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Peter D.Harmsen

Vorwort: Ein Albtraum ist wahr geworden - Max Grundig ist bereits 11 Jahre nicht mehr Chef.

Philips hatte Grundig für 1,5 Milliarden D-Mark vollends übernommen, besser gesagt einfach gekauft. Doch wie stellt man das den Mitarbeitern und den Kunden dar ? Die Produkte mit dem Philips Logo drauf wurden auch damals schon mit Frau Antje und den Käsköpfen in Verbindung gebracht.
Nur Wenige wußten um die absolut exzellenten Qualitäten der Philips Hifi-, Rundfunk-, Tonband- und Fernseh- Spezialisten, also der Entwickler bei Philips. Das Philips Produkt-Marketing in Deutschland West war schlimm, einfach nur schlimm. Sie kamen von dem Edamer und Gauda Image (von Frau Antje) nicht mehr weg und konnten nicht mal ihre Hightech Produkte richtig verkaufen.

1995 - Peter D. Harmsen ist 1995 der Chef von Grundig.

Und Harmsen muss retten, was zu retten ist. Der unendliche Kampf gegen die beratungsresistente deutsche Gewerkschaft ist nahezu aussichtslos. Wenn die Kunden den ganzen Zirkus mitbekommen, so munkelt man in den oberen Etagen, dann ist Grundig ganz fertig und Philips hat 1,5 Milliarden Mark in den Sand gesetzt. (Hatten sie am Ende ja auch.)

50 Jahre - Eine Broschüre mit 24 Seiten Lobeshymmnen

In dieser Broschüre wird vom verbliebenen Grundig Marketing ein Abriß der positiven Historie aufgezeigt. Wenn Sie da jetzt rein schauen, dann bitte mit den gleichen kritischen Augen wie in die Biografie "7 Tage im Leben des Max Grundig" von Egon Fein.

Denn dort gilt: "Ein Freund schreibt über einen Freund" und auch hier gilt: "Wir von Grundig schreiben über uns selbst." Erlauben Sie der Redaktion deshalb des öfteren ein paar kritische Anmerkungen.

Der Vorstandsvorsitzende der Grundig AG Pieter D. Harmsen scheibt 1995:

Grundig-Geschichte ