tonfilm-Ateliers und dergleichen.

Das K8 ist:

ein komplettes Studio in tragbaren Koffern geringer Abmessungen mit Mikrophon-Verstärker, Aufnahme- und Wiedergabe-Entzerrer, Kontroll-Verstärker und -Lautsprecher und eingebautem Aussteuerungsmesser.

Das K8 hat:

einen geringen Störpegel, da
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  • 1. die Magnetköpfe weitgehend abgeschirmt,
  • 2. die Netztransformatoren reichlich bemessen,
  • 3. die Magnetbremsen geschickt angeordnet,
  • 4. Kollektormotoren vermieden sind,

  • ein breites Frequenzband von 30 bis 10 000 Hz,
  • eine geeichte regelbare Aufsprechentzerrung mit Schaltelementen ohne Einschwingerscheinungen,
  • einen „Vor-über-Band"-Schalter zum unmittelbaren Vergleich von Aufnahme und Wiedergabe,
  • einen halbautomatischen Bandabheber zur Schonung der Köpfe,
  • einen Rangierschalter zur Regelung der Bandgeschwindigkeit nach Größe und Richtung mit zusätzlichem Festwickelkontakt, einen Bandlängenanzeiger in Uhrform.

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Das K8 ist:

einfach zu bedienen und betriebssicher, da
-

  • 1. die Antriebsmotoren kollektorlose Motoren sind,
  • 2. der Bandantriebsmotor (Tonmotor) großes Durchzugsvermögen hat,
  • 3. der Lösch- und Vormagnetisierungsstrom nur durch einen einzigen Hochfrequenz-generator erzeugt wird.

-

Die grundsätzliche Neuerung im Hochfrequenz-Magnetophon- Verfahren liegt in der Anwendung eines Hochfrequenzstromes zur Löschung und Vormagnetisierung. Bei diesem Verfahren wird das Magnetophonband bei der Aufnahme zunächst an einem mit Hochfrequenz gespeisten ringförmigen Löschkopf vorbeigeführt, durch dessen starkes magnetisches Wechselfeld das Band restlos entmagnetisiert wird, so daß jede frühere Aufzeichnung gelöscht wird. Vom Löschkopf aus gelangt das Band zum Sprechkopf, der die mit der Vormagnetisierungs-Hochfrequenz überlagerte Niede-frequenz führt. Mit dem Hörkopf wird die durch den Sprechkopf auf das Band aufgezeichnete Niederfrequenz wieder abgenommen. Zahlreiche Patente schützen das Verfahren und die Konstruktion.

Anmerkung der Redaktion: Auch hier wieder der Wunschtraum der ehemaligen AEG Leute, die den 2. Weltkrieg "immer noch nicht verloren geben". Die Patente war nach dem Krieg weg, alle deutschen Patente !!

Beschreibung des Gerätes

Das Gerät ermöglicht sowohl einen beweglichen als auch einen ortsfesten Betrieb. Es besteht im wesentlichen aus folgenden Teilen:

  • 1. Laufwerk.
  • 2. Verstärkerteil mit zwei Einschüben
  • Der obere Einschub enthält Aufnahme- und Wiedergabe-Entzerrer mit gemeinsamem Netzteil, der untere Einschub den Kontroll-Verstärker mit seinem Netzteil.
  • 3. Kontroll-Lautsprecher.
  • 4. Zubehörkoffer.


Für den beweglichen Einsatz sind die Teile 1 bis 4 in je einem Koffer untergebracht. Bei stationärer Verwendung kann der Verstärker (Teil 2) aus dem Koffer herausgenommen und in ein genormtes Verstärkergestel! eingebaut werden.

Das Laufwerk

Das Laufwerk enthält die drei Antriebsmotoren, die Bandführungs- und Antriebsteile, die Bremseinrichtungen, die für die Aufzeichnung und Wiedergabe erforderlichen Magnetsysteme (Magnetköpfe), die in einem austauschbaren Kopfträger zusammengefaßt sind, die Schalter sowie die sonstigen Bedienungselemente.

Die Laufwerkplatte (Bild 1) trägt auf ihrer rechten Seite den doppelpoligen Netzschalter, eine Kontrollglimmlampe, die rechte Leitrolle für das Magnetophonband und darüber zwei Feinsicherungen für 2.500 mA. Auf der linken Seite der Platte sind die Schalttasten für „Halt", „Wiedergabe", „Aufnahme", „Umspulen" sowie ein Schalter „Vorwärts - Rückwärts" (Rangierschalter) und die linke Leitrolle angeordnet.

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Die Taste „Aufnahme" ist durch eine auslösbare Sperre gegen unbeabsichtigte Betätigung gesichert. Alle Schalter sind durch Drosseln, Kondensatoren und Widerstände hochfrequent entstört. Die Verbindung des Laufwerkes mit den Entzerrern bzw. dem Verstärker erfolgt über ein 16-adriges Kabel. Dieses Kabel, das am Laufwerk fest angeschlossen ist, endet in einer 16-poligen Messerkontaktbuchse, deren unverwechselbares Gegenstück am Verstärkerrahmen angebracht ist.

