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Leider gibt´s hier nichts zum Schmunzeln, sondern nur zum Auffrischen unseres Gedächtnisses . . .

Zum Nachdenken sind diese Grundig-Chronik Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es sich damals zugetragen hatte, als das große Sterben in Deutschland los ging. Und keiner hatte Schuld. Kommt Ihnen das nicht irgendwie bekannt vor ?

Die Grundig Firmen-Chronik ab 1945 bis 2005.

Der Anfang dieser Chronik war ein Heftchen von 1945 bis 1983 und sogar mit der Schreibmaschine quer auf gefaltetes A4 geschrieben. Der unbekannte Chronist hatte sich damals (bis 1984) viel Mühe gemacht. Er hat akribisch die Produkt- Neuheiten der jeweiligen Jahre vorgestellt. Offensichtlich kursieren diverse Abschriften oder Vorlagen davon im Internet. Wir haben diese Infos mit weiteren anderen Informationen und vielen Pressenotitzen ergänzt.

Eine beispiellose Erfolgsgeschichte beginnt Mitte 1945. Eine weitere Chronik (-Seite) entnehmen wir der Biographie von 1983 zum 75.Geburtstag Max Grundig's .

1945 - Der Krieg ist zuende.

Max Grundig schafft die Reste seiner elektrotechnischen Werkstatt aus einem kleinen Dorf an der Regnitz, wohin sie während des Krieges verlagert worden war und nach dem Kriegsende von seinen dankbaren Zwangsarbeiterinnen bewacht worden war, nach Fürth. In gemieteten Räumen beginnt er mit der Herstellung von Transformatoren für Rundfunk- empfänger. Die ersten selbstgebauten Geräte sind Röhrenmeß- und Prüfgeräte sowie Meßgeräte für die Reparatur von Rundfunkempfängern.

1946

Die kleine Produktion der Apparatefabrik Fürth/Bay. weitet sich allmählich aus, so daß die Fabrikationsstätten nicht mehr genügen. Es beginnen langwierige Verhandlungen mit der Stadt Fürth, von der die junge Firma ein Grundstück in der Nähe der Stadtgrenze pachten möchte. Es gehört 1946 sehr viel Mut dazu, etwas neues Großes anzufangen.

1947

Die ersten Flachbauten entstehen auf einem Gelände, das einmal Kurpark war. Max Grundig, noch keine 40 Jahre, holt sich tüchtige Techniker, Konstrukteure und Kaufleute aus allen Teilen Deutschlands zusammen und baut mit ihnen den Einkreiser "Heinzelmann". Dieser (verkappte) Radio- Baukasten konnte (durfte) ohne Bezugsschein als Spielzeug verkauft werden und macht den Namen Grundig mit einem Schlag bekannt.

1948

Der Nachholbedarf an Rundfunkgeräten ist groß. Grundig errichtet weitere Fertigungsstätten und ein Laborgebäude. Mühsam müssen die notwendigen Baumaterialien aufgetrieben werden. Der "Weltklang" als erster Nachkriegssuper, kommt auf den Markt. Belegschaft: 650 Mitarbeiter.

1949

Bereits das 150.000. Radiogerät verläßt das Band, Ein Verwaltungsgebäude und ein dreistöckiger Fertigungsbau werden errichtet. Der erste Kofferempfänger der Nachkriegszeit für Batterie- und Netzbetrieb, der "Grundig-Boy", wird Produziert. Das Gehäuse hierzu kommt schon aus eigener Kunststoffspritzerei. Auch der erste Musikschrank wird in diesem Jahr gebaut.

 

Juni 1949 - Der Autor dieses Webs wird geboren.

1950

Als erster bringt Grundig in großen Stückzahlen UKW-Empfänger heraus. Eine neue große Montagehalle für Rundfunkgeräte nimmt 1.000 neue Mitarbeiter auf. Das 500.000ste Gerät hat das Werk verlassen. Als Grundig Neuentwicklung erhalten jetzt die Empfänger Drucktasten- Bedienung anstelle der bisher üblichen Drehknöpfe sowie UKW-Weitempfangstechnik.

1951

Grundig kauft am 16. Mai die Lumophon-Werke in Nürnberg und beginnt mit großem Erfolg die Fertigung von Heim-Tonbandgeräten. Dabei handelt es sich zunächst um ein Einbau-Chassis (Repoter 300) für Musikschränke.

 

Auf dem Fernsehsektor betreibt Grundig einen eigenen Fernseh- Versuchssender zur Entwicklung und Erprobung der ersten Empfänger. Den drahtlosen Fernsehempfang führt Grundig auf einer Gartenschau in Fürth erstmalig für Süddeutschland öffentlich vor. In diesem Jahr baut Grundig einfach mal die ersten 95 Fernseher auf Vorrat (oder auf "Halde").

 

Der Neumotorisierung in der Nachkriegszeit wird mit dem Grundig Autoradio AS 248 Rechnung getragen. Im ehemaligen Lumophon-Werk in Georgensgmünd läuft die Holzgehäuse-Fertigung an.

1952

Eine neue Werkhalle für den Bau der ersten Fernsehempfänger entsteht. Grundig ist jetzt der größte Rundfunkgeräte-Hersteller Europas. Eine Million Geräte sind verkauft. Auch Meßgeräte sind im Lieferprogramm enthalten. Mit dem "Boy-Junior" wird ein Klein-Reiseempfänger im "Taschenformat" vorgestellt. Der erste Tonbandkoffer unter 1000,— DM kommt auf den Markt. Max Grundig wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Werks- wohnungen entstehen, die Grundig Wohnungsbau GmbH wird gegründet.

1953

Der erste deutsche Fernsehempfänger unter der 1000.- Mark Grenze wird gebaut. Rekordauflagenhöhe bei einer Rundfunkgeräte Type: über 100.000 Stück. Ein Spulentonbandgerät mit 15cm-Spulen und Reverse-Betrieb, eine abgewandelte "Eigenentwicklung" des Reporter 500, das TK9, kommt auf den Markt. Auf dem Sektor professionelles Fernsehen ist als Neuentwicklung die erste deutsche Vidicon- Fernsehkamera für Überwachungsaufgaben zu verzeichnen.

 

Im 1953er Grundig Prospekt werden viele neue Rundfunk-Geräte beschrieben: 810, 1010, 2010/2010 GW, 2012/2012 GW, 3010, 3012, 4010/4010 GW und 5010

1954

Grundig macht den 3-D-Klang durch Einbau von dynamischen Seitenlautsprechern in die Tisch- und Schrankgehäuse populär. Zwei Millionen Grundig- Geräte spielen jetzt in aller Welt, und das "Heinzelmann"- Schaltuhren Radio, der Vorläufer der heutigen Sono-Clocks, kommt auf den Markt. 1954 begründet die Stenorette den heutigen Weltruf von Grundig Diktiergeräten.

Die Grundig Technischen Informationen werden verteilt.

1955 - ein Meilenstein bei den Tonbandgeräten

Auf dem Tonbandgerätesektor wird Grundig zum größten Hersteller der Welt und macht das Tonbandhobby durch den legendären Tonbandkoffer TK5 zum Preis von unter 500,— DM populär. Das TK5 ist die erste richtige Eigenentwicklung von Grundig. Die Tonbandgeräteproduktion erhält einen Neubau, um ihre Kapazität erweitern zu können. Die Gesamtbeschäftigtenzahl beträgt 9.000 Mitarbeiter, die Jahresproduktion über 700.000 Geräte. In diesem Jahr realisiert Grundig auch die erste Fernseh- Miniatur- Kamera der Welt für Rohrinnen- Untersuchungen und Bohrloch- Sonden.

1956

Zum Grundig-Verbund kommt ein weiteres Holzwerk in Augsburg sowie die Rundfunkgerätefertigung in Dachau. Ein eigener Versandbahnhof wird am Stadtrand von Fürth errichtet. Grundig ist nun auch der größte Musikschrank- Hersteller der Welt. Die Kapazität der Fernsehgeräte- Fertigung muß erhöht werden.

In den Fernsehgeräten sorgt die "Wunderröhre" E88C für Weitempfang. Der erste deutsche Reise-Empfänger mit Transistoren, der Grundig Transistor-Boy, kommt auf den Markt. Beschäftigtenzahl: 12.000 Mitarbeiter.

1957

Mit dem Erwerb der Aktienmehrheit der Triumph-Werke in Nürnberg und der Adler-Werke in Frankfurt nimmt Max Grundig maßgeblichen Einfluß auf die Büromaschinen Industrie. Die mechanische Familien- Schreibmaschine "Gabriele" mit dem (Max Grundig Spezial-) Sensationspreis von 298,- Mark tritt ihren Siegeszug an. Auch die elektrische Schreibmaschine "Matura-Electric" ist ein großer Erfolg. In Bayreuth entsteht das größte Tonbandgeräte-Werk der Welt. Gesamtproduktion: bisher 5 Millionen Geräte! In diesem Jahr bringt Grundig den ersten deutschen Fernseh-Portable auf den Markt.

1958

Ein weiteres Werk für die Fertigung von Holzgehäusen kommt hinzu. Der erste Stereo- Konzert- Schrank und das erste Vollstereo- Tonbandgerät gehen vom Fließband. Die Kunststoff- Fertigung bekommt in Nürnberg eine eigene Fabrik. Anläßlich seines 50. Geburtstages werden Max Grundig viele öffentliche Ehrungen zuteil: die goldene Bürgermedaille der Stadt Fürth und das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

1959

Neben dem Tonbandwerk in Bayreuth entsteht ein neues Musikschrank- Werk. Das erste Grundig Tonbandgerät für Batteriebetrieb, "Niki SK", sowie das erste Vierspurtonbandgerät für Mono- und Stereobetrieb kommen auf den Markt. Zur Funkausstellung zeigt Grundig die erste Fernsehkamera in Kompaktbauweise, das Fernauge FA40. Max Grundig wird zum Konsul der Vereinigten Staaten von Mexiko ernannt. 26.000 Beschäftigte, 7 Millionen Geräte!

1960

Fernsehgeräte werden mit drahtloser Ultraschall- Fernbedienung ausgestattet. Der kleinste deutsche Taschenempfänger (Miniboy, 250 g, Mittelwelle, 6 Transistoren, 104 x 65 x 27 mm) kommt auf den Markt.

 

Weitere Geräteneuheiten: Batterie- Tonbandgerät TK1 mit konstanter Bandgeschwindigkeit (9,5 cm pro Sekunde) sowie die Stereo- Steuergeräte 6098 und 6199 mit separaten Lautsprechern. Die Nachfrage nach Meßgeräten steigt ständig, so daß ein eigenes Elektronikwerk geplant wird. In Nordirland entsteht eine selbständige Tonbandgerätefabrik. Der Bau eines Verwaltungsgebäudes in Fürth wird in Angriff genommen. Die Grundig-Gruppe zählt jetzt 30.000 Mitarbeiter, von denen 8.000 im Fürther Stammwerk arbeiten.

1961

Am Stadtrand von Fürth wird das neue Elektronik-Werk errichtet und die Elektronik-Fertigung zieht nach dorthin um. Die Ausbildungsstätten für Facharbeiter werden vergrößert, um dem Facharbeitermangel zu begegnen. An Neuentwicklungen sind in diesem Jahr insbesondere die erste transistorisierte Fernsehkamera sowie der "Solo-Boy", ein superkleiner Taschenempfänger, für knapp 100,— DM und die Tonbandgeräte der 40er-Serie zu verzeichnen. Die Produktionsziffer ist inzwischen auf 10 Millionen Geräte geklettert. In diesem Jahr bringt Grundig den ersten deutschen Fernseh-Portable auf den Markt.

