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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Grundig Tonbandgeräte - so ab 1953 ging es richtig los.

Max Grundig ließ also ein "eigenes" Bandgerät konstruieren, das vor allem erst mal (gänzlich?) anders aussehen sollte (mußte) als die von Kurt Bier entwickelten Reporter Typen. Das war das TK 9 (und nicht das TK5!)

 

Das damalige (alte) Grundig Logo mit dem Kleeblatt strahlte Glück in die deutschen Wohnzimmer. Die Krone (oder das "Krönchen") kam erst später.

Hier eine ergänzende Übersicht eines Grundig Fans,

ein Grundig Reporter 700L (9,5 + 19cm/s)

der unsere Seiten feundlicher weise überflogen hatte. Ergänzt durch immer neue Zuschriften.

 

Also das TK9 sollte das erste eigene Grundig Tonbandgerät werden. Mehr dazu steht in der Max Grundig Story. (Vor dem TK 9 gab es die Modelle Reporter 300 - 500 - 700L.) Die Drucktastengeräte TK9, TK819 usw. mit Reverse- Funktion wurden vor den Drehschaltergeräten eingeführt und zwar mit dem TK 9. Das Baujahr war ca. 1953/54. Dann kamen die Modelle TK819 und TK919 und später TK830 und TK930.

 

Das TK 5 wurde erst etwa ab 1955 gebaut. Es war das spätere Einsteigermodell. Die Luxusmodelle im gleichen Design waren dann das TK 7 und das TK 8 3D. Sie verfügten über die Geschwindigkeiten 9,5 & 19cm. Das direkte Nachfolge- modell des TK 5 war dann das TK 20 mit 9,5 cm und das TK 22 mit 4,75 cm. Diese Geräte sind ab 1958 produziert worden. Die Luxusausführung war dann das TK 25 mit 4,75 & 9,5 cm, gleichzeitig das erste Gerät mit Trickaufnahme.

 

Dazwischen wurde dann als TK 24 als erstes Vierspurgerät angesiedelt. Baujahr ca. 1960/61. Das TK 1 wurde erst viel später als das TK 5 gefertigt, nämlich so um 1961 herum. Die Anschlüsse waren noch deutsche 6mm Klinkenbuchsen. Die heutigen betragen 6,3 mm, also 1/4 Zoll. Das TK 5 verfügte bereits über 3 polige DIN Anschlüsse.

Alle Grundigs hatten bereits die 1/4" breiten Bänder.

Diese Geräte waren bereits für das 1/4 Zoll Band gebaut, hatten aber noch die alte deutsche Spurlage - (nicht verwechseln mit der Schichtlage !!). In Laufrichtung gesehen, wurde erst die untere Bandhälfte beschrieben, im Gegensatz zur internationalen Spurlage, in der die obere Bandhälfte zuerst beschrieben wird.

Grundig TK9 - keine Eigenentwicklung von Grundig ?

Grundig TK9 als Koffer
Grundig TM9 im Musikschrank

Beim TK9 stand vorne noch "Reporter" drauf. Hier eines der raren übrig gebliebenen Fotos des robusten aber schweren Alu Druckguß- chassis aus dem Jahr 1953 bis 1955, auf denen die meisten dieser Modelle aufgebaut waren. Da kamen auch die massigen Kilos her, die den Transport dieser Koffer fast unmöglich machten.

 

Eigentlich war es die alte Reporter Serie mit leichten kosmetischen Veränderungen bis auf die Neuerung, daß es jetzt in beiden Richtungen aufnehmen und wiedergeben konnte. Aus heutiger Sicht war es nur eine modifizierte Kurt Bier Entwicklung.

 

Das Alu- Druckgußchassis wurde zwar im Laufe der Zeit verfeinert, aber an der grundlegenden "Ein-Motoren Technik" hatte sich bis (fast) zum bitteren Ende der Grundig AG nichts verändert. Der Verkaufspreis war ehemals 698.- DM. Erst zum bitteren Ende gab es bei Grundig 3Motorengeräte, aber viel zu spät.

 

(Es geht das Gerücht um, die "Drei-Motorentechnik" basiere nämlich auf einem alten Patent von AEG/Telefunken und selbst Willi Studer mußte angeblich an Telefunken noch eine Zeit lang Tantiemen zahlen.) Und das war dem Max vielleicht zu teuer. Mit Tantiemen und Honoraren hatte er da so seine Probleme. Daß der Max mit seinem (Ex-) Freund Kurt Bier auch wegen dieses TK9 (also wegen der Tantiemen dafür) fünf lange Jahre prozessiert hatte, finden Sie ausführlich in der Max Grundig Story ab Seite 8.

Grundig TM 9 - ein Chassis wie ein T34 (DDR Vergleich)

Anmerkung: Der "T34" war der bekannteste russische Panzer aus dem 2. Weltkrieg, der in großen Stückzahlen gebaut die deutsche Armee bis nach Berlin zurückgetrieben hatte.

