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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Grundig schweigt sich jetzt über die Stückzahlen aus.

Irgendwie schlechtes Wetter
Akio Morita nimmt kein Blatt vor den Mund - SONYs Weg nach oben.

Während Grundig vor Jahren immer damit geworben hatte, wie viele Kunden sich weltweit für ein Grundig Produkt entschieden hatten, ("Die Sicherheit eines großen Namens") wurden diese Informationen jetzt sehr rar.

Im Nachhinein ist es verständlich, denn der Markt für Grundig brach brutal in sich zusammen. Die Japaner konnten fast alles besser und das zum halben Preis.

Heute wissen wir, daß es in Deutschland wie auch in den USA (in der angepeilten Kundschaft) die gleichen Kleingeister gab, die vorne dicke protzige Edelstahl- und Chrom- Frontplatten haben wollten (und dafür hinten mit billigstem japanischen Schrott aus Pappe oder Hardfaserplatten zusammen genagelt) und das möglichst für 380.- Dollar.

Und da konnte Grundig mit seinem deutschen Styling und den deutschen DIN Buchsen (und natürlich auch mit den deutschen Produktionskosten) nicht mit. Als dann bei Grundig alles nur noch aus Plastik bestand, stimmte auch die Qualität nicht mehr, und die "Haptik" schon gar nicht.

Der Export schien 1976 schon länger stark eingebrochen zu sein. Die Eingeweihten wußten bereits, daß auch die Konstruktions- und Fertigungs- Qualität bei den Bandmaschinen wie den Grundig Kassettenrecordern nicht mehr stimmte.

Eines der besten Beispiele für den Durchmarsch der Japaner
war die spätere Sony Trinitron Flachbildröhre mit den "sehr eckigen" Ecken. Selbst die 1975er Grundig Super Color Spitzenmodelle hatten runde Ecken. Das einzig "Eckige" oder das "Spitze" waren die Brust-Spitzen der Bikinis des jungen Modells in der Grundig Revue. Doch das reichte dann auch nicht mehr.
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Grundig TS 1000 (1976) - Das späte Flaggschiff.

Grundig TS 1000 mit ReVox Spulen

Das TS 1000 mit den 26er Spulen kam 1976/77 sehr spät, eigentlich schon zu spät. Die Anderen in Deutschland und auf der ganzen Welt hatten in dieser Klasse den Markt längst unter sich ausgemacht.

1977 kostete das TS1000 (inklusive der auf ein (1 !!) Jahr verlängertern Garantieleistungen) ab 1.925,00 DM. Für Grundig, ASC, UHER und SABA und Phillips war zu dem Zeitpunkt mit den edlen großen Dreimotoren- Geräten schon "nichts mehr zu holen".

Das große schwere Gerät an sich war und ist immer noch begeisterungsfähig, und wieder ein ganzes Stückchen besser als die legendäre Revox A77 (von 1967). Nur hatte die A77 bereits drei oder vier deutlich verbesserte Nachfolger (B77 und A700) aus dem eigenen Haus und mit ca. 470.000 Stück weltweit den Markt fast völlig abgeräumt.

Ein edles Teil mit hochempfindlichen Sensor-Tasten (später dann mit Tipp-Tasten - nein, das war ein Mißverständnis ! die gab es später beim 945) und mehrfach Mischpult und 3 Motoren fast genauso wie bei Braun, ASC und Uher. Sogar die elektronische Bandzugsregelung hatte beim TS 1000 immer funktioniert. Doch sonst gab es Macken ohne Ende und zu dem Zeitpunkt um 1976 waren es die Kunden bereits leid, sich damit herum zu schlagen.
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Das zweite TS1000,
welches wir geschenkt bekommen haben, hatte den Besitzer (aus Kassel) in die Lage versetzt, so gut wie alle mitteldeutschen Grundig-Werkstätten "kennenzuleren" - aber unfreiwillig. Er hatte später mit einem 4cm Holzleistchen die ganz linke Steckplatine etwas nach innen verbogen und von da an lief die Kiste wie ein Bienchen.
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Das gab es erst 1980

Die Plastik-Drehknöpfe brachen, die Kappen der Schieberegler waren allzu billig und es gab lauter nervigen (typisch Grundig ?) Kleinkram. Vor allem, es war eben nur ein Grundig Gerät. Das Flair fehlte völlig, trotz der großen Spulen.

Die neuen wirklich guten Grundig Edel- Hifigeräte (rechts im Bild - ab 1979) waren ja in 1976 noch nicht da und so hatte Grundig so gut wie kein Faggschiff zum protzen - wie Sony zum Beispiel.
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Die vielen 3motoren Japaner und nicht nur diese hatten bei der "Bandzugregelung" üblen primitiven gebastelten mechanischen Murks mit kleinen Federchen aller Art eingebaut. Das meiste waren gar keine richtigen "Regler" im Gegensatz zu den letzten deutschen Edelmaschinen.

 

Auch die Optik war beim Grundig TS-1000 endlich wieder ansprechend, aber. . . . es war halt nur eine Grundig Bandmaschine mit dem Image eines Opel und die meisten hatten so etwas (ihren Opel) schon.

Zu dieser Zeit strebte in Deutschland- West bereits jeder Bauarbeiter nach (s)einem Benz. ("Abteilung Größenwahn")

Wir haben ein TS 1000 geschenkt bekommen. Mehr zu dem Innenleben des TS1000 gibts bei

Einblicke in die TS 1000
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