1962

Mit dem Bau des größten und modernsten Tonbandgerätewerkes am Dutzendteich in Nürnberg wird begonnen. Auf dem HiFi-Sektor wird die "Baustein-Serie" mit den Komponenten HFl und HF2 sowie NFl und NF2 gestartet. Mit diesen Komponenten für den Selbsteinbau ist die individuelle Zusammenstellung der HiFi-Anlage möglich. Das Batterie- /Netztonbandgerät TK6 für Senkrechtbetrieb kommt auf den Markt. Bei Fernsehgeräten wird im UHF-Kanalwähler eine rauscharme Transistorvorstufe eingeführt und auf dem professionellen Gebiet bringt Grundig die erste hochzeilige Fernsehanlage mit 875 Zeilen. Der Weltempfänger "Ocean-Boy" wird angeboten und das Tonbandgerät TK19 bietet erstmals automatische Aufnahme-Aussteuerung.

1963

Grundig RT50 - 1963
Grundig SV50 - 1963
Grundig Studio - 1963

In Würdigung seiner bedeutenden Verdienste wird Max Grundig das Ehrenbürgerrecht der Stadt Fürth verliehen. Nach dem Richtfest im neuen Tonbandgerätewerk Nürnberg ziehen bereits die ersten Abteilungen nach dort um.

Der HiFi-Tuner RT50, damals noch mit Röhren sowie der volltransistorisierte HiFi-Verstärker SV50 kommen auf den Markt und sorgen in der Fachwelt für Aufsehen. Die Elektronikentwicklung bringt u. a. zur Mailänder Maschinen-Messe eine numerische Werkzeugmaschinensteuerung mit ausgezeichnetem Preis/Leistungsverhältnis.

Erstmalig wird die breitbandige Fernsehübertragung auf Zweidraht-Telefonleitung vorgeführt. Ein Reiseempfänger mit 20-fach gespreiztem 49 m-Kurzwellen-Band, der Elite-Boy 203L, kommt auf den Markt.

1964

Ein neues Werk zur Fertigung von Musikschränken und Tonmöbel wird für Landau/Isar geplant. Bei Fernsehgeräten werden im Bild-ZF-Verstärker gedruckte Spulen eingesetzt. Der Diktiergerätebereich wird durch Stenoretten mit Einlochbandmagazin bzw. Folien-Tonträger erweitert. Das "Elektronische Notizbuch" EN3 mit 2 x 22 Minuten Aufnahmekapazität wird produziert.

1965

Das Tonfunkwerk in Karlsruhe erweitert die Fernsehgeräteproduktion. In Braga/Portugal wird das zweite Auslandswerk errichtet. Das Tonmöbelwerk in Landau/Isar geht in Betrieb und ein neuer Versandbahnhof am Dutzendteich in Nürnberg wird eröffnet. Geräteneuheiten: die HiFi-Bausteine der Weltspitzenklasse RT40 (Tuner) sowie SV40/SV80 (Vollverstärker) in Transistortechnik, der Weltempfänger "Satellit 205" mit umfassender Kurzwellenausstattung sowie das volltransistorisierte Autoradio AS40 und das Autocassettengerät AC50 ebenso der Cassettenrecorder C100 mit DC-Cassette. Im Bereich professionelle Elektronik entwickelt Grundig die ersten volltransistorisierten Fernsehmonitore in Europa sowie einen Einzoll-Videorecorder für Schwarzweiß-Aufzeichnung

Anmerkung der Redaktion:

Bei den Grundig Geräten dieser Jahrgänge das Wort "Weltspitzenklasse" in den Mund zu nehmen, ist schon hammerhart. Die Geräte waren insgesamt im Vergleich zu dem damaligen Gesamtangebot zwar gar nicht schlecht, der Tuner sogar noch besser als die beiden Verstärker, doch es reichte wirklich nur zur Hifi Mittelklasse. Einen Einblick in den SV40M finden Sie auf der Hifi Museumsseite. Einblicke in die Bandgeräte erhalten Sie hier.

1966

16,5 Millionen Grundig-Geräte in aller Welt sind verkauft. Für die aufkommenden HiFi-Individualisten gibt es das Einbauchassis HF500, eine Kombination aus Empfangsteil und Verstärker zum Selbsteinbau.

 

Mit dem TK245 geht eine neue Tonbandgeräteserie an den Start.

1967

Max Grundig erhält die Ehrendoktorwürde der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Erlangen-Nürnberg verliehen. Im neu erbauten Fernsehgerätewerk Karlsruhe wird die Produktion aufgenommen, ebenso im Grundig-Werk Miesau in der Pfalz. Markante Geräteneuheiten sind der erste Grundig HiFi-Receiver RTV600, der Cassettenrecorder C200 mit Compact- Cassette sowie das Elektronische Notizbuch EN7 im Zigarettenetui- Format. Der erste farbtüchtige Einzoll-Videorecorder für professionelle Anwendungen wird vorgestellt.

1968

Dr. Max Grundig feiert seinen 60. Geburtstag, zu dem er das "Große Bundesverdienstkreuz mit Stern" verliehen bekommt. Die Büromaschinen- Töchter Triumph und Adler werden an den US-Konzern Litton verkauft. Mit dem Erlös baut Grundig seine Aktivitäten in der Unterhaltungselektronik weiter aus. Als Geräteneuheiten sind der erste HiFi-Verstärker in Europa mit eingebautem Equalizer (SV140), der erste Radiorecorder, C201 FM, mit Compactcassettenteil und UKW-Empfang sowie der Vollstereo-Reiseempfänger "Stereo-Concert-Boy" und der "Satellit" mit Kurzwellenbandspreizung zu verzeichnen. Neu bei der professionellen Elektronik: ein Schmalband- Bildübertragungs- Verfahreren, bei dem ein Fernsehbild per Telefonleitung abrufbar ist und innerhalb einer Minute als fotografische Aufzeichnung zur Verfügung steht.

1969

In Rovereto/Italien wird ein neues Fernsehgerätewerk in Betrieb genommen und in der HiFi-Boxen- Fertigung läuft die 250.000. HiFi-Box vom Band. Der HiFi-Tuner RT100, zusammen mit dem Verstärker SV140, ein heute noch anerkanntes "HiFi-Gespann", wird gebaut. Neu auf dem Markt sind auch der 4-Bereich-Radiorecorder C340 sowie das Batterie-Netz-Tonbandgerät TK2400 FM mit Bandspulen und eingebautem UKW-Teil. Die professionelle Elektronik-Entwicklung meldet ein Verfahren zur drahtlosen Bildübertragung zwischen beweglichen und ortsfesten Teilen von professionellen Fernseh-Bildern an. (? zum Patent an ? der Rest vom Satz fehlt)

1970

Konsul Dr. Max Grundig gründet die Max-Grundig- Familien-Stiftung. In Nürnberg- Langwasser werden ein Farbfernsehgerätewerk und eine Kunst- stoffproduktionsanlage eingeweiht. Im Werk Dunmurry / Nordirland läuft das 1.000.000ste Tonbandgerät vom Band. Das erste Cassettendeck für HiFi-Anlagen (CN222) sowie der Kugel-Lautsprecher Audiorama 7000 runden die HiFi-Palette ab.

1971

Ein Werk in Frankreich, Creutzwald, ist fertiggestellt und beginnt mit der Produktion. Der Fertigungs- anlauf des Zweiweg-HiFi- Studios 2000 stellt den Start eines Bestsellers dar. Das Uhrenradio Sono-Clock gibt es erstmals mit Digital-Uhr.

Auf der Funkausstellung zeigt Grundig seinen ersten Video-Cassettenrecorder nach dem (Philips-Grundig) VCR-Standard für Heimanwendungen. Die Grundig Abteilung für professionelle Elektronik entwickelt kontaktfrei arbeitende elektronische Videokreuzschienen- Schaltfelder anstelle der herkömmlichen Relaistechnik.

1972 - Die Olympiade in München

Die "Grundig-Werke GmbH" wird am 1.4.1972 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Ein Meilenstein in der Fernsehgeschichte: Die Super-Color-Geräte erhalten jetzt ein volltransistorisiertes Chassis in servicefreundlicher Modulbauweise.

Grundig ist offizieller Ausstatter der Olympischen Spiele in München, wobei ca. 9000 Grundig Schwarzweiß- und Farbfernsehgeräte zum Einsatz kamen. Alleine das Organisations- Komitee orderte 8.639 (oder waren es doch nur 7.200) Grundig Farbfernseher, damals alles noch Röhrengeräte

(Anmerkung: mit riesigen temperaturabhängigen Konvergenz- und damit Service- Problemen, wie sich später dann herausstellte. Und es gab danach großen Ärger.)

Grundig sprang mit der Kompaktanlage "Studio 2000 Hi-Fi 4D-Stereo" auch auf den Zug der Quadrophonie auf, (der aber nie richtig ans Rollen kam).

1973

Das erste deutsche Farbfernseh-Portable bringt Grundig auf den Markt. Der Quadrophonie-Welle trägt Grundig mit den Geräten RTV1040 und Studio2040 Rechnung. Mit der Steno-cassette-30, der ersten Diktiercassette auf dem Weltmarkt mit eingebauter Minutenbandanzeige, stellt Grundig das Stenorette-System 2000 vor.- Erstmals gelingt eine Fernseh- Versuchsübertragung auf 46,2 km langer symmetrischer Zweidrahtleitung. Ein Videorecorder mit Einzelbild- Speicherung auf 1" Basis wird gebaut.

Fast auf dem Höhepunkt angekommen . . .

Dr. h.c. Max Grundig feiert seinen 65. Geburtstag, sein Unternehmen kann das 25-jährige Jubliäum begehen. 27.000 Mitarbeiter in Europa und Übersee beschäftigt die Grundig-Gruppe, 40 Millionen Geräte haben seit der Firmengründung in aller Welt Abnehmer gefunden. Die Grundig-Stadt in Nürnberg-Langwasser wächst weiter, der Zentralkundendienst und die Verkaufsniederlassung Nürnberg werden dort angesiedelt. Die Grundig Bank eröffnet eine Zweigstelle.

1974

Weltweit steigt der Jahresumsatz der Grundig-Gruppe auf 1,75 Mrd. DM. Die Zahl der Mitarbeiter im In-und Ausland erhöht sich auf über 31.000. In Fleurance (Frankreich) entsteht ein weiteres Auslandswerk. Der Radiorecorder C6000, ein Spitzengerät mit Spitzen-Verkaufsziffern. (insgesamt 713.000 Stück!), wird produziert, ebenso eine neue Spulentonbandgeräte- Generation,TK545/745/845. Für die deutsche Lufthansa erstellt Grundig ein modernes Fernseh- Informationssystem zur Übermittlung von 40 Bildsignalen an 140 Funktionsstellen.

1976

Endlich hat auch Grundig den Rolls Royce unter seinen großen Spulen- Bandgeräten, das Grundig TS 1000, nur kam es leider viel zu spät. Und es hatte Macken über Macken und wurde mehrfach geändert. Am Anfang kamen die TS1000 LKW weise wieder zurück. Dann wurden die sensiblen Sensortasten gegen weniger anfällige Tipptasten ausgetauscht und dann ging es etwas besser. Später brachen die Tasten und Regler ab. Nur, ein Erfolg wurde das TS 1000 nie mehr, eher ein Grabnagel für den Anfang vom Ende.

 

Das Ganze ähnelte frappierend dem SG630/631 von Uher, das auch mit Macht unausgereift auf den Markt geworfen wurde und von Anfang an ein Flop war.

1977

Grundig steigt mit dem Erwerb des Schloßhotels Fuschl in Österreich in das internationale Hotelgeschäft ein. Der Gesamtumsatz der Grundig Gruppe steigt um 6 % auf 2,514 Mrd. DM. Die Belegschaft wächst auf 34.570 Mitarbeiter an. Neu in der Produktpalette sind das Stereo-Cassetten- Autoradio WKC2835 VD mit elektronischem Sendersuchlauf, eine Gerätepalette für den CB-Funk sowie noch ein weiterer Anlauf mit dem HiFi-Spulentonbandgerät TS945. (Anmerkung: Das war übrigens das letzte Spulentonbandgerät (also das 925), das Grundig auf den Markt brachte.)