Das Magnetophonband wird durch drei getrennte Motoren angetrieben; zwei kollektorlose Wirbelstrommotoren treiben die Spulenteller an, ein Synchronmotor die sogenannte Tonrolle. Der Synchronmotor (Tonmotor), auf dessen Achse die hartverchromte Tonrolle sitzt, zieht das Magnetophonband bei der Aufnahme und Wiedergabe mit gleichbleibender Geschwindigkeit an den Magnetköpfen vorbei. Die Mitnahme des Bandes erfolgt durch Friktion zwischen der Tonrolle und einer von dieser mitangetriebenen Gummiandruckrolle. Die Bandgeschwindigkeit bei der Aufnahme und Wiedergabe beträgt 77 cm/sec. Der Tonmotor ist besonders kräftig bemessen, damit auch bei Schwankungen der Netzspannung ein gleichmäßiger Lauf gewährleistet ist.

Die Vor- und Rücklaufmotoren haben die Aufgabe, das Band aufzuwickeln und straff zu halten. Bei der Aufnahme und Wiedergabe wickelt der rechte Motor (Vorlaufmotor) das von der Tonrolle geförderte Band auf, während der linke Motor (Rücklaufmotor) als Bremse wirkt, damit das Band gut glatt gespannt an den Magnetköpfen anliegt. Die Tellermotoren passen ihre Drehzahl dem jeweiligen Durchmesser der Spulen an. Die Bauart dieser Motoren verbürgt eine stoßfreie, gleichmäßige Spannung des Bandes.

Der Rangierschalter „Vorwärts-Rückwärts" gestattet in Verbindung mit der Schalttaste „Umspulen" ein stoßfreies Übergehen vom schnellen Rücklauf über langsamere Geschwindigkeiten und Stillstand zum schnellen Vorlauf und umgekehrt, wobei der jeweils gezogene Motor als Bremse wirkt. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn Aufnahmen nachträglich geschnitten und zusammengestellt werden müssen. Der Tonmotor und die Gummiandruckrolle sind in diesem Fall abgeschaltet. Am Rangierschalter ist ein zusätzlicher „Festwickelkontakt" vorgesehen, der ermöglicht, daß selbst extrem steife Bänder einen festen Wickel ergeben.

Das Band wird links und rechts vom Kopfträger durch je eine Leitrolle mit Zugausgleichshebel, im Kopfträger durch feste Führungen geführt. Zur Kontrolle des Spulenablaufs dient eine Bandlängen-Anzeigeuhr, die von der rechten Leitrolle aus angetrieben wird. Die Strichteilung der Skala entspricht einem Zeitraum von je 10 Sekunden. Diese Uhr kann jederzeit von Hand auf Null zurückgestellt werden.

Sämtliche Motoren haben magnetgesteuerte Bremsen, die bequem nachstellbar sind. In dem als Ganzes auswechselbaren Kopfträger (Bild 5) sind der Löschkopf, Sprechkopf und Hörkopf (Reihenfolge von links nach rechts in Laufrichtung des Bandes) eingebaut. Der Sprech- und der Hör-kopf sind gegen magnetische Störfelder (Brummfelder) besonders sorgfältig abgeschirmt. Eine zusätz-liche Abschirmklappe ist für den Hörkopf vorgesehen. Die Magnetköpfe sind einstellbar gelagert, damit die Kopfschlitze senkrecht zur Laufrichtung des Bandes einjustiert werden können. Die Ein-stellung wird in der Fabrik vorgenommen und ist nur bei Kopfauswechslung zu wiederholen.

Zur Schonung der Köpfe bei Rücklauf des Bandes dient ein „Bandabheber" am Kopfträger. Bei einer Zwischenstellung des Bandabhebers ist das Band nur vom Lösch- und Sprechkopf abgehoben, während es am Hörkopf leicht anliegt, so daß das Band abgehört werden kann. Bei Drücken der „Halt“-Taste springt der Bandabheber selbsttätig in die Ruhelage zurück.

Der Kopfträger ist über eine Messerkontaktleiste mit den Entzerrern verbunden. Die Anschlüsse der Köpfe sind nach Entfernen eines auf der oberen Kopfträgerabdeckung vorgesehenen Abdeckbleches während des Betriebes zu Meß- und Prüfzwecken zugängig. Die Anschlüsse sind weiterhin über ein unterhalb der Laufwerkplatte unmittelbar unter dem Kopfträger angeordnetes Kontaktbrett geführt, das ebenfalls eine Messung und Prüfung der Köpfe während des Betriebes nach öffnen der Ver-schlußklappe des Koffers oder Herausnehmen des Laufwerkes aus dem Koffer ermöglicht.

Verstärkerteil (Entzerrer und Verstärker)

Aufnahme-Entzerrer

Der Aufnahme- und der Wiedergabe-Entzerrer mit ihrem gemeinsamen Netzanschlußteil sowie der Kontroll-Verstärker mit seinem Netzanschlußteil sind in einem Schaltgestellrahmen untergebracht (Bifd 2).