An dem massiven Druckguß-Chassis erkennt man,
hier waren die (damaligen) Profis dran und hatten (so scheint es) eine dicke AEG Studiobandmaschine mit 3 Motoren - auf einen Motor "herunter gebrochen". Der Ingenieur spricht von "abschminken oder herunter brechen", wenn ein komfortables Konzept deutlich verkleinert wird.

Dennoch vier Tonköpfe, den Capstan in der Mitte, Links- und Rechts- Lauf und alles stabil und super robust auf einem eigenen Kopfträger, das war Studiotechnik, jedenfalls damals. Vergleichen Sie mal die späteren Blech-Gurken der TK14, TK120 und TK220 Serie mit dieser Konstruktion.
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Grundig TK 10

Das TK 10 ist auch schon einer von den gewaltigen Koffern oder Klötzen, die Grundig etwa 1953 gebaut hatte.

Grundig TK 15

Grundig TK 16

Die Typenvielfalt erstaunt immer wieder, es war ja noch vor dem Wirtschaftswunder. Von diesem Gerät habe ich eigentlich noch nie etwas gehört, wie auch vom TK10 und TK15.

Grundig TK 815

Über das TK 815 haben wir sogut wie keine informationen vorliegen

Grundig TK 819 (1954)

Das war dann schon 1954/55, es gab 18 Kilo für 965.- Mark. Und hier gab es weniger Knöpfe, dafür aber einen richtig dicken Lautsprecher. Ob man das Teil wirklich tragen konnte ?

Grundig TM 819 (1954)

Grundig TK 919(1954)


Mehr über das TK 919 schreibt ein Redakteur des RADIO MAGAZIN im Jahr 1955.
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Grundig TK 820 (1955)

Es könnte ein TK820 gewesen sein. Wenn von ihnen weitere Fotos eintrudeln, gehen wir der Sache auf den Grund.

Grundig TK 920 (1955)

Jetzt sind wir scheinbar beim Rolls-Royce von Grundig angekommen. Wie müssen die Entwickler stolz gewesen sein, es war gerade mal 10 Jahre nach dem verheerenden Weltkrieg. Dieses super tolle Bandgerät soll 1955 herum gebaut und verkauft worden sein.

 

Grundig TK 930 ??

Grundig TK 730

Diese elektroakustischen Luxusschlitten wurden immer komfortabler (und auch schwerer).

 

Inzwischen haben wir die Informationen, in welcher Reihenfolge welche Nummergruppen auf den Markt kamen. Und der Markt war hungrig nach den Grundigs. Zu der Zeit hatten die anderen großen Hersteller für den Otto Normalverbraucher oder auch den damaligen Highender nur noch viel Schlimmeres anzubieten.

Grundig TK 830 (1957)

Das Grundig TK830 für damalige 965.- DM war 1957 ein Traum für die meisten Bundesbürger West, von denen in der (damaligen) Ostzone war ja überhaupt nicht zu reden. Ein VW Käfer kostete 4.999.- Mark und dies Teil fast 1.000.- Mark, der Vater des Autors verdiente als Kinotechniker 310.- Mark brutto pro Monat und damit schon recht gut. Dennoch, dieses TK830 war für normale Bürger fast unerschwinglich.

Grundig TM 830 (1957)

Als Chasis für den Einbau in die Musikschränke war dieses TM 830 gedacht.

 

Der wohlhabende Highender kaufte sich nämlich einen Musikschrank mit richtg Sound aus zwei dicken Ovallautsprechern und da mußte auch ein Tonbandchassis rein.

Grundig TK 833

Der Unterschied zum 830 ist scheinbar marginal, die Anzahl der "Knöpfchen" stimmt überein. Und was ist noch anders ?

Hier noch ein paar Erläuterungen :

  • TR = steht für Tonband Radio (Holzsockel oder die Radiokombination) 
  • TS = steht für Tonband Schatulle
  • TK = steht für Tonband Koffer.
  • TM = steht für Tonband Einbauchassis

 

Und weitere Aufzählung der späteren TS Geräte: TS19, 19A, 23, 58, 320, 320Hifi, 320U, 321, 340B, 340 Deluxe, 340 Studio Hifi, 600, 925, 945, 1000. Die TS19 und die TS23 wurden in Grundig Musik-Schränke eingebaut.

Und es gab noch weitere Kennzeichnungen wie a, b, g, h, k, t, tr, u, usa und we.

Das (Dreimotoren) TS 1000 war fast am Ende der Spulenzeit das größte und nahezu letzte Edelmodell von Grundig, es kamen zwar noch die Modelle TS 925 (2-Spur) und TS 945 (4-Spur) mit 22cm-Spulen hinterher, die hatten aber so gut wie keinen Erfolg mehr, der Markt war der Firma Grundig bereits weggelaufen.

 

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