1978

Das Videorecorder-Werk in Nürnberg-Langwasser nimmt die Produktion auf. Bei Fernsehgeräten wird das Quasi-Parallelton-Verfahren zur Verbesserung der Tonwiedergabe eingeführt. Neu im HiFi-Programm: Aktiv-Lautsprecherboxen mit eingebauten Verstärkern. Der Gesamtumsatz 77/78 beträgt 2,763 Mrd. DM, die Beschäftigtenzahl weltweit 37.500.

1979

Auch in diesem Jahr ist von einer ganzen Reihe von Neuentwicklungen zu berichten. Grundig stellt den neuen Euro-Standard "Video 2000" mit Wendekassette und automatischem Spurnachführungssystem für Heimvideorecorder vor und bringt das erste deutsche Farbfernseh- Projektionsgerät Cinema 9000 auf den Markt. Auf dem HiFi-Sektor wartet Grundig mit völlig neu konzipierten Geräten in der 100-mm-Serie und in der Mini-Serie auf. Hinzu kommen die drahtlos fernsteuerbaren Dreiweg-Kompaktanlagen XPC6500 und RPC650. Eine neue erfolgreiche Reiseempfänger-Serie wird mit den "Yacht-Boys" vorgestellt.

1980

Das neue Grundig HiFi-Programm wird weiter ausgebaut: Viel Beachtung findet der HiFi-Tuner ST6000 mit alphanumerischer Sendernamenanzeige im Slim-Line-Format. Dazu gehört der Vorverstärker SXV6000. Ebenfalls Aufsehen erregt der HiFi-Aktiv- Flächenstrahler "Monolith" mit 22 Lautsprechersystemen. HiFi auch im Auto: Stereo-Cassetten-Autoradio WKC2840 HiFi nach DIN 45500. Der Geschäftsbereich Bürogeräte rundet sein Angebot durch den Telefonwählautomaten G.A.T. 48 ab.

1981

Die Grundig Akademie in Nürnberg-Langwasser wird eingeweiht. Dr. Max Grundig hat sie anläßlich seines 70. Geburtstages zur Förderung des Nachwuchses in Technik und Wirtschaft ins Leben gerufen. Der Videorecorder Video 2x4 super mit Echtzeitanzeige für Bandposition und Bandreserve sowie der erste stereotontüchtige Videorecorder kommen auf den Markt. Das HiFi-Programm wird durch die "Compact-Serie" sowie Cassettendecks mit Schubladenlaufwerk erweitert. Auch das sprechende Uhrenradio "sono-clock 810" wird vorgestellt. Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 1980/81 beläuft sich auf 2,768 Mrd. DM, die Beschäftigtenzahl beträgt nur noch 30.800 Mitarbeiter. Die Grundig AG schreibt erstmalig Verluste.

1982

Anläßlich der "hifivideo '82" wird Dr. Max Grundig mit dem Eduard-Rhein-Ring für besondere Verdienste bei der Entwicklung von Fernsehgeräten ausgezeichnet. Auf dieser Ausstellung zeigt Grundig eine Reihe interessanter Neuheiten: ein neues HiFi-Empfangsteil der Spitzenklasse wird mit dem Tuner ST6500 angeboten. Die Mini-Serie wird durch die Midi-Serie abgelöst, Tangential- Plattenspieler werden vorgestellt.

Die Autoradio-Palette erhält ein neues Spitzenmodell mit dem WKC3867 VD, zu dem ein 4 x 20 Watt-Booster gehört. Als praktischer Ideenspeicher präsentiert sich das Elektronische Notizbuch EN2. Der Geschäftsbereich professionelle Electronic stellt eine Stereo-Farbfernsehanlage nach dem Polarisations-Verfahren vor. Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 1981/82 lauten: Umsatz gesamt 2,863 Mrd. DM, 31.500 Beschäftigte.

1983

Dr. Max Grundig feiert am 7. Mai seinen 75. Geburtstag. Interessante Neuheiten, die im ersten Halbjahr auf den Markt kommen, sind die Weltempfänger Satellit300 und Satellit600 mit direkter Frequenzeingabe und Synthesizer-Abstimmkonzept. Auf der Hannover Messe werden im Bereich professionelle Electronic und Bürogeräte eine Reihe von Neuheiten vorgestellt. Dazu gehören u. a. das Bildschirmtext-Editiersystem BT2000, der Farbfernseh-Großbildprojektor Cinema 9080 mit 1,28 Quadratmeter Bildfläche, neue Fernsehkameras für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche sowie interessante Meßanlagen und -Geräte. Der Geschäftsbereich Bürotechnik stellt den Telefonanrufbeantworter Teleboy 3000 mit Sprachaufzeichnung und telefonischer Fernabfrage sowie den Teleboy 1000 für private Anwendungen vor. Max Grundig bekommt seine Biographie (Bild rechts).

Ende der Texte des unbekannten Chronisten

Der Autor kommentiert zu dieser Chronik:

Einiges habe ich schon ergänzt. Sie erkennen hier dennoch ganz deutlich die Handschrift eines (unbekannten) Grundig Fans, der vielleicht sogar dort mal gearbeitet hatte.

 

Zu seinem 75. Geburtstag hatte sich Max Grundig ein Buch über sein Leben erstellen lassen, eine sehr schöne Auftragbiographie in feinem blauen Leinen. Dieses Werk von Egon Fein wurde während seiner Geburtstagsfeier persönlich an die 200 (oder bis zu 250) Ehrengäste verteilt und war nie käuflich zu erwerben. Mehr über dieses Buch, den Inhalt und über andere Bücher steht hier.

Die nächsten Events und Informationen

stammen zum Teil aus Presseberichten der Wirtschaftsnachrichen wie auch aus der offiziellen Grundig Historie, als sie noch öffentlich war.

 

Weitere Details aber in ungeordneter Reihenfolge finden Sie in der Max Grundig Story.

1983 - Herbst

Der mit 9 Monaten arg verspätete Geschäftsbericht 82/83 der Grundig AG weist einen Konzernumsatz von über 3 Milliarden Mark aus. Vermutlich waren diese Zahlen schon leicht geschönt. Es fiel aber der Presse auf, daß der holländische Philips Chef Cor van der Klugt bereits seine Bereitschaft erklärte, die Führung bei Grundig übernehmen zu wollen.

1983 - Dezember - Max Grundig (75) gibt bekannt:

Er wolle sich aus seinem Unternehmen zurückziehen und der holländischen Philips die Geschäftsleitung übergeben. Philips würde seine Beteiligung von 7,1% auf 31,6% aufstocken. Vorstandsvorsitzender würde damit Hermanus Koning, der Chef der Deutschen Philips. Am Ende würden Philips 22,9% und ein Bankenkonsortium 27,5 des Kapitals der Grundig AG halten.

1984 - 1.April

Auch wenn er lächelt, glücklich war er nicht.

Der Patriarch und Firmenchef Max Grundig verläßt im Alter von 76 Jahren sein Unternehmen, welches er damit an den Kooperationspartner Philips (im Prinzip) verkauft hatte. Vereinbart wurde offensichtlich, daß Philips an die Grundig Stiftung für deren restliches Aktienpaket 20 Jahre lang eine garantierte Dividende zahlen werde und danach dieses Aktienpaket von der Grundig Stiftung für einen bereits jetzt festgelegten Preis abkaufen müsse. (Im Prinzip wurde ein trickreicher Ratenkauf aus steuerlichen Gesichtspunkten vereinbart.)

 

Der Philips Mann Hermanus Koning (als kompetenter Sanierer bekannt) ist jetzt neuer Chef von Grundig und soll das schlingernde Schiff auf Kurs bringen.

1984 /2

Die Grundig AG wird im Video-Bereich vom Markt gedrängt und von der japanischen Übermacht (Anmerkung: eigentlich von der puren Not gedrungen) zum Mehrsystem- Anbieter gezwungen: Neben Video 2000-Recordern werden nun auch Geräte nach dem VHS-System mit richtungsweisendem Bedienungskomfort produziert. Grenzenloses Fernsehvergnügen bieten die neuen Multi-System- Fernsehempfänger für verschiedene TV-Normen.

Zur "hifivideo" 84 wird u.a. ein Autoradio mit zwei Empfangsteilen vorgestellt, das Verkehrsfunk- Durchsagen jederzeit Vorrang verschafft. Für programmsynchrone Videoaufzeichnungen bringt Grundig einen Adapter, der die Kennsignale des geplanten Video-Programm-Systems (VPS) nutzbar macht. Dem neuen Kommunikationsmittel Bildschirmtext (Btx) trägt Grundig mit einer umfangreichen Geräte- und Zubehör-Palette für private und kommerzielle Anwender Rechnung.

1984 /3

Max Grundig überträgt auch die Dr. Max Grundig Akademie mit jährlichen Kosten von ca. 2 Millionen Mark von der Grundig Stiftung auf den Grundig Konzern und damit auf Philips. Von nun an muß Philips die Kosten tragen.

1985

Ein Videorecorder in (PAL, Secam und NTSC) Multi-System-Ausstattung ergänzt das Programm. Die Grundig AG führt die CTI-Schaltung für optimale Farbcontourschärfe in Fernsehgeräten ein. Eine neue Videorecorder-Generation (darunter der erste VHS-HiFi-Recorder aus deutscher Produktion) mit dem ATTS-System (Auto-Tape-Time-Select) zur automatischen Cassetten- und Spielzeiterkennung wird vorgestellt. Zur Funkausstellung zeigt Grundig erstmals einen Satellite-TV-Receiver zum Direktempfang der Fernmeldesatelliten. Eine Kooperation zur Produktion von TV-Geräten wird mit Blaupunkt vereinbart.

1986

Neu bei der Grundig AG sind die TV-Recorder, eine Kombination ohne Kabelgewirr und doch getrennt verwendbar. Mit dem VS 400 VPS kommt der erste Videorecorder aus der "Tommy-Linie", einer neuen Fließfertigung im Grundig Werk 21, auf den Markt. Investitionen von insgesamt 80 Mio. DM erfordert dieser Umbau der Videorecorder-Fertigung. Neu bei Weltempfängern: die Modelle Satellit 400 und Satellit 650 mit microprozessorgesteuertem Bedienkomfort. Das sprechende Uhrenradio Sonoclock 710 SP sagt seinem Benutzer wieviel die Stunde geschlagen hat.

 

Kurz vor Weihnachten stellt die Grundig AG drei Weltneuheiten aus dem Fernsehbereich vor: Zwei "Jumbo"-Großbildgeräte mit 95 und 82 cm Bilddiagonale sowie das weltweit erste Farbfernsehgerät mit 100 Hz-Technik ohne Großflächenflimmern aus Serienproduktion. Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 1985/86 lauten: 2,925 Mrd. DM Umsatz, 19.213 Beschäftigte.

1986/87

Unter der harten Knute des (Philips-) Sanierers Konings wird jetzt dramatisch alles gekappt, das Verluste bescherte und die Grundig AG weist erstmals seit Jahren wieder einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag als Gewinn aus. (Anmerkung: Sicherlich war das immer noch kein operativer Gewinn, sondern er war durch Firmenverkäufe buchmäßig erwirtschaftet.)

1987

Der Chef der Grundig AG Koning hatte ein Wunder geschafft und den schlingernden Konzern einigermaßen saniert. Doch Koning geht jetzt in den Ruhestand. Die neue exklusive Edel-Hifi Palette "Fine Arts by Grundig" wird zum absoluten Verkaufsschlager. Die Beschäftigtenzahl liegt bei über 19.000 und der Umsatz bei 3,4 Millarden Mark. Es geht wieder aufwärts.