Nach Abnehmen des Kofferdeckels und Lösen einiger Schrauben, kann das obere Chassis (Bild 3) mit dem Aufnahme- und Wiedergabeentzerrer und dem zugehörigen Netzteil und das untere Chassis (Bild 4) mit dem Kontroll-Verstärker und seinem Netzteil aus dem Gestell herausgezogen werden. Die Verbindung zwischen den Entzerrern und dem Verstärker mit der Verkabelung am Gestell erfolgt über Messerkontaktleisten.

Die Aufnahme- und Wiedergabe-Entzerrer dienen der Linearisierung des Frequenzganges, während der Kontroll-Verstärker eine Überprüfung der Aufnahme ermöglicht. Der Aufnahme-Entzerrer (Bild 3) enthält drei Verstärkerstufen sowie die Oszillatorröhre zur Erzeugung des hochfrequenten Lösch- und Vormagnetisierungsstromes und eine zur Messung des Sprechstromes dienende Röhre.

Bei direkter Mikrophon-Aufsprache wird der richtige Aufzeichnungspegel mit einem „Lautstärke"-Regler eingestellt. Soll dagegen ein Pegel von 1,55 V aufgenommen werden, was im Rundfunkbetrieb häufig der Fall ist, so wird mittels eines ebenfalls an der Frontplatte angebrachten, durch Schraubenziehereinstellung zu betätigenden Umschalters „1,55 V - 1 mV" der „Lautstärke"- Regler außer Betrieb gesetzt und die Eingangsempfindlichkeit auf 1,55 V vermindert. Die Einreglung dieses Pegels, die nur selten erforderlich ist, erfolgt ebenfalls durch Schraubenziehereinstellung eines an der Frontplatte angebrachten Potentiometers („Pegel-Aufnahme").

Zur Korrektur des Frequenzganges ist ein Entzerrungsglied vorgesehen, bei dem ebenfalls durch Schraubenziehereinstellung („Höhen-Aufnahme") Widerstands-Kondensator-Kombinationen so umgeschaltet werden, daß sich eine stufenweise Regelung zwischen 5 und 17 db, in Stufen von 2 db, ergibt. Auf diese Weise kann den Änderungen im Frequenzgang verschiedener Bandsorten sowie gegebenenfalls der Abnutzung des Sprechkopfes Rechnung getragen werden.

Das Meßinstrument auf der Frontplatte dient in Verbindung mit dem Umschalter („Auss.-Vormag.-Lösch.") zur Messung der Aussteuerung, des Vormagnetisierungsstromes und des Löschstromes. Die beiden roten Markierungen (eine bei 45-55 Skalenteilen, „C-Film", die andere bei 75-80 Skalen-teilen, „L-Film") entsprechen den optimalen Werten der Aussteuerung für C-, T-, LG- und LGN-Bänder bzw. L-Bänder. Die gelbe Markierung bei 45-55 Skalenteilen kennzeichnet den Sollwert des Lösch- und Vormagnetisierungsstromes. Der Nullpunkt des Instrumentes ist einstellbar.

Röhrenbestückung:
Entzerrer EF 12, EF 12, EF 14. Oszillator EL 11. Aussteuerungsmesser EF 12. Netzteil EZ 12.

Wiedergabe-Entzerrer

Der Wiedergabe-Entzerrer (Bild 3) besitzt zwei Verstärkerstufen. Die Höhenanhebung und der Wiedergabe-Pegel sind einstellbar. Diese Einstellmöglichkeiten dienen zum Abgleich auf gleiche Empfindlichkeitswerte beim Arbeiten mit mehreren Geräten oder verschiedenen Filmen und zum Aus-gleich von kleinen Unterschieden im Frequenzgang, die durch Verschiedenheiten in der Kopfherstellung, Kopfabnutzung und dgl. bedingt sind. Der Frequenzabgleich verändert die Höhenanhebung bei 10 000 Hz um 8 db.
Röhrenbestückung EF 12, EF 12.

Die Regler zur Einstellung der Pegel und der Höhen sind durch eine Blechhaube abgedeckt, um zu verhindern, daß nach erfolgter Einstellung versehentlich noch Änderungen vorgenommen werden. Auf der Frontplatte befinden sich noch der doppelpolige Netzschalter, eine 1 A-Feinsicherung und ein durch Schraubenziehereinstellung („Entbrummer") zu betätigendes Entbrumm-Potentiometer.

Kontroll-Verstärker

Der dreistufige Kontroll-Verstärker (Bild 4) mit Gegentakt-Endstufe dient zum Abhören der Auf-nahmen. Er gibt eine Ausgangsleistung von 5 Watt bei einem Klirrfaktor < 2 % ab. Die vor-gesehene starke Gegenkopplung trägt durch Verminderung des Innenwiderstandes wesentlich zur Verbesserung der Lautsprecher-Wiedergabe bei. In Verbindung mit einem hochwertigen Lautsprecher ist somit eine einwandfreie Beurteilung der Aufnahme möglich. Die Lautstärke ist einstellbar.

