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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Die AEG hatte es eigentlich vermieden, später wollte sie es so.

Das AEG KL 15 mit Platte
dan hießen sie Telefunken

Sowohl die AEG wie auch die AEG-Tochter Telefunken hatte nach dem Krieg versucht, an die alte Größe der vergangenen Zeiten anzunüpfen. Laut vieler Berichte lagen das AEG/Telefunken Produktions- vermögen und auch die Liegenschaften überwiegend (70%) in den von den Russen besetzten Ost-Gebieten und so war nach dem Krieg im Westen fast nichts mehr übrig.

 

Mit diesen mageren Restbeständen gegen einen Konzern wie Siemens anzutreten, das war mutig. Und so brauchte man neben der gesamten Elektrotechnik und Hausgerätetechnik, den Radios und Fernsehern auch Tonbandgeräte. Grundig machte ja mit "Gewalt" (Marketing-Gewalt) vor, wie es gehen könnte.

 

Hätte man es lieber gelassen, es wäre besser gewesen. Die AEG-Telefunken Home (oder Consumer) Geräte hatten diverse Schwächen, vor allem aber das Design war eine katastrophale Bremse. Technisch waren sie den Grundigs ziemlich sicher überlegen, doch der Erfolg (der Grundigs) war bei AEG-Telefunken nicht da.

Dazu ein Vergleich BASF-AGFA

So nach und nach bekommen wir die histo- rischen Aufarbeitungen der ehemaligen Mitarbeiter von AGFA. Es war ähnlich wie bei Siemens und der AEG. - Dort im Magnetband-Bereich erfahren wir, daß AGFA in Leverkusen von Anfang an nur die Studio-Band Produktion für die Rundfunk-Anstalten im Sinn hatte. Die BASF hingegen stürzte sich von Anfang an auf den Consumer-Markt und ging zum Beispiel mit dem Marktführer Grundig eine Art "Ehe" ein. Dann expandierte AGFA auch in den Consumerbereich, weniger erfolgreich und die BASF erweiterte die Produkte in den Rundfunkbereich und lag fast die ganze Zeit qualitativ hinter dem Konkurrenten AGFA, bis sie endlich AGFA "gekauft" hatten.
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Und sie hatten anfänglich (1954) eine "tolle" Technik unter dem häßlichen Kleid.

Inzwischen können wir es uns ja leisten, aus bestimmten Jahren oder Jahrgängen einfach mal einige Geräte einer bestimmten Typen- oder Preis- Klasse nebeneinander aufzustellen und "gefahrlos" zu öffnen und zu vergleichen.

Zum Verständnis, es sollen hier wirklich Äpfel mit Äpfeln verglichen werden. Und innen drinnen, da war Telefunken damals durchaus (noch) sehr gut. Hier sind von hinten nach vorne ein Grundig TK5, ein Uher 95 und ein Telefunken KL65 aufgestellt, alle ungefähr aus den Jahren um 1956.

Doch das alles hatte sich im Laufe der Zeit leider verändert. Max Grundig hatte den Phono-Markt total aufgemischt (wie man heute sagt). Er hatte immense Produktionskapazitäten auf die Beine gestellt und seine Geräte waren anfänglich innen auch hervorragend, später nicht mehr alle so, aber die Optik der Grundigs war den Telefunkens fast bis zum Ende überlegen.
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Und so kamen von AEG/Telefunken optisch durchaus ansprechende "Gurken" auf den Markt.

Optisch wirklich ansprechend
nur nicht rein schaun

Wie später bei den Japanern kann man heute überspitzt sagen, sie waren außen UI und innen Pfui. Bei den Japanern war es so mit "vorne" ui und "hinten", den von mir so bemängelten Pappedeckeln als Rück-"wand".

Dieses Telefunken 2000 Hifi ist deshalb ein solches Musterbeispiel einer Produktpolitik, die beim Kunden zu der Zeit nicht mehr an kam.

Es "riecht" förmlich nach einem edlen Dreimotoren- laufwerk mit ganz tollen Tipptasten, hat aber nur einen Motor mit einer irren Mechanik und einem gewaltigen Hubmagneten.

Bei AEG/Telefunken fehlte die gesamte "Revox A77"-Klasse. Man hätte ja eigentlich können können, wenn man gewollt hätte, aber irgendwer wollte scheinbar nicht. Schade. Revox hatte dann über 470.000 Geräte der A77/B77 Klasse verkauft, weltweit !! Die AEG hatte nichts dagegen zu stellen. Potential wäre dagewesen.
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Am Ende ist die AEG 1985 mitsamt Telefunken mit Glanz und Gloria untergegangen.

Es gibt viele Analysen und Gedanken, ob man (also die AEGler) das hätte vermeiden können. Jetzt, 30 Jahre später, da hat man immer gut reden. Unzweifelhaft waren bei den alten Männern an der Spitze des Konzerns die Ideen ausgegangen und niemand hatte mehr die Kraft, den "Staub" aus den heiligen Hallen der AEG hinaus zu blasen. Auch die innerlich verstaubte Bosch Fernseh GmbH oder besser die FESE läßt da grüßen.

 
Im Jahr 2007 versucht es gerade das neue Telekom Mangement mit der "Umstrukturierung" des alten Fernmelde-Molochs Deutsche Telekom (ehemals Post), damit nicht der Beweis angetreten würde, auch Staatskonzerne können pleite gehen. Und die Telekom steht - wie damals die AEG - mit dem Rücken zur Wand, jedenfalls im Jahre 2007.

Und der Weltkonzern Lucent Technologies zum Beispiel hatte in 2009 keine Technologie mehr, er schrumpfte von über 130.000 Mitarbeitern auf weniger als 1.400 und ist dann in 1014 fast gänzlich von der Bildfäche verschwunden.
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