1987

Mit dem neuen, extravaganten HiFi-Programm setzt die Grundig AG Maßstäbe für exklusive HiFi-Geräte. Von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 1986/87 kann zum Bilanzstichtag (31.3.) berichtet werden: Der Jahresüberschuß beträgt - nach verlustreichen Jahren - 110 Mio DM. Der Gruppenumsatz erhöht sich im Berichtsjahr um 6,5 % auf 3,114 Mrd. DM und überschreitet erstmals seit 1982/83 wieder die 3 Mrd.- DM-Umsatzgrenze. Die Grundig AG präsentiert einen Videorecorder mit einfachster Bedienung, den VS 540 mit Textprogramming und Benutzerführung.

 

Das Werk in Bayreuth besteht seit nunmehr 30 Jahren. Als Tonbandgeräte-Werk wurde es im Jahr 1957 gegründet, bald danach lief parallel hierzu auch die Musikschrank-Fertigung bis 1965. Die Produktion von Reise-Diktiergeräten begann 1962. 1978/79 erfolgte die Überleitung von der Tonband- und Cassettengeräte-Fertigung in ein Spezialwerk für Bürogeräte. Insgesamt wurden in Bayreuth seit der Gründung 15 Millionen Geräteeinheiten hergestellt.

 

Der Vorstandsvorsitzende Hermanus Koning geht in den Ruhestand und übergibt das Ruder an Johan van Tilburg.

1987 - Japans "schwarzer Montag"

Die Börse in Tokio erlebt ihren schlimmsten Tag am "Schwarzen Montag". Der Nikkei-Index war bis zum Handelsschluss um 14,9 Prozent gefallen. Das japanische Bankensystem scheint zusammenzubrechen. Es ist ein Tag, den die 30 bis 60jährigen Japaner nie mehr vergessen werden, so sie heute noch leben. Der japanische Höhenflug taumelte führerlos in einen gigantischenZusammenbruch, fast wie des japanische Kriegsende.

"Getoppt" wurde dieses Ereignis nur im März 2011 durch die erste japanische Atomkatastrophe von Fukushima, die so auch niemand jemals geglaubt hätte.

1988

Der Markt bricht ein. Die Grundig AG übernimmt dennoch ein Werk der Firma Ruf in Malaysia. Hier werden mit ca. 700 Mitarbeitern vor allem Audio-Geräte produziert. Anmerkung aus heutiger Perspektive: Es wurde überwiegend Schrott produziert. Die Marke Grundig verliert weiter an Zugkraft durch billige Produkte.

 

Auf der CeBIT präsentiert der Geschäftsbereich Bürotechnik das PC-Diktat 2000. Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 1987/88 äußert sich Vorstands- vorsitzender Johan van Tilburg: Umsatzsteigerung um 3,4 % auf 3,219 Mrd. DM, Jahresüberschuß plus 5,4 % auf 115,4 Mio DM, 18.171 Beschäftigte.

 

Eine Neuheit im TV-Angebot: der Edel- Farbfernseher Monolith 70-100 HDQ, ein 100 Hz-Fernsehgerät der zweiten Generation. Auf der High End '88 erregt der Röhren-Vorverstärker der Fine Arts-Serie Aufsehen. Am europäischen Forschungsprojekt "Eureka 95" zur Entwicklung eines kompatiblen HDTV-Standards ist die Grundig AG mit einem 12 MHz-Videorecorder auf VHS-Basis sowie einem 100 Hz-HDTV-Konverter beteiligt. Neben Matsushita bezieht ab Oktober 1988 auch Hitachi Videoköpfe von Grundig. Die Tochterfirma "Grundig Electronic" bringt die erste hochauflösende CCD-Kamera mit 440.000 Pixel und den ersten Farbgenerator mit S-VHS-Ausgang auf den Markt. Der Geschäftsbereich Bürotechnik wartet zur "Orgatechnik" mit einem elektronischen Ablagesystem, dem GBA 2000, auf. Die Grundig Akademie, von Max Grundig am 2. Mai 1978 als gemeinnützige Stiftung gegründet, wird 10 Jahre alt.

1988 25.Juni - ein Höhepunkt

Max Grundig´s letzter Höhepunkt in seinem Leben nach dem Ausscheiden aus "seiner" Firma. Er eröffnet in einer glanzvollen Feier das von ihm mit enormen 150 Millionen Mark restaurierte Luxushotel "Bühler Höhe" in Baden Baden.

1989

Der neue Gundig "Satellit 500" bekommt eine besondere Spezialität, eine ab Werk programmierte Speichertabelle für 40 Stationen mit 156 Alternativ-Frequenzen. Mit dem VS 680 VPT stellt Grundig den ersten VHS-Recorder "Made in Germany" vor. An die "Aktiv-Zeit" bei HiFi-Lautsprechern knüpft Grundig mit der "Fine Arts Five" an. Diese Box liefert mit vier eingebauten Verstärkern 120 Watt Nennleistung. Grundig electronic zeigt auf der Hannover Messe das digitale Speicheroszilloskop SO 40. Außerdem wird ein neues Geschäftsfeld vorgestellt: die Umweltschutz-Meßtechnik. Die Barthelmeß GmbH & Co erwirbt von Grundig Teile des Gehäusewerkes in Georgensgmünd/Mfr. Neben der U-Bahn Wien, bei der erstmals auch Farbfernsehtechnik zum Einsatz kommt, wird auch die Magnetschwebebahn Transrapid mit Betriebsfernsehanlagen von Grundig electronic ausgestattet.

 

Für das Geschäftsjahr 1988/89 kann Grundig AG Vorstandsvorsitzender Johan van Tilburg erfreuliche Zahlen nennen: Umsatzanstieg um 6,5 % auf 3,43 Mrd. DM, Umsatzrendite erstmals über 4 %, 140 Mio DM Jahresüberschuß und 18.816 Beschäftigte.

 

Produkt-Highlights zur Internationalen Funkausstellung: Mittlerweile fünf IDTV-Farbfernsehgeräte in 100 Hz-Technik, darunter auch das erste Projektionsgerät mit 117 cm Bildschirmdiagonale. Mit einem exklusiven Farb-TV-Gerät, Design by F.A. Porsche, setzt die Grundig AG neue Akzente. Weiterhin gibt es jetzt neben VHS und S-VHS-Camera-Recordern auch Modelle im 8 mm- und Hi 8-System an. Für die digitale Hörfunk-Zukunft ist der Satellite-Tuner ST-9000 der Fine Arts-Baureihe. Ganz im Zeichen des 60jährigen Kurzwellen-Jubiläums steht ein zweites Jubiläum: 25 Jahre Grundig "Satellit". Der Grundig Technologie-Bereich, der für die Grundig-Gruppe Produktionseinrichtungen projektiert, plant und baut, bietet seine Leistungen jetzt auch auf dem freien Markt an. Mit Empfangsgeräten für den neuen Funkrufdienst "Cityruf" der Deutschen Bundespost ist Grundig electronic von Anfang an dabei.

1989 - 8.Dez - Die Legende Max Grundig ist tot.

Die Legende Max Grundig hat mit 81 Jahren den Kampf gegen das Alter und gegen seine schwere Krankheit verloren. Er stirbt in der Nacht zum 8. Dezember 1989 in einem Baden Badener Krankenhaus offiziell an diversen Embolien. Nach Aussagen mehrerer Ärzte im Umfeld des Autors deuten die spärlichen Informationen über Max Grundig´s Krankheit auf andere Ursachen hin und so wollte man vermutlich das Wort Krebs oder Knochenkrebs um jeden Preis vermeiden.

1990

Ein neuer Stereo-TV hat einen eingebauten Satellite-TV-Receiver. Im April beginnt die Kooperation zwischen Grundig und Blaupunkt im Bereich Autoradio. Beide Unternehmen produzieren am Standort Braga/Portugal Komponenten sowie Autoradios.

 

Für den High-Tech-Bereich stellt "Grundig electronic" den neuentwickelten professionellen Videogenerator VG 1100 vor. In Nürnberg-Langwasser, dem größten Fertigungszentrum der Grundig- Gruppe, werden die Werke für die Produktion von Farbfernsehgeräten und Kunststoffgehäusen nach modernsten Gesichtspunkten neu gestaltet. Neben mechanisierten, rationellen Fertigungsabläufen ist ein integrierter Logistik-Verbund zwischen der Farbfernsehgerätefabrik und dem Kunststoffwerk durch Prozeßverkettung entstanden. Der Verbund ist in seiner Konzeption und Arbeitsweise einmalig, jedenfalls damals.

 

Die Grundig Vertriebs-GmbH startet den Vertrieb in den neuen Bundesländern. Das Geschäftsjahr 1989/90 verläuft für die Grundig AG erfreulich und zufriedenstellend. Der Umsatz erhöht sich deutlich um 10,7 % auf rund 3,8 Mrd. DM; der Zuwachs liegt erheblich über dem der Branche. Beschäftigte im Unternehmen 1989/90: 20.715.

 

Die Grundig produziert seit 25 Jahren in Miesau/Pfalz (am 4. Oktober 1965 begann Grundig die Produktion von Rundfunkgeräten und Bausteinen). Ein neuartiges terrestrisches Digital-Hörfunksystem hat "kleine" Premiere: Digital Audio Broadcasting (DAB). Grundig leistet dazu innerhalb eines EUREKA-Projekts seinen Beitrag mit der Entwicklung eines Fadingkanalsimulators. Vom Nürnberger Fernmeldeturm aus finden Versuchssendungen statt; für Erfahrungen im Mobilbetrieb steht ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug zur Verfügung. Der erste Videorecorder mit integriertem Satellitenempfänger kommt auf den Markt.

 

1991

Die Grundig AG stellt eine Weltneuheit im Video-Cassetten-Bestand vor: Das Grundig Archivsystem legt für jede numerierte Videocassette ein "Karteiblatt" an. Zur CeBIT geht der neue Unternehmensbereich "Systemtechnik" an den Start. Er faßt die Industrie- und Büroelektronik sowie die PC-Datentechnik (HOC = House of Computers) zusammen. HOC wir ein Flop. Minerva ist eine neu gestartete Produktlinie der Video- Sicherheitstechnik von Grundig electronic. Exzellenten Hörfunk-Empfang via Satellit gewährleistet der DSR 100. Hinzu kommen im Verlauf des Jahres die Satelliten-Tuner ST 9000 und ST 300 für DSR.

 

Vorstandsvorsitzender Johan van Tilburg meldet Erfolge: Umsatzsteigerung gegenüber Vorjahr um 20 Prozent auf 4,55 Mrd. DM, Jahresüberschuß 190 Mio DM, 21.170 Beschäftigte. Zur IFA '91 wird ein neues Kapitel in der Entwicklung der Farbfernsehtechnik aufgeschlagen: Die Übertragung von Fernsehsignalen Die Grundig AB zeigt ein Fernsehgerät und ein Projektionsgerät im neuen Bildseitenformat 16:9 (bisher 4:3). Grundig electronic hat den professionellen Videogenerator VG 1100 auch für das neue Bildformat 16:9.

 

Der Weltempfänger Satellit 700 hat eine Speicherkapazität für bis zu 2048 Frequenzen. Vom "großen" Satellit 650 wird eine limitierte Restauflage von 1.000 Stück produziert, dazu einen CD-Wechsler. Grundig Electronique Creutzwald/Frankreich verzeichnet ein Umsatzplus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,24 Mrd FF. Mit einem Investitionsaufwand von 250 Mio FF entstehen neue Fertigungsanlagen.

 

Zum Jahresende verläßt der Vorstandsvorsitzende Johan van Tilburg das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wirtschaftzeitungen munkeln, er hätte die düsteren Wolken in der Ferne nur zu genau erkannt.