Ein Schalter („Vor-über-Band"), der ebenfalls an der Frontplatte angeordnet ist, gestattet, den Kontroll-Verstärker abwechselnd an den Eingang des Aufnahme-Entzerrers oder an den Ausgang des Wieder-gabe-Entzerrers zu schalten. Bei diesem unmittelbaren Vergleich lassen sich auch geringfügige Ab-weichungen der Wiedergabe von der Aufnahme mühelos erkennen. Die Frontplatte des für den Kontroll-Verslärker und den dazugehörigen Netzteil gemeinsamen Chassis trägt noch eine Kontroll-Glimmlampe und eine 1 A-Feinsicherung.
Röhrenbestückung EF 12, EF 14, EL 11, EL 11, EZ 12.

Die unterhalb des Kontroll-Verstärkers angeordnete Anschlußleiste enthält folgende Anschlüsse (Bild 2):
-

  • 1. Eine 16-teilige Steckerleiste zum Anschluß des Laufwerkkabels.
  • 2. Einen dreiteiligen Wandstecker zum Anschluß des Hörkopfkabels.
  • 3. Eingangsbuchsen des Aufnahme-Entzerrers, z. B. zum Anschluß des Ausganges vorhandener
  • Verstärker („Eingang 1,55 V lOkOhm").
  • 4. Eine dreiteilige Steckbuchse zum Anschluß eines Mikrophons („Mikrophon 1 mV 200 Ohm").
  • 5. Ausgangsbuchsen des Wiedergabe-Entzerrers („Ausgang 100 mV 200 0hm").
  • 6. Lautsprecheranschluß („Lautsprecher 5 Watt 15 Ohm").
  • 7. Erdungsklemme „Betriebserde".
  • 8. Erdungsklemme „Gestellerde".

-
An die Klemme „Betriebserde" sind sämtliche betriebsmäßig zu erdenden Teile der Schaltung geführt. Die Klemme „Gestellerde" ist mit den zu erdenden mechanischen Teilen des Gestells verbunden. Im allgemeinen wird diese Klemme geerdet und mit ihr die Klemme „Betriebserde" durch eine gut-leitende Brücke verbunden.

Kontroll-Lautsprecher

Als Kontroll-Lautsprecher dient ein hochwertiges dynamisches Lautsprecherchassis, das in einem transportablen Holzgehäuse untergebracht ist.

Zubehör-Koffer

Der mitgelieferte Zubehörkoffer enthält mehrere Sprechbänder und Spulenkerne, Hilfsmittel für den Betrieb, Ersatzteile und einige Werkzeuge.

Anmerkung der Redaktion: In obigen Absätzen fällt auf, daß öfter von Filmen und dann wieder von Sprechbändern gesprochen wird.

ARBEITSWEISE DES GERÄTES

Zur Aufnahme wird dem Aufnahme-Entzerrer entweder die Mikrophonspannung über die Buchse „Mikrophon" oder der von einem vorhandenen Verstärker gelieferte Pegel über die Klemmen „Ein-gang 1,55 V lOkOhm" mit einem Pegel von 1,55 V zugeführt. Der durch Schraubenziehereinstellung zu betätigende Schalter „1,55 V - 1 mV" ist dementsprechend zu schalten. Im Ausgangskreis des Auf-nahme-Entzerrers liegt der Sprechkopf, in dessen Spalt ein den Tonfrequenzspannungen entsprechendes Magnetfeld entsteht.

Dieses Feld wiederum erzeugt in dem vorbeilaufenden Magnetophonband eine remanente Magnetisierung, die ausreichend ist, um bei der Wiedergabe im Hörkopf, der ebenfalls als Ringmagnet mit Spalt ausgebildet ist, eine entsprechende Wechselspannung zu induzieren. Durch Verwendung einer hochfrequenten Löschung und Vormagnetisierung (50 kHz) wird gegenüber der früher üblichen Gleichstromlöschung und Vormagnetisierung eine beträchtliche Verbesserung der Wiedergabegüte, insbesondere hinsichtlich der Dynamik, erzielt.

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Das Magnetophonband läuft bei der Aufnahme zunächst am Löschkopf vorbei, dessen starkes magnetisches Wechselfeld das Band im Augenblick des Vorbeilaufens bis zur Sättigung magnetisiert und damit etwa vorhandene frühere Magnetisierungen zum Verschwinden bringt. Da die Feldstärke des hochfrequenten Magnetfeldes über dem Löschkopfspalt während des Vorbeilaufens des Bandes kontinuierlich zu- und wieder abnimmt, findet eine restlose Entmagnetisierung statt, so daß das Band in völlig unmagnetischem Zustand den Löschkopf verläßt und zum Sprechkopf gelangt.

