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Diese Story basiert auf einer "Betrachtung" so um 1958 . . .

... jedoch einer sehr kritischen Würdigung. Somit können wir die damaligen Denkweisen und Daten mit den heutigen Erkenntnissen gegenüberstellen und kommentieren.
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Max Grundig, der Meister aller Klassen - es ist 1958.

Um aller Welt zu demonstrieren, wie herrlich weit er es in den letzten zwölf Jahren gebracht hat, ließ der Nachkriegsindustrielle Max Grundig, inzwischen 49 Jahre alt, sein Firmenzeichen (ein dreiblättriges Kleeblatt, das Stadtwappen von Fürth) vor nicht allzu langer Zeit mit einer goldenen Krone schmücken und dazu an das Verwaltungsgebäude seines Fürther Hauptunternehmens in blauen Lettern schreiben:

 

„Europas größte Rundfunkgerätefabrik. Der Welt größte Tonbandgerätefabrik."

 

Die Welt soll es hören . . .

Grundig hält sich auch noch für den größten westdeutschen Fernsehgeräte- Hersteller (mit 127.000 Geräten in 1957), er will die Konkurrenz aber nicht jetzt schon mit einem neuen Superlativ an der Fassade seines Verwaltungsgebäudes provozieren.

 

Hintergrund: Nach einer Absprache (es war 1958, muß also heute nicht mehr so sein) der Radio- und Fernsehgeräte-Fabrikanten geben die einzelnen Firmen ihre Produktionsziffern nur einem Notar bekannt, der sie addiert und — nach technischen Kategorien geordnet — an die Fachabteilung „Rundfunk und Fernsehen" im Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie weiterleitet. Die Globalziffern werden den Produzenten mitgeteilt, die danach ihren Marktanteil errechnen können. Diese Geheimniskrämerei, so sagte Grundigs kaufmännischer Direktor Otto Siewek, werde von den meisten Produzenten gewünscht. Kein Fabrikant sollte erfahren, wie stark oder schwach der Konkurrent auf einem bestimmten Produktionsgebiet ist.

 

Grundig behauptet, daß seine Fabriken etwa 18 Prozent der 1957 in Westdeutschland produzierten Fernsehgeräte hergestellt haben. Damit liege er (etwa gleich mit Philips) an der Spitze der westdeutschen Fernsehgeräte- Fabrikanten. Als nächstgrößere Produzenten der Rundfunk-und Fernsehgeräte- Industrie gelten um 1958 die Firmen (Nord-)Mende, Grätz und Loewe-Opta, während die großen Elektro-Konzerne wie AEG und Siemens wegen ihrer vielseitigen Produktion mit der Rundfunk- und Fernsehgeräte- herstellung weiter zurückliegen.

Weitsicht - Die Grundig Bank (Siemens läßt grüßen)

Vor wenigen Tagen ist Grundig nun auch noch in ein besonderes Gewerbe eingedrungen, das handelt mit nichts Besserem als mit Geld. Der ehemalige Radiohändler Max Grundig, dem die Banken noch vor zehn Jahren keinen Kredit anvertrauten, ist jetzt selbst Bankier. Am 4. Januar 1958 wurde seine neueste Firma (die Grundig-Bank GmbH) in das Handelsregister des Frankfurter Amtsgerichts eingetragen. Das Stammkapital beträgt eine Million Mark.

(Anmerkung: 1958 war 1 Million noch richtig etwas wert und bedeutete richtig viel Geld.)

 

Mit Hilfe seiner eigenen Bank kann Grundig das flüssige Geldvolumen seiner Unternehmen rationeller einsetzen, als wenn seine Firmen ihre flüssigen Gelder bei fremden Banken deponieren. Grundig kann beispielsweise die liquiden Gelder der bestverdienenden Hauptbetriebsfirma Grundig Radio-Werke GmbH über die Bank den schwächeren Unternehmen zuleiten, so daß diese Firmen nicht soviel teure Fremdkredite in Anspruch zu nehmen brauchen.

 

Das reine Bankgeschäft ist jedoch nicht der Hauptzweck der neuen Gründung. Grundig spekuliert vielmehr darauf, die Bank zur Dachgesellschaft seines Konzerns auszubauen, der fast ein Dutzend Firmen umfaßt. Die Bank wird sich dann mit mindestens 25 Prozent an den lukrativen Konzernfirmen beteiligen, um die Steuervergünstigung des sogenannten Schachtel-Privilegs wahrnehmen zu können; das heißt, die Bank braucht die Gewinne, die in bestimmten Konstellationen anfallen würden, nicht zu versteuern.

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