1991 (ab 1990) in Japan kolabiert das Wirtschaftssystem

Japan als der Highflyer in Fernost hat ausgeträumt. Es knallt an allen Ecken und Kanten und Japan wird vom Bumerang seines grandiosen Wirtschaftswachstums eingeholt. Was China mit brutaler Gewalt zu vermeiden sucht (Stand 2006), hat in Japan gnadenlos zugeschlagen.

Die Börse in Tokio hatte ihren schlimmsten Tag am "Schwarzen Montag" im Jahr 1987. Damals war der Nikkei-Index bis zum Handelsschluss um 14,9 Prozent gefallen. Die hemmungslosen Spekulanten ruinieren einen (ihren) Staat bis an die Grundfesten. Die parlamentarische Demokratie tut ein Übriges, sie zaudert. Nach Presseberichten begehen über 6000 japanische Firmenchefs Selbstmord, weil sie sich das Scheitern ihrer Firma als eigenes Versagen zurechnen.

Originaltext aus der Presse: "Die Grundstückswerte des Kaiserpalastes in Tokio waren inwischen mehr wert als der gesamte Grund und Boden des US-Staates Kalifornien. Alle japanischen Grundstückswerte zusammen waren sogar viermal so hoch bewertet wie die Grundstückswerte der gesamten Vereinigten Staaten."

Und wir Europäer sahen staunend zu . . . . .

1992 - es scheint gut zu gehen bei Philips/Grundig

Pieter D. Harmsen wird zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Die Fabricantes Europeos de Televisores, S.A., (F.E.T.E.S.A.), Barcelona, die zur Grundig-Gruppe gehört, stellt Mitte 1992 die Produktion von Farbfernseh- geräten ein. Gründe für die Betriebsstillegung sind weltweite Überkapazitäten bei Farbfernsehgeräten sowie anhaltender Wettbewerbsdruck.

 

Die Grundig AG stellt einen "elektronischen Wetterfrosch" vor. Zur Bildwiedergabe der Empfangsanlage für den Wettersatelliten Meteosat kann jedes Fernsehgerät dienen. In der Büroelektronik wird Anfang März die 100 Mio DM-Umsatzmarke überschritten und das erfolgreichste Ergebnis seit Bestehen des Bereiches (110 Mio DM) erzielt. Das Radio Data System (RDS) ist auf dem Weg zum breitem Durchbruch. Grundig, mit derzeit über 20 % Anteil Marktführer im RDS-Autoradiobereich, hat erstmals mit dem 1903 RDS ein Gerät für rund 400,- DM im Angebot.

 

Im Geschäftsjahr 1991/92 weist die Grundig AG einen Umsatz von 4,24 Mrd. DM aus, das zweitbeste Umsatzergebnis in der Geschichte der Firma, in dem sich u.a. die erste stürmische Nachfrage aus den neuen Bundesländern niedergeschlagen hatte. Es bedeutet aber zugleich ein Umsatz-Minus von 7 Prozent gegenüber dem letzten Geschäftsjahr, und an die Stelle eines Jahresüberschusses ist 1991/92 ein Jahresfehlbetrag von 19 Mio DM getreten. Die Beschäftigungszahl betrug 19.879.

 

Philips und Grundig rufen am 1. September '92 eine gemeinsame Gesellschaft zur Verbesserung der internationalen Marktposition im Videobereich - einschließlich Schlüsselkomponenten wie Laufwerke, Scanner, Köpfe - ins Leben, die iR3 Video International Beteiligungs GesmbH, Wien. In Deutschland wird für diese Gesellschaft die iR3 Video International GmbH & Co. KG, tätig, in die Grundig die Werke 11 und 21, Pommersfelden sowie die Videoentwicklung und das Produkt-Management einbringt. iR3 steht für "image reception, recording, replay". Grundig übernimmt von der in Auflösung befindlichen Hörmann Sicherheitstechnik GmbH, Kirchseeon, Anlagen und Rechte, die in den Geschäftsbereich Industrieelektronik eingegliedert werden.

1993 - Sturm kommt auf, mehr ein Orkan

Die "Business Unit Numeric" des Geschäftsbereichs Industrie- Elektronik übernimmt am 1.Januar die Numeric- Aktivitäten von Philips. Ebenfalls zum 1.Januar erwirbt die Grundig AG von der Gildemeister AG ca. 51% des Stammkapitals der Gildemeister Automation GmbH, Hannover. Gleichzeitig wurde eine intensive Zusammenarbeit auf dem Gebiet der numerischen Werkzeugmaschinen- Steuerungen zwischen Grundig und Gildemeister vereinbart.

Die bkt Computer GmbH übernimmt am 1.Februar von der House of Computers (HoC) GmbH - eine Tochtergesellschaft der Grundig AG - vier Geschäftsstellen. Ingram Micro GmbH übernimmt am 8.Februar 1993 die HoC-Zentrale und operative Teile.

Auf der CeBIT wird der neu geschaffene Geschäftsbereich "Grundig electronics" vorgestellt. Er faßt alle Nicht-Unterhaltungselektronik- Aktivitäten unter einem Dach zusammen und besteht aus den Business Units: Büroelektronik, Video- und Sicherheitstechnik, Numeric, Messtechnik, Mobilfunk und Produktionstechnologie. Mit der neuen Organisation ist Grundig in der Lage, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren und gezielte, produktspezifische Maßnahmen einzuleiten.
Die Grundig AG und Philips AG Eindhoven werden im Prinzip zusammen"gelegt", besser sollte man es zusammen schrumpfen nennen..

Man nennt das dann im Marketing-Deutsch so:
Die Grundig AG und Philips werden ihre Zusammenarbeit intensivieren
, um den Herausforderungen standzuhalten, die durch die Probleme im Markt für Unterhaltungselektronik hervorgerufen werden. Um den Prozeß der Rationalisierung zu fördern und mit Rücksicht auf die finanzielle Verantwortlichkeit für Grundig, hat sich Philips entschlossen, die Grundig AG ab dem 01.01.92 auf konsolidierter Basis in die Rechnungslegung einzubeziehen.

 

Doch der Markt wird noch enger und die Zahlen werden immer "roter". (Verzeihung, aber das habe ich im Radio im SWR gelernt, die haben nä"h"mlich den aktuellsten Verkehrsfunk.)

 

Und das verkauft man dann so :
Die Grundig AG hat mit den Betriebsräten sowie dem Gesamtbetriebsrat in Form einer Betriebsvereinbarung einen Unternehmens- beschäftigungsplan / Interessenausgleich/ Sozialplan zur Sicherung der Arbeits- und Lebensverhältnisse der Mitarbeiter vereinbart, der von allen Beteiligten als wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung betrachtet wird. Ziel der Vereinbarung ist, mit unternehmerischen Maßnahmen das Unternehmen in seiner Gesamtheit vor dem Hintergrund eines ständig härteren Verdrängungswettbewerbes und immer stärker umkämpfter Märkte in der Unterhaltungselektronik zu sichern und zu erhalten. Dabei kommt es auch darauf an, daß der Geschäftsmittelpunkt von Grundig in Deutschland erhalten bleibt.

 

Jetzt kommt der größte Designflop der neuen Grundig AG, das hätte sogar Max Grundig nicht schlechter machen können. Also das heißt so:

Ein völlig neues HiFi-Programm "Performing Arts" mit mehr als 30 Komponenten zeichnet sich durch eine überzeugende Gerätephilosophie, hohe Designqualität und flexible Kombinationsmöglichkeiten aus. Grundig verbindet die Einführung dieser HiFi-Geräteserie mit flankierendem Engagement und engagiert sich für das Projekt "LIPA" (Liverpool Institute For Performing Arts), einer Einrichtung, die von Paul McCartney ins Leben gerufen wurde. Der zweite Teil des Engagements besteht aus dem Sponsoring von Paul McCartneys "New World Tour", die zeitgleich mit der Einführung der "Performing Arts"-Serie läuft.

 

Konjunkturschwäche und Preisverfall führten bei Grundig im Geschäftsjahr 1992/93 zu einem Umsatzrückgang um 13 % auf 3,709 Mrd. DM. Trotz des Umsatzrückganges hat Grundig durch eine Steigerung des stückzahlmäßigen Absatzes seine Marktposition im Bereich der Unterhaltungselektronik noch leicht verbessern können.

Der Konzern weist als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit einen Fehlbetrag von 186,8 Mio. DM aus. Durch außerordentliche Aufwendungen für den Abbau von Kapazitäten in Höhe von 118,6 Mio. DM stieg der Verlust auf 296,3 Mio. DM im Konzern an, die Beschäftigunszahl betrug 1992/93 16.249.

1993 - dicke rote Zahlen

Die Grundig AG weist in 92/93 einen Verlust von 187 Millionen aus, eigentlich sind es 293 Millionen Mark.
Lapidare Einsicht der Manager:
Man könne (bei Grundig) zwar pro Jahr 3,2 Millionen Fernseher bauen, aber der Markt wolle nur noch 2 Millionen Stück haben. Was nun ?

1993 - Teil 2

Originaltext aus der Pressemitteilung:
Bei den TV-Geräten kommt das Megatron-Konzept
mit staubfreien, reflexionsarmen Bildröhren, exzellenter Schärfe, kontrastreichen, farbbrillanten Bildern, höherer Lichtausbeute und neuartiger, lavendelfarbiger Beschichtung zum Einsatz. Der erste PALplus-Fernseher wird vorgestellt. (PALplus wurde ein Flop auf ganzer Breite.) Eine neue Satelliten-TV-Receiver-Generation, die Modelle STR 311, STR 312 und STR 400 wurde verbessert. Der Yacht Boy 500 hat eine computergesteuerte, menügeführte Bedienung, enthält als Kofferradio das Radio Data System aber wer braucht das ?

 

Grundig kooperiert auf dem Gebiet der Datensicherung mit der amerikanischen Firma Exabyte, dem weltgrößten unabhängigen Hersteller von Magnetband-Speichersystemen. (Der Autor : stimmt nicht und stimmte nie, heute in 2006 nahezu unbekannt.) Für ein neues Speichersystem hat Grundig den Scanner (Abtasteinheit oder besser gesagt die Kopftrommel) entwickelt. Die weltweite Zusammenarbeit bei Systemlösungen im Bereich der Prüffeldautomation vereinbaren Grundig electronics und Rohde & Schwarz am 9. November 1993.

 

Die Grundig AG verstärkt das Engagement in Südostasien: in Indonesien, Djakarta, wurde ein Joint Venture mit der Firma PT.Textronic Permai Electronics begründet - PT Grundig International Indonesia (PT GII). Werk 4, in dem vor allem Lautsprecherboxen und Holz-Zargen hergestellt werden, wird als Management Buy Out an die "UT 4 HiFi Boxen und Phonomöbel GmbH" veräußert. Damit sei es in gemeinsamer Anstrengung gelungen, rund 150 Arbeitsplätze in Georgensgmünd zu erhalten.

 

Die EG-Kommission hat die Übernahme der im Besitz der Dresdner Bank, Bayerische Vereinsbank und Schweizerische Bankgesellschaft befindlichen Anteile an der Grundig Verwaltungs GmbH durch Philips gebilligt. Über diese Transaktion gewinnt Philips die vollständige Kontrolle an der Grundig Verwaltungs GmbH und somit die Mehrheitsbeteiligung an der Grundig AG. Prof. Dr. h.c. Bertold Beitz legt sein Mandat als AR-Vorsitzender und AR-Mitglied nieder. Dr. Christian Schwarz-Schilling (MdB) wird zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt.

 

In dem zwischen Vorstand und Betriebsrat vereinbarten Sozialplan / Interessen-ausgleich wurde die Idee einer Personalentwicklungsgesellschaft festgehalten. Diese Konzeption findet Unterstützung sowohl bei der IG Metall und den Metallarbeitgebern als auch bei den Kommunen Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach.