Bei abgeschalteter Modulation bzw. in den Sprech- oder Musikpausen wiederholt sich infolge der hochfrequenten Vor-magnetisierung der gleiche Vorgang wie am Löschkopf mit dem einzigen Unterschied, daß die Vormagnetisierungsstromstärke beträchtlich geringer ist, so daß die Sättigung nicht erreicht wird. Die aufzuzeichnende Niederfrequenz (Modulation) wird im Sprechkopf der Hochfrequenz überlagert. Dadurch verschiebt sich der Nullpunkt (Arbeitspunkt) im Rhythmus der Niederfrequenz. Diese Verschiebung bleibt als remanenter Magnetismus auf dem Bande zurück.

Der Hörkopf "tastet" die aufgezeichnete Modulation ab. Die im Hörkopf entstehende Spannung ist nicht für alle Frequenzen gleich groß, sondern steigt etwa proportional mit der Frequenz bis zu einer im Gebiet der hohen Frequenzen liegenden Grenzfrequenz an, von der ab wieder ein Absinken der Spannung infolge des Einflusses der Spaltbreite erfolgt. Dieser durch das Verfahren bedingte Frequenzgang wird in den Entzerrern wieder ausgeglichen. Aufnahme- und Wiedergabe-Entzerrer teilen sich diese Aufgabe, so daß vom Eingang des Aufnahme-Entzerrers bis zum Ausgang des Wiedergabe-Entzerrers die erforderliche Frequenzunabhängigkeit erreicht wird.

Infolge der nahezu völligen Unterdrückung des Bandgeräusches, die durch die Anwendung des Hochfrequenzverfahrens erzielt wird, ist es möglich, die hohen Frequenzen bei der Wiedergabe stark zu bevorzugen, ohne befürchten zu müssen, daß das Rauschen untragbare Werte annimmt. Der natürliche Abfall des Frequenzganges bei den hohen Frequenzen kann dementsprechend durch einen geeignet gewählten Frequenzgang der Entzerrer weitgehend ausgeglichen werden. Jedes Magnetophonband kann beliebig oft für Neuaufnahmen verwendet werden, wobei die alte Aufzeichnung selbsttätig gelöscht wird. Jede Aufnahme kann vor dem Löschen beliebig oft ohne Beeinträchtigung der Wiedergabe abgehört und jahrelang aufbewahrt werden.

TECHNISCHE DATEN

Maße und Gewichte

Bezeichnung Maße in mm Gewicht etwa kg
Laufwerk, geschlossen 580x370x350
Laufwerk, geöffnet, mit aufgelegten Tellern 640x420x330
Verstärkerkoffer, geschlossen 560x365x400
Verstärkerkoffer, geöffnet 560x365x370
Lautsprecher 475x270x500
Zubehörkoffer 520X326X230

Elektrische Daten

Netzanschluß (Schukodose) 220 V 50 Hz
Leistungsaufnahme etwa 300 W

Wichtige elektroakustische Werte
Fremdspannungsverhältnis:

beim Stillstand 55 db
beim Lauf 55 db
Messung über Aufnahme-Entzerrer-Band-Wiedergabe-Entzerrer  
Frequenzgang 30 ... 10000 Hz ± 2 db
Dynamik (unter Berücksichtigung der Hörkurve) 60 db
Klirrfaktor, gemessen bei 1000 Hz etwa 3%

Aufnahmeteil

Eingang 1,55 V an 10 000 Ohm bzw. 1 mV an 200 Ohm
Löschstrom 50 kHz etwa 150 mA.
Vormagnetisierungsstrom 50 kHz etwa 10 mA.

Wiedergabeteil

Ausgang des Wiedergabe-Entzerrers 100 mV an 200 Ohm
Ausgang des Kontroll-Verstärkers 5 W an 15 Ohm

Der Eingang des Aufnahme-Entzerrers, der Ausgang des Wiedergabe-Entzerrers und der des Kontroll-Verstärkers sind symmetrisch und erdfrei.

Banddaten (eines offenen Wickels)

Spieldauer einer ganzen Magnetophon-Bandspule etwa 22 Min.
Länge 1000 m
Gewicht mit Verpackung etwa 1 kg
Durchmesser ohne Verpackung 280 mm
Höhe 10 mm
Abmessungen mit Verpackung 305x305x18 mm
Breite des Bandes 6,5 mm
Dicke des Bandes 0,05 mm
Zerreißfestigkeit etwa 2 kg
Ablesegenauigkeit des Bandlängenanzeigers etwa 5 sec.

BEDIENUNGSANWEISUNG

Laufwerk- und Verstärkerkoffer aufstellen und Deckel abnehmen. Die im Deckel des Laufwerkes befindlichen Spulenteller herausnehmen und auf die mit Gummieinlage versehenen Mitnehmerteller auflegen. Verbindungsleitungen aus dem hinteren Laufwerkfach herausnehmen. 16-teilige Steckbuchse des Laufwerkkabels in die dazugehörige Steckerleiste im Verstärkerkoffer links unten einstecken und durch Sicherungsbügel festlegen. Dreiteiligen Hörkopfstecker in die dazugehörige Buchse der Anschlußleisle des Verstärkerkoffers stecken und Oberwurfmutter aufschrauben. Lautsprecher an die auf der Anschlußleiste dafür vorgesehenen Klemmen anschließen („Lautsprecher 5W 15 Ohm") (siehe Bilder Seite 5). Anschluß des Gerätes an das Netz über eine geerdete Schukoanschlußdose für 220 V ~ oder unter Verwendung der mitgelieferten Zwischenleitung mit Schukokupplung über eine normale Steckdose für 220 V ~ herstellen, wobei die Schukokupplung zu erden ist. Kann der Schukoanschluß nicht geerdet werden, so ist die Klemme „Gestellerde" mit guter Erde (Wasserleitung) zu verbinden. In jedem Fall ist darauf zu achten, daß die Klemmen „Betriebserde" und „Gestellerde" durch eine gutleitende Brücke miteinander verbunden sind. Mangelhafte oder fehlende Erde kann die Güte der Schallaufzeichnung beeinträchtigen.

Das Magnetophonband läuft bei der Aufnahme und Wiedergabe von links nach rechts, beim Rück-spulen von rechts nach links. Dementsprechend (volle) Magnetophonbandspule auf den linken Spulenteller auflegen und den Spulenkern durch Knebelgriff festlegen. Hierzu Knebelgriff hochheben und um 90 " drehen, dann loslassen, worauf er mit seinen Aussparungen in die Haltestifte am Mitnehmerteller ein-schnappt. In gleicher Weise leeren Spulenkern auf dem rechten Spulenteller festlegen. Abschirm-klappe des Hörkopfes am Kopfträger öffnen. Hierzu - zweckmäßig mittels des Mittelfingers - waagerechten Hebel der Klappe gegen das Lager drücken und dann hochziehen. Band um die Füh-rungsrollen herumlegen und an den Köpfen vorbeiführen. Bandende in den Schlitz des Spulenkernes auf dem rechten Spulenteller einstecken und das Band durch etwa zwei Umdrehungen des leeren Spulenkernes von Hand festlegen. Dabei den linken Spulenteller leicht mitdrehen. Das Band muß genau und straff in den Führungen und an den Köpfen liegen. Abschirmklappe am Kopfträger schließen. Darauf achten, daß der Bandabheber in Ruhelage ist.

Fabrikneue Bänder, die innen einen Pappring haben und bei denen das Band mit der Magnetitschicht (stumpfe Seite des Bandes) nach innen aufgewickelt ist, rechts auflegen und unter Drehung des Bandes in seiner Längsrichtung um 180° nach links zurückspulen. Band dabei mit Bandabheber abheben. Die Magnetitschicht muß - gegebenenfalls durch Verdrehen des Bandes in seiner Längsrichtung um 180° - den Magnetköpfen, d.h. also auch der Bedienungsperson, zugekehrt sein. Netzschalter auf der Laufwerkplatte und auf der Frontplatte des Entzerrer-Chassis („Ein-Aus") einschalten. Glimm-lampen im Laufwerk und auf der Frontplatte des Kontroll-Verstärkers müssen aufleuchten. Die einzelnen Schaltvorgänge („Halt" - „Wiedergabe" - „Aufnahme" - „Umspulen") werden durch Betätigung der entsprechenden Tasten links auf der Laufwerkplatte ausgelöst. Vor dem Drücken der Aufnahme-Taste muß die Taste durch Eindrücken des Sperrbolzens in der Aussparung neben der Auf-nahme-Taste entriegelt werden.

Von „Wiedergabe" oder „Aufnahme" kann unmittelbar auf „Umspulen" geschaltet werden. Mit dem Schalthebel „Vorwärts - Rückwärts" wird dabei die gewünschte Richtung und Geschwindigkeit gewählt.

Der Bandzug ist so eingestellt, daß Bänder mit normalen mechanischen Eigenschaften feste Wickel ergeben. Zum Umspulen von Bändern, die extrem steif sind, würde dieser Bandzug nicht ausreichen. In solchen Fällen kann der Bandzug, besonders am Anfang des Umspulens, vergrößert werden. Zu diesem Zweck ist ein zusätzlicher Kontakt am Rangierschalter vorgesehen, durchmessen Betätigung die Bremskraft des gezogenen Motors vergrößert wird. Dieser Kontakt wird geschlossen, wenn der Rangierschalter über die Stellung hinaus, bei der der betreffende Tellermotor mit höchster Geschwin-digkeit läuft, gegen eine von dieser Stellung ab wirksame Federkraft gedrückt wird. Der Kontakt muß etwa 20-30 Sekunden geschlossen bleiben. Nach Freigabe des Schalthebels des Rangierschalters geht dieser selbsttätig in die Stellung für die höchste Geschwindigkeit zurück.

Die Köpfe schleifen sich im Lauf der Zeit ab. Entsprechen die gemessenen Werte des Frequenzganges, der Ausgangsspannung usw. nicht den vorgeschriebenen Werten, so müssen die Köpfe ausgewechselt werden (nach etwa 1000 Betriebsstunden). Hierzu wird am besten der ganze Kopfträger abgeschraubt und durch den Reservekopfträger ersetzt. Der Kopfträger mit den abgenutzten Köpfen muß zur Auf-arbeitung in die Fabrik eingesandt werden.