1994 - es wird wirklich ernst

Die Grundig AG beschließt ein Konzept zur Neustrukturierung. In einer Analyse wurde die Konzernstruktur einer Management-Holding mit Geschäftsfeldern, Vertriebsbereichen, einem Dienstleistungsbereich und Profit-Centern erarbeitet. Alle Geschäftsfelder, Vertriebe, Profit-Center sowie Dienstleister werden aus der Grundig AG herausgelöst und in rechtlich selbständige Gesellschaften überführt. Die strategische Führung obliegt der Management-Holding. Die Neustrukturierung wird zum 1.4. vollzogen. Diese Umstellung führt zu einer schlanken und effizienteren Struktur des Unternehmens. Der Verkauf des Grundig TV-Geräte-Werkes im französischen Creutzwald an die britische Gooding Consumer Electronic Ltd., Cardiff, ist mit dem 30. März rechtswirksam.

 

Grundig Electronics sorgt für die Sicherheit während der olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer. Der gesamte Olympiakomplex wurde mit Video- und Sicherheitstechnik ausgerüstet. Ebenso wird eine Informationsanlage für das Terminal 2 des Flughafen Frankfurt/Main realisiert. Der neue S-VHS-Videorecorder der Grundig AG bietet als Weltneuheit die Funktion des Jog/Shuttle auch für Camera-Recorder an. Gooding Consumer Electronic Ltd. und die Grundig AG haben eine gemeinsame Gesellschaft zur Verbesserung der Marktposition in Großbritannien im Satelliten-Empfänger-Bereich gegründet. Sie produziert und vertreibt Satelliten-TV-Empfänger. Die Grundig AG bringt im Mai ein erstes PALplus TV-Modell im 16:9-Format vor. Die hierzu erforderlichen Schaltkreise sind in einer Kooperation zwischen Grundig und Texas Instruments entwickelt worden. Nicht weniger als 16 von insgesamt 23 Patenten belegen die erfolgreiche Tätigkeit der Grundig-Entwickler im PALplus-Projekt.

 

Die konjunkturelle Lage, vor allem im Jahr 1993, der Währungs- und Preisverfall in den internationalen Märkten haben das Ergebnis des Geschäftsjahres 1993/94 bei Grundig erheblich beeinflußt. Diese ungünstigen Faktoren führten zu einem Umsatzrückgang von 9 % gegenüber dem Vorjahr auf 3,379 Mrd. DM. Der Konzernverlust stieg auf 348 Mio DM. Mitarbeiter 1994: 13.239.

 

Die Exabyte Corp., Boulder Colorado, hat die Gesellschaftsanteile an der Grundig DATA SCANNER GmbH gekauft. Mit der privaten Sicherheit - Home Security - befaßt sich ein neues Geschäftsfeld der Grundig AG. Eine Weltneuheit: Eine kabellose HiFi-Kombination. Die Signal-Übertragung erfolgt optisch mittels Infrarot-Licht. Mit dem DCR 1000 DAB wird der erste DAB-Pilotempfänger vorgestellt.

1995 - 50 Jahre Grundig - noch einmal wird gefeiert

Die Marke Grundig feiert 50. Geburtstag. Der Grundig-Geburtstag steht unter dem Motto: 50 Jahre Grundig, 50 Jahre Innovation.

 

Die Grundig AG hat nach drei Jahren rückläufiger Umsätze wieder zugelegt, schreibt aber dennoch trotz leichtem Wachstums immer noch 95 Millionen Mark Jahres-Verlust. Die Beschäftigtenzahl sinkt von ca. 16.ooo im Jan. 1993 auf ca. 11.500.

 

Im Bericht heißt es:

Grundig hat sich vom anhaltenden negativen Branchentrend gelöst und nach drei Jahren rückläufiger Umsätze im vergangenen Rumpfgeschäftsjahr (1.4. bis 31.12.94) ein Wachstum erreicht. Während der europäische Markt für Unterhaltungselektronik wertmäßig um durchschnittlich 4%, der deutsche UE-Markt sogar % verlor, konnte Grundig seinen Umsatz trotz anhaltenden, massiven Preisverfalls um 6,4% auf 2.685 Mio DM steigern. Auf der Ergebnisseite wurde nach einem Fehlbetrag von 313 Mio DM im vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein negatives Ergebnis von 92 Mio DM ausgewiesen. Die Beschäftigtenzahl betrug 1995 noch 11.459 Mitarbeiter.

1995 - Teil 2

Der TV-Portable P 37-740 SAT von Grundig ist das erste Fernsehgerät in dieser Größe mit integriertem Satelliten-TV-Empfänger.


Der TV-Greenville besitzt ein Gehäuse, das zu 100 Prozent aus Recyclat hergestellt wird. Space Fidelity heißt das revolutionäre neue Sound-System von Grundig. Es erzeugt, unabhängig von Standort des Zuhörers, einen optimalen Musikgenuss mit Raumklang. Es konnte sich aber nicht gegen z. B. den Bose Raumklang durchsetzen und verschwand wieder.

 

Die VOGT electronic AG hat das Grundig-Werk in Miesau mit Wirkung zum 1. April übernommen. An zwei bislang zur Gooding Consumer Electronics gehörenden Unternehmen hat Grundig seinen Anteilsbesitz auf 75% erhöht sowie in einer weiteren Gooding Gesellschaft in Großbritannien 75% der Gesellschaftsanteile erworben. Alle drei Gesellschaften sind im Bereich der Satelliten- Empfänger- Technologie tätig.

 

Die Grundig AG präsentiert MegaLogic, das neue Bedienkonzept. Mit der "Digital Reference" Technik werden neue Maßstäbe für die erreichbare PAL-Bildqualität gesetzt.

 

In Europas größter Fernsehproduktionsstätte bei Grundig in Wien ist das 15.000.000 TV-Gerät vom Band gelaufen.

1996 - die Notbremse ?

Der Vorstandsvorsitzende, Pieter D. Harmsen, gibt seine Position zum 1. Februar 1996 auf. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden hat der Aufsichtsrat Pieter W. van der Wal berufen. Es geht weiter abwärts mit der Ertragslage.

 

Hier der Original Marketing Text :
Der immer noch schrumpfende Markt für klassische Unterhaltung- selektronik, währungsbedingte Preiseinbußen auf Exportmärkten und hohe Kosten an den deutschen Produktionsstandorten zwingen Grundig im Februar eine zweite Restrukturierungsstufe zu starten. Am Ende dieser Restrukturierung soll ein nachhaltig profitables Unternehmen stehen, das sich in neuen Produkt- und regionalen Märkten erfolgreich etabliert. Unter Einschluß eines Abbaus von 3.000 Mitarbeitern bis zum Abschluß der Restrukturierung, davon rd. 2.200 in Deutschland, auf rd. 8.400 im Konzern bis Ende 1996 wird schon für das laufende Jahr eine deutliche Ergebnisverbesserung angestrebt.

Die erforderlichen finanziellen Mittel werden durch Philips entsprechend dem bestehenden Beherrschungsvertrag bereitgestellt. Grundig und Philips sind übereingekommen, daß Grundig nach Abschluß der Restrukturierungs- maßnahmen in der Lage sein sollte, künftig auf eigenen Füßen zu stehen, ohne automatisch gewährleistete Unterstützungen durch Philips. Deshalb wird Philips den Beherrschungsvertrag zwischen Grundig und Philips zum Jahresende 96 beenden.

Halbwahrheiten, Lügen und Diffamierungen

Nur noch verstaubtes altes Gewerkschaftsdenken

Durch den Niedergang bei der Grundig AG beflügelt, üben sich der Nürnberger IG-Metall- Bevollmächtigte Gerd Lobodda und der oder die Betriebsräte sowie die SPD Bonzen in dummen und anzüglichen Beschimpfungen der Grundig Erben. Kein Wort über eigenes Verschulden und Loboddas wirklich hochbezahlte Tätigkeit als sehr gut bezahlter langjähriger stellvertretender Aufsichtsratschef (also ganz erheblich besser bezahlt als ein normaler Grundig Mitarbeiter) bei der Grundig AG.

 

Von nun an wird von interessierter Seite fast ausschließlich mit Halbwahrheiten, Lügen und Diffamierungen gekämpft. Vage Vermutungen werden den Medien verdeckt als Wahrheit zu- oder unter-geschoben oder geschickt in die Presse lanciert. Die korumpierte Presse nimmt natürlich süchtig und stets hungrig alle Sensationen "geil" auf und publiziert diese meist auch noch ungeprüft. "Man wolle sich ja keine Feinde machen."
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1996 - im Herbst

Jeder Mitarbeiter und Aussenstehende konnte es sehen, hier läuft etwas gewaltig schief

Die Grundig AG ist schwer angeschlagen. Pieter van der Wahl als neuer Vorstandsvorsitzender kündigt sofort dramatische Stellenstreichungen an - von über 3.000 Mitarbeitern - und damit herunter auf ca. 8.400 bis zum Jahresende.
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598 Millionen Verlust in 1995

Aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen hat die Grundig AG ihr für 1995 gestecktes Ziel - die schwarze Null - verfehlt und erzielte ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -288 Mio DM . Unter Berücksichtigung der Aufwendungen für die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen sowie der Einzelwertberichtigung auf ein Engagement in Argentinien beträgt der Jahresfehlbetrag 598 Mio DM bei 3,508 Mrd. Gesamtumsatz.

 

Die Grundig AG und die Business Creation Europe BV (BCE) haben eine Absichtserklärung zur Übernahme der Grundig business Unit Produktionstechnologie unterzeichnet. Die Übernahme erfolgt zum 1. Oktober. Die Dr. Johannes Heidenhain GmbH übernimmt zum 1. Oktober die Grundig Numeric GmbH. Das Leiterplattenwerk in Nürnberg mit rd. 250 Mitarbeitern wird vom 1. August an von ehemaligen Grundig-Managern als selbständiges Unternehmen ROTRA Leiterplatten Produktions und Vertriebs GmbH fortgeführt. Grundig verkauft sein nicht ausgelastetes Werk in Malaysia.

 

Grundig und das IT-Dienstleistungsunternehmen Origin Deutschland GmbH werden die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Datenverarbeitung weiter ausbauen. In diesem Zusammenhang übernimmt Origin von Grundig mit Wirkung zum 1. Dezember europaweit ca. 110 Mitarbeiter. Zum Jahresende beschäftigt Grundig 8.500 Mitarbeiter, davon rd. die Hälfte in Deutschland.

 

Neue Produkte in 1996:

Ohne Band und Cassette kommt das digitale Diktiergerät GDV 4030 aus. Es benötigt lediglich eine auswechselbare PC-Card, auf der sich bis zu 20 Minuten Diktat speichern lassen.

 

Der STR 100 microSAT - weltweit einer der kleinsten Sat-TV-Receiver - er mißt nur 12 x 22 x 5 cm und kann z.B. hinter dem TV oder im Schrank plaziert werden. Zur Bedienung verfügt er über die Sat-Mouse, ein unauffälliger Fernbedienempfänger in Maus-Größe.

 

Grundig electronics hat zum zweiten Mal den Auftrag zur Lieferung und Errichtung von Video-Überwachungsanlagen für die Magnetschwebebahn Transrapid erhalten.

1996 - September - Hoffnungsfunken der "Grundig Tag"

Seine rund 4.500 Mitarbeiter aus 14 Standorten in Deutschland hat die Grundig AG zum ersten "Grundig-Tag" am 9. September eingeladen. Die Veranstaltung steht unter dem Titel: "Mit unseren Kunden zum Erfolg". Die Grundig AG will mit dem Grundig-Tag den ersten Schritt hin zu einer neuen Unternehmenskultur gehen, bei der persönliche Mitverantwortung und die Erfüllung von Kundenbedürfnissen im Mittelpunkt stehen.

 

Dazu eröffnet die Grundig  AG in Wien ihr Europalager, eines der größten vollautomatischen Hochregallager Europas. Der neue Komplex umfaßt ca. 14.000 m². Seit dem 26. September heißt die 2. Oberschule (Hauptschule) in Berlin-Hellersdorf "Max-Grundig-Oberschule". Unter dem Namen "eskatoo" setzt ein neues Unternehmen ab 1. Oktober die Arbeit der Grundig Multimedia Solutions (GMS) fort.

1997 - das Berger Konzept (1)

Die holländische Konzernmutter Philips (und damit der Grundig Chef Pieter van der Wahl) kündigt den Rückzug bei der Grundig AG an. Die Verluste (man spricht von insgesamt ca. 1,5 Milliarden) waren ihnen zu hoch und nicht mehr tragbar. Und den Philipsern fehlte jegliche Perspektive. Der Grundig Konzern soll im Vorjahr (es war aber 1995) ca. 600 Millionen Verluste eingefahren haben.

 

Philips muß die "Grundig Electronic" Tochter verkaufen. Im Bericht 1997 liest sich das dann so: Im Zuge der Restrukturierung und der Fokussierung auf die Kernaktivitäten des Grundig Konzerns hat die plettac AG die Video- und Sicherheitstechnik von Grundig zum 1. Januar 1997 übernommen.

 

Und das Paradoxe daran kommt viel später: (aus einer Pressemitteilung 2003)


(Als Tochterfirma der Grundig AG war die "Grundig Electronics" Anfang 1997 an die plettac AG verkauft worden. Doch durch die Insolvenz der Grundig AG mußte auch die "plettac electronics" im Frühjahr 2003 Insolvenz anmelden. Nach monatelanger Suche konnte im Herbst 2003 die Funkwerk AG als Investor gefunden werden. Sie übernahm Bestände, Vermögenswerte und die 87 Mitarbeiter.)
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Die Banken drehen Grundig endgültig den Geldhahn zu.

Dann endlich wird der defizitäre Laden gründlich durchleuchtet. Die Unternehmensberatungsgesellschaft Roland Berger soll also im Auftrag der Banken ein Konzept zur Sanierung erarbeiten. Im Bericht liest sich das so:

  • "Die Unternehmensberatungsgesellschaft Roland Berger & Partner GmbH und das britische Beratungsunternehmen Scientific Generics erhalten den Auftrag, Grundig bei der Erarbeitung eines neuen Unternehmenskonzepts zu unterstützen. Damit die Interessen Grundigs und seiner Mitarbeiter in den Mittelpunkt gestellt werden, sollen alle durch die Zusammenarbeit mit Philips beeinflußten Entscheidungen nach der neuen Lage bewertet werden.

  • Der Vorstandsvorsitzende Pieter W. van der Wal legt am 3. Februar mit sofortiger Wirkung sein Vorstandsmandat nieder. Nachfolger in der Funktion eines Vorstandssprechers wird Pieter M. J. de Jong, der bereits in den 80er Jahren Mitglied des Vorstands war. De Jong will die Sanierung Grundig's aus eigener Kraft vorantreiben und setzt dabei auf eine Offensiv-Strategie: Grundigs ungebrochen hohes Innovationspotential muß für neue Wachstumsfelder wie die schrittweise Digitalisierung der Unterhaltungselektronik genutzt werden."

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1997 - das Berger Konzept (2)

Im März 1997 stellt die Grundig AG das mit den Beratungsgesellschaften erarbeitete neue Unternehmenskonzept vor. Die Trennung von Philips stellt das Unternehmen vor grundsätzlich neue Herausforderungen und macht eine Neupositionierung notwendig. Dies bedeutet eine Fokussierung des Produktportfolios auf das Fernsehgerät als zentrales Informations- und Kommunikationsmedium. Im Mittelpunkt der Restrukturierung des Unternehmens steht die Absicherung des Geschäfts im Sinne einer wesentlichen Ergebnisverbesserung. Gleichzeitig bekennt sich Grundig zu Deutschland als Produktionsstandort.

 

Das Konzept der Roland Berger Spezialisten sah folgendes vor: Verlagerung der Fernsehproduktion von Langwasser nach Wien (ca. 380 Entlassungen) und Schließung des Bayreuther Werkes (ca. 340 Entlassungen).

 

(Im Nachhinein kam nach dem endgültigen Konkurs 2003 raus:

Die Grundig Austria betrieb eine der modernsten und größten Produktionsstätten für Fernseher in Europa mit einer Produktionskapazität für 2,4 Millionen Geräte im Jahr. Die Anlagen auf einer Produktionsfläche von 37.100 Quadratmetern umfassen die Fertigungsstrecken zum Herstellen von Fernsehgehäusen, entsprechende Lackierstrassen, Anlagen zur Montage von zugelieferten Bildschirmröhren, die Herstellung und Bestückung von Leiterplatten, die manuelle Bestückung der Fernseh-Chassis mit elektronischen Bauteilen bis hin zur Endmontage, Qualitätskontrolle und der Verpackung der Fernsehgeräte, also einfach alles vom Feinsten.)

 

Wirtschafts-Insider vermuten, es war eine vom Ergebnis vorbestimmte Studie als Argumentation für den blitzartigen Ausstieg von Philips, die mit einem blauen Auge schnell davon kommen wollten. Und Herr van der Wal hatte es vermutlich gewußt oder geahnt und ist darum von sich aus gegangen.

1997 - Frühjahr - Sommer

Grundig ist mit "Holiday Inn Worldwide" eine strategische Allianz in Form eines mehrjährigen Rahmenvertrages über die Lieferung und den Betrieb von Hotelkommunikations-Systemen eingegangen.

 

Im April 1997 feiert die Grundig Fabrik für Satellite-TV-Receiver in Liantrisant/Wales Jubiläum. Dort lief das 1.000.000ste Gerät vom Band.

 

Grundig weitet seine Aktivitäten in Indien aus. Zukünftig werden sich auf dem wachsenden indischen Markt für Unterhaltungselektronik neben dort produzierten Fernsehgeräten auch Audio- und HiFi-Geräte sowie hochwertige Fernseher aus europäischer Produktion wiederfinden.

 

Im Bericht heißt es:

In diesem Jahr feiert die Grundig AG 10 Jahre 100 Hz-Technik für Fernsehgeräte. 1987 brachte sie weltweit die ersten TV-Geräte in 100 Hz-Technik aus Serienproduktion auf den Markt. Mit mittlerweile 17% Anteil am gesamten TV-Markt hat sich die 100 Hz-Technik durchgesetzt. (Nach den Erinnerungen des Autors hatte aber Sony 1987 den ersten 100Hz Fernseher auf dem Markt und das sogar mit einer wesentlich verbesserten Trinitron Röhre.)

1997 - Juni - Der Spiegel schreibt am 09.06.1997

PHILIPS - Teurer Ausstieg in Fürth (von Kerbusk)
Der Ausstieg bei der angeschlagenen Grundig AG wird für Philips immer teurer. Nachdem der Konzern seit 1984 fast 2,5 Milliarden Mark nach Fürth gepumpt hat, fordert Grundig nun weitere 651 Millionen Mark. Ein Verlustgeschäft war auch die Übernahme eines Grundig-Pakets, für das Chantal Grundig und die übrigen Erben vertragsgemäß 129 Millionen Mark erhielten. Für weit weniger als hundert Millionen Mark reichte Philips das Paket an die Hohenstaufen 44. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln weiter.

Grundig-Manager vermuten, daß die Kölner als Strohmänner fungieren, denn diese haben einschlägige Erfahrungen. Schon 1995 verhalf eine Hohenstaufen-Firma dem US-Konzern General Electric zum Kauf der Frankona-Versicherung in München.

1997 - Herbst

Diese eine Stufe wäre noch zu schaffen, aber dieser Brocken war zu groß.

Im Juni 1997 stellt der Grundig Aufsichtsrat den Jahresabschluß für das Jahr 1996 fest. Danach erwirtschaftete der Unterhaltungselektronik-Hersteller bei einem Umsatz von 3.331 Mio DM einen operativen Verlust von 364 Mio DM. Hinzu kommen außerordentliche Aufwendungen für Restrukturierungs- maßnahmen in Höhe von 265 Mio DM.

Der Jahresfehlbetrag erhöht sich
damit also inkl. Steuern auf 631 Mio DM. Damit sind die im Jahr 1997 anfallenden Restrukturierungs- aufwendungen abgedeckt, die als unmittelbare Folge der Trennung durch Philips entstehen. Der Verlust für das Jahr 1996 ist nach dem bis zum Jahresende 1996 geltenden Beherrschungsvertrag durch Philips zu tragen. Somit hatte Philips für dieses "Engagement" fast 1,5 Milliarden Verluste geschrieben.

 

Am 1. August 1997 übernimmt der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Krauss Maffei AG, Burkhard Wollschläger, den Aufsichtsratvorsitz bei Grundig. Zusammen mit Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu erreicht er einen Kompromiß mit Philips. In einer Gesamteinigung wurde u.a. festgelegt, daß Philips einen abschließenden Verlustausgleichsbetrag in Höhe von 400 Mio DM zu zahlen hat. Mit dieser Einigung sind sämtliche Auseinandersetzungen zwischen den Parteien bereinigt. Außerdem wird sich die Aktionärsstruktur der Grundig AG ändern. Die britische Investmentbank Botts and Company, die von Philips 43% des Grundkapitals der Grundig AG übernommen hatte, wird die Anteile an ein Konsortium unter bayerischer Führung veräußern.

 

Am 19. September 1997 feiert in Bayreuth das Grundig Werk sein 40-jähriges Bestehen. Die einst größte Tonbandgeräte- Fertigungsstätte Europas gehört heute zu den modernsten Standorten für die Herstellung anspruchsvoller Elektronik-Produkte. Seit 1985 ist das Werk vor allem für die Büroelektronik tätig. Die ca. 230 übriggebliebenen Mitarbeiter (Anmerkung: von ehemals mehreren Tausend) fertigen dort jährlich ca. 260.000 Geräte. Zum aktuellen Produktionsprogramm zählen analoge und digitale Diktiersysteme, optische Speicher (sog. Juke-Boxen), Video- und Sicherheitstechnik sowie Meßtechnik.

 

Ende September 1997 komplettiert der neue Aufsichtsrat den Grundig Vorstand und beruft Dr. Herbert Bruch zum Sprecher des Vorstands.

1998 - 18. Dez - es ist so weit - Philips steigt aus.

Die holländische Philips zieht sich nach 14 Jahren aus dem absolut teuren Grundig Engagement mit einem schmerzhaften Milliardenverlust zurück und ein progressives bayerisches Banken- Konsortium unter der Leitung von Prof. Kathrein (der Antennenbauer) versucht es noch einmal und übernimmt 95% der Aktien und die Firmenleitung.

 

Originaltext:

Am 18. Dezember 1997 ist es offiziell: Die Grundig AG ist (sei) gerettet! In Anwesenheit von Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu findet in Fürth die Vertragsunterzeichnung zwischen Philips und dem Erwerberkonsortium statt. Damit ist der Weg frei für die Lösung, die zur Rettung der Grundig AG unter Federführung von Minister Wiesheu geschaffen wurde. 95% der Grundig-Aktien verkaufte Philips an bayerische Investoren, fünf Prozent bleiben vorübergehend bei Philips.

 

Dem Erwerberkonsortium gehören Bayerische Vereinsbank, Hypo Bank, Schmidt Bank, Bayerische Landesbank, Sparkassen, Landesanstalt für Aufbaufinanzierung, Veritas Vermögensverwaltung sowie die Kathrein-Werke KG, Burkhard Wollschläger, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Grundig AG, Manfred Bartl, Mitglied des Vorstands der Grundig AG und Dr. Herbert Bruch, Sprecher des Vorstands, an. Grundig erhält vom Erwerberkonsortium 134 Mio DM Mittelzufluß zur Eigenkapitalerhöhung und einen Kreditrahmen in gleicher Höhe.