Die Gummiandruckrolle wird an der Durchlaufstelle des Bandes im Betrieb allmählich abgenutzt. Zeigt sie nach längerer Betriebszeit eine Riefenbildung, so kann zunächst zur Wiederherstellung eines gleich-mäßigen Banddurchzuges der Andruck der Gummirolle gegen die Tonrolle nachgestellt werden. Zu diesem Zweck nehme man zuerst den rechten Spulenteller ab. Dann liegt das Lager des Gummirollen-hebels frei. Zu beiden Seiten ist je eine kleine Schraube sichtbar. Diese Schrauben werden mit einem Schraubenzieher etwas gelockert (etwa eine Umdrehung). Nun läßt sich das exzentrische Lager mit einem Schraubenzieher drehen. Während der Einstellung drückt man den kleinen Druckhebel bis zum Anschlag durch. Der Andruck der Gummirolle muß so stark sein, daß in dieser Stellung ein Stück Probeband sich ohne Schlupf zwischen Tonrolle und Gummirolle hindurchziehen läßt. Nach der Einstellung sind die beiden Schrauben am Hebellager wieder festzuziehen. Die Prüfung ist noch einmal zu wiederholen.

Ist die Gummirolle an der Stelle des Banddurchlaufs stärker abgenutzt, so muß sie durch eine neue ersetzt werden. Bei jedem Wechsei ist die Gummiandruckrolle neu einzustellen.

Wenn die Tonrolle unrund läuft oder sich an der Stelle des Banddurchlaufs einschleift, muß sie aus-gewechselt werden, was dadurch geschieht, daß man die Schraube am oberen Ende löst. Die neue Tonrolle wird zweckmäßig mit einer Fühluhr auf Schlag geprüft (maximal zulässig: 0,01 mm).

Durch ungeschickte Behandlung können sich die Spulenteller verbiegen, so daß das Band schleift. Solche Teller sind zu erneuern.

Der Rastenschalter bedarf keiner besonderen Wartung bis auf ein gelegentliches leichtes Einfetten der Rastenstangen zwecks weicheren Ganges. Man achte darauf, daß kein Fett auf die Kontakte gelangt, die auch sonst in größeren Zeitabständen auf Sauberkeit geprüft werden sollen. Die Federsätze sind, falls erforderlich, mittels Glaspinsel zu reinigen.

Regelmäßige Wartung und Pflege des Gerätes bieten die beste Gewähr für ein einwandfreies Ar-beiten und setzen Betriebsstörungen und Ausfälle auf ein Mindestmaß herab.

WARTUNG DES GERÄTES

Das Magnetophon-Gerät erfordert wie jedes andere Gerät, das im Dauerbetrieb beanspruchte beweg-liche Teile besitzt, eine regelmäßige Wartung. Die Laufwerkplatte (Bild 1) ist von Schmutz und Staub sauberzuhalten. Bandführung und Kopfträger sind mit Staubpinsel und weichem Lappen möglichst oft zu säubern. Besonders am Kopfträger und an der Tonrolle lagert sich häufig Staub ab, der zu Störungen führen kann. Auch die Plattenmulde unter dem Gummirollenhebel ist unbedingt sauberzuhalten.

In größeren Abständen ist das Laufwerk zu ölen. Besonders wichtig ist die Ölung des oberen Hals-lagers des Tonmotors. Dieses steht über eine kurze Ölleitung mit einer links neben dem Schalter „Ein-Aus" befindlichen Ölstelle in Verbindung, die durch eine Schraubkappe abgedeckt ist. Man schraube diese Kappe ab, fülle etwas gutes Nähmaschinenöl (z. B. AB 111) in das Ölgefäß und schraube die Kappe wieder auf. Überfließendes Öl muß sorgfältig mit einem Lappen entfernt werden. Diese Stelle ist regelmäßig nach etwa 500 Betriebsstunden zu ölen. Die Ölstelle des unteren Lagers des Tonmotors ist nach Öffnen der Verschlußklappe des Koffers zu-gänglich.

Die Ölstellen für die Tellermotoren befinden sich auf der Rückseite dieser Motoren. Zum Ölen muß das Laufwerk aus dem Koffer herausgenommen werden. Die Tellermotoren und das untere Lager des Tonmofors werden nach etwa 1000 Betriebsstunden geölt.

Die Leitrollen links und rechts werden nach Abschrauben der Schraubkappe in der Mitte geölt. Gelegentlich muß das Schneckengetriebe unter der rechten Leitrolle auch einen kleinen Tropfen öl bekommen.

Man hüte sich vor übertriebenem Ölen und wische überschüssiges Öl sorgfältig ab. Besonders wichtig ist, daß die Bremsbelege und der Gummibelag der Gummiandruckrolle vor der Einwirkung überfließenden Schmieröls geschützt werden.