1999 - Frühjahr

Große Euphorie macht sich mit den neuen Eigentümern breit, daß es mit Grundig wieder aufwärts gehen könnte. Man können wieder schwarze Zahlen schreiben, heißt es. Burkhard Wollschläger ist jetzt Chef bei der Grundig AG.

 

Es war alles nur Schein, wie sich kuze Zeit später herausstellte. Alle, vor allem die Politiker und die Parteien haben die Weltwirtschaftslage völlig verkannt (oder wollten es nicht sehen - Philip Holzmann läßt grüßen) und den Prognosen und Befürchtungen des alten Fuchses Max Grundig nicht geglaubt. Der hatte das Dissaster bereits 1983 ganz klar vorausgesehen. Es konnte so nicht gut gehen.

 

Und es war wieder mal typisch, daß "mann" (der Gewerkschaftler) erst mal auf dem Alteigentümer Philips rumtrampelte und diesem die Schuld für weitere eskalierende Probleme zuschob.

2000 - hier fehlt etwas in der Historie

Die Grundig AG werkelt unter der alten oder einer neuen Führung so weiter wie bisher. Das Schiff schlingert frontal gegen den Weltmarkttrend und asiatische Niedrigstpreise und kommt nicht auf Kurs.

 

Die Japan- bz. Fernost- Krise dauert inzwischen 10 Jahre. Der Diskontsatz in Japan liegt ab September 2001 nur noch bei 0,1%.

 

Laut unserer Informationen ist Eberhard Braun jetzt Grundig- Vorstandschef. ??

 

Also weitermachen, bis es knallt. Und es dauerte nicht mehr lange.

2000 - "Japan AG" - Die 10 Jahre in tiefer Rezession.

Die Japaner haben schwer dafür bezahlt, auch nicht aufgepaßt zu haben, was da im eigenen Land so ab ging. Mehr als 100.000 Firmen gingen abrupt bankrott und mehrere hunderttausend Familien stürzten in wirkliche bittere Armut, die wir bei uns so nicht kennen. Und Japan hatte damals keine Sozialversicherung.

Nach Agenturberichten (das wurde aber erst Jahre später veröffentlicht) haben sich in diesen bitteren Jahren angeblich über 6000 japanische Klein-Unternehmer das Leben genommen.

 

Geholfen hat der Niedergang Japans uns Europäern nichts, nicht einmal den Abwärtstrend gemildert. Die Billigware kam dann nämlich aus Taiwan und aus Hongkong und aus Südkorea oder Malaysia oder von den Phillipinen. Seit etwa 1990 steht auf den meisten Computerprodukten (selbst von IBM und Compaq und HP und den anderen Großen) "Made in China" drauf.

Und keiner hat´s gesehen ? So so !!

2001 - neue Köpfe

Der Rosenheimer Firma Kathrein hält seit Februar 2001 etwa 89% der Grundig-Aktien und besitzt eine Option auf die restlichen 11%.

 

Der neue Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Kohlhammer (54) will das Sortiment von 1400 auf etwa 370 Produkte straffen. Es werden weitere 900 von knapp 3000 Stellen in Deutschland abgebaut. Der Umsatz ist im Jahr 2000 um 6,3 Prozent auf 2,84 Milliarden Mark gestiegen. Aber nur durch Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 77 Millionen Mark konnte ein minmaler buchmäßiger Jahresüberschuss von knapp zwei Millionen Mark ausgewiesen werden.

2001 - es brennt lichterloh

Der Freistaat Bayern unterzeichnet eine Ausfallbürgschaft über 45 Millionen Euro, um Grundig im Geschäft zu halten, bis neue Investoren gefunden sind. Doch Gespräche mit dem taiwanischen Unternehmen Sampo und der türkischen Firma Beko im Januar 2001 scheitern zunächst.

 

Aus der Presse kommt (aber erst viel später) dies: Erst als Grundig in 2003 Insolvenz anmeldet und dadurch nicht länger von Pensionsverpflichtungen (gegenüber den Mitarbeitern) über 200 Millionen Euro belastet wird, ist Beko wieder zu Gesprächen bereit.

  • Kommentar des Autors:
    Es geht eigentlich um rund 150 Millionen Euro an Schulden, die bei den Gläubigerbanken verbleiben sollen und etwa 200 Millionen Euro an Pensionsverpflichtungen für etwa 8000 Grundig- Rentner, die der Pensions-Sicherungsverein (PSV) in Köln übernehmen müsse. Die Max Grundig Stiftung oder die Erben sind hierbei überhaupt nicht mehr mit dabei.

 

Übrigens: Den damals mit Max Grundig verhandelten Kaufpreis der Aktien hatte Philips beim Ausstieg inzwischen an die Grundig Erben (die Stiftung) bezahlt (bezahlen müssen - Vertrag ist nun mal Vertrag).

2003 - 14. April - Insolvenz

Die Geschäftsleitung der Grundig AG beantragt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Nürnberg. Zum Insolvenzverwalter wird der Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Siegfried Beck von Amts wegen berufen.

2003 - Juli - Der endgültige Konkurs

Die Geschäftsführung versuchte vergeblich, den Niedergang des traditionellen Unternehmens durch die Suche nach neuen Investoren zu verhindern. Nachdem zu Jahresbeginn zwar ein Übernahmevertrag mit dem taiwanesischen Elektronikkonzern "Sampo" geschlossen worden war, platzte die Vereinbarung nur zwei Monate später.

 

"Mitte April sah sich die Geschäftsleitung gezwungen, Insolvenz anzumelden." Die Grundig AG beschäftige nur noch 3.500 Mitarbeiter, ganz zuletzt nur noch 1.300.

 

Das langsame Sterben der Unterhaltungsindustrie findet jetzt sein prominentestes Opfer. Grundig ist endgültig pleite. Auch die Fachleute von Kathrein konnten den Abstieg nicht aufhalten.

2003 - Dezember

Die Grundig Witwe und Erbin Chantal Grundig engagiert sich über die Max Grundig Stiftung mit 200.000.- Euro in dem gemeinnützigen Projekt DelphinLagune, ein Förderprojekt für kranke Kinder in Nürnberg /Führt.

2004 - Januar - Das bittere Ende der Grundig AG

Werner Saalfrank räumt seinen Posten als letzter Vorstandssprecher der abgewickelten Grundig AG. Der ehemalige Welt-Konzern ist in kleinste Bröckchen aufgeteilt worden.

 

Die letzten Anteilseigner an der Grundig AG waren BEB Bayerische Elektronik-Beteiligungs GmbH & Co. KG (Kathrein, Bayerische Landesbank Girozentrale, Bayerischer Sparkassen- und Giroverband, HypoVereinsbank AG, Bayerische Landesbank für Aufbaufinanzierung).

 

Im Januar 2004 wurde der Bereich Home Intermedia System (HIS) der Grundig AG (also der Handels-Name und das weltweite Warenzeichen) von dem türkischen Elektronikhersteller Beko Electronic A.S. und dem britischen Unternehmen Alba Radio Ltd. zu einem Kaufpreis von rund 80 Millionen Euro aus der Konkursmasse übernommen.

2003 war das Jahr der großen Pleiten: Grundig, die frühere BASF-Unternehmenstochter Emtec Consumer Media, Kettner, Aero-Lloyd oder die Hähnchenkette Wienerwald, in 2002 hatte es noch größere gebeutelt: Unternehmensriesen wie Holzmann AG, Herlitz, Kirch-Media Gruppe, Babcock und Fairchild.

Es kann (uns) auch nicht darüber hinwegtrösten, daß es die Amerikaner noch viel bitterer getroffen hatte mit Lucent Technologies, einer 135.ooo Mann Welt-Firma, die auf einmal nur noch 14.ooo Mann beschäftigte und in 2007 in der französischen Alcatel auf- oder untergegangen ist und heute in 2011 nahezu unbekannt ist.

Man schätzt 2003 für Deutschland fast 40.000 Unternehmenspleiten. Das seien 5,5 Prozent mehr als 2002 (ca. 37.000) und das ergebe einen finanziellen Schaden für die gesamte Volkswirtschaft in Höhe von 40,5 Milliarden Euro.

Anmerkung in 2012 - inzwischen hatte es auch die Kanadier mit NORTEL und dann Motorola (teilweise) und sogar die weltberühmte Firma KODAK und hier bei uns AGFA getroffen, die alle den Wandel der Zeit nicht umgesetzt hatten.

Aus JAPAN hört man in 2011 von Pentax und anderen weltgrößten Foto-Herstellern unglaubliche Gerüchte über viele Milliarden an Korruptionszahlungen (aber in Euro, nicht in Yen oder Lire).
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Weihnachten 2005 - Kehraus bei der alten Grundig AG

So ! Das wars also. Kurz vor Weihnachten 2005 wurden den noch knapp 1300 Mitarbeitern die zweite Hälfte der im Sozialplan festgelegten Abfindung überweisen. Die letzte Mitarbeiterin der alten Geschäftsleitung ist Frau Lang (evtl. ehemals Erika Sander ?), seit 28 Jahren ist sie Sekretärin bei Grundig. Der Insolvernzverwalter verläßt das Grundig Hochhaus, endgültig.

 

Eine deutsche Epoche ist zuende.

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2010 - Und Max Grundigs Unkenrufe und Prophezeihungen sind allesamt und wirklich absolut vollständig eingetroffen.

Inzwischen landen auch die jüngeren Grundigs in großen Mengen auf dem Sperrmüll
Da hinten muß es sein - irgendwo dort hinten muß doch die Zukunft liegen oder nicht ?

1. Das ungebremste zügellose Forderungsverhalten unserer Mitbürger ist nur noch auf Pump zu erlangen bzw. zu befriedigen.

2. Die Sozialleistungen in Deutschland sind auf einem Niveau angekommen, das die deutsche Volkswirtschaft bereits seit 10 Jahren nicht mehr erwirtschaftet. Die auf Pump erkauften Wohlstands-Lasten würden unsere Urenkel tragen.

3. Die deutsche Innovationskraft ist weltweit nur noch mittelmäßig, da die Generation der 50jährigen dem jungen Nachwuchs die Notwendigkeiten (Eigenschaften wie Fleiß und Ausdauer) nur noch schwer vermitteln kann.

4. Die Werbung suggeriert mit zunehmendem Erfolg die Geilheit von "Geiz und billig". Und natürlich : keiner sei blöd ?? Na ja . . . .

5. Die Produktion von Konsumgütern in Deutschland ist weitgehend zum Erliegen gekommen, weil die unteren Lohngruppen dem Wettbewerb aus Osteuropa und den Schwellenländern nicht standhalten konnte.

6. Die Politik lenkt und leitet nicht mehr, sie läßt sich nur noch vom opportunen Populismus treiben. Der Leidensdruck fehlt immer noch. Doch irgendwann ist "Zahltag".

Hier geht es zum Deutschen Ende bzw. zum Resume des Autors.

Übrigens, die Marke "Grundig" wurde an ein türkisches Unternehmen verkauft.

Die Miesen von 200 Milionen blieben alle in Deutschland und wurden und werden von unserem Sozialstaat aufgefangen bzw. getragen, also von uns allen. Man nennt das auch "sozialisiert".

Unter dem Namen GRUNDIG werden inzwischen Geräte aus der Türkei mit Komponenten aus Asien vertrieben. Mit der alten Firma GRUNDIG hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Müssen wir heute noch Geräte von GRUNDIG kaufen, die mit dem alten Renome des alten Max Grundig werben ?

Übrigens für AEG und Telefunken und DUAL und viel andere deutsche Namen gilt fast das Gleiche. Da ist nur der Name übrig geblieben, weiter nichts mehr.
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Und keiner hat es gesehen und keiner hat es gewußt ??




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(Das hier ist nur ein Testlink - Japans Staatsbankrott)
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