Die Bandbremsen der Motoren sind laufend auf richtige Einstellung zu prüfen. Alle Bremsen sollen gleichzeitig und gleichstark einfallen. Die Bremsen müssen mittels der Kordelschraube an den Brems-bändern so eingestellt sein, daß das Band aus jedem Betriebszustand stoßfrei, weich und ohne lose zu werden, zum Stehen kommt. Bei angezogenem Bremsanker muß der Motor völlig frei laufen. Fällt eine Bremse nicht stark genug ein, so ist der Zug der Bremsbandfeder durch Nachstellen mittels Spannbolzens zu erhöhen. Die Bremse des Tonmotors ist so einzustellen, daß das Band von der Höchst-geschwindigkeit beim Umspulen bis zum Stillstand etwa 0,5 Sekunden braucht. Die richtige Bremseinstellung ist Gefühlssache. Sie wird jedoch nach einiger Übung schnell erlernt. Der Bremshub, der nur bei herausgenommenem Laufwerk von unten einstellbar ist, soll 7 mm betragen. Das Abfallen der Magnetanker beim Einfallen der Bremsen wird durch Blattfedern am Magnetanker unterstützt. Sollte gelegentlich ein Anker Klebneigung zeigen oder schwirren, so sind die Federn zu prüfen und ge-gebenenfalls zu ersetzen.

Die auf der Achse des Tonmotors sitzende Tonrolle ist stets sauber und blank zu halten. Ein Filzplättchen, das sich gegen die Tonrolle legt, wirkt in diesem Sinne. Sollten sich trotzdem Ansätze von Schmutz oder Klebstoff zeigen, so sind diese mittels eines weichen Werkzeuges (Messingschaber) nach Abnehmen des rechten Spulentellers und des Kopfträgers zu entfernen.

Unterhalb der Tonrolle lagert sich im Betrieb Magnetitstaub ab. Das Eindringen dieses Staubes in das Lager des Tonmotors wird durch eine Labyrinthdichtung verhindert, die zur Säuberung abgezogen werden kann. Die hierfür vorgesehene Abziehvorrichtung einschließlich eines Spezialschlüssels wird im Zubehörkoffer mitgeliefert.

Zum Abziehen wird die die Dichtung festlegende Mutter mit dem Spezialschlüssel gelöst und an deren Stelle die Abziehvorrichtung aufgeschraubt. Darauf wird die gegen die Stirnseite der Tonrolle drückende Schraube der Abziehvorrichtung mit einem Schraubenzieher gedreht, wodurch sich die Dichtung leicht von der Motorachse löst.

Der Kopfträger ist täglich zu säubern. In gewissen Zeitabständen nehme man ihn zwecks gründlicher Reinigung und Durchsicht ab. Hierzu löst man die beiden Kordelschrauben und zieht den Kopfträger vorsichtig nach oben ab.

BEHANDLUNG DER MAGNETOPHONBÄNDER

Die Magnetophonbänder bestehen aus einer schwer entflammbaren Grundmasse, auf die eine magnetische Schicht (Magnetit) in feinster Verteilung aufgebracht ist.

Die Lebensdauer der magnetischen Aufzeichnung ist praktisch unbegrenzt. Noch nach Jahren zeigen die Aufnahmen trotz häufiger Wiedergabe nicht die geringste Veränderung, unter der Voraussetzung, daß sie nicht der Einwirkung starker Magnetfelder unterlagen. Ein die Wiedergabe beeinträchtigender Verschleiß durch häufiges Abspielen, wie bei den üblichen anderen Aufzeichnungsverfahren, tritt bei den Magnetophonbändern nicht auf. Die mechanische Lebensdauer der Bänder wird durch die Sorg-falt ihrer Behandlung entscheidend beeinflußt. Vor allem vermeide man Beschädigungen der Band-ränder, weil dies zum Reißen führen kann.

Teile von Magnetophonbändern mit bestimmten Aufnahmen können beliebig herausgeschnitten und mit anderen durch Kleben zusammengesetzt werden. Zum Kleben von zwei Bandstücken trägt man auf das eine der zu klebenden Enden etwas Klebstoff auf, verteilt ihn dünn und gleichmäßig auf etwa 5 mm Länge, legt dann die sauber geschnittenen Enden mit entsprechender Überlappung über-einander und drückt sie einige Sekunden bis zur Bindung des Klebstoffes zusammen. Man führe die Klebestellen sorgfältig aus. Besonders achte man darauf, daß die überlappenden Enden vollständig miteinander verklebt sind und die Kanten genau parallel zueinander liegen. Schlechte Klebestellen bringen die Gefahr späteren Lösens und Reißens mit sich und beeinträchtigen die Be-triebssicherheit des Gerätes.

Da die Klebestelle in weniger als 1/100 Sekunde an dem Hörkopf vorbeiläuft, ist sie akustisch nicht
wahrnehmbar.

Mgt/VI Jan. 49 - Info Mappe 015

Diese 16 seitige Anleitung datiert aus Januar 1949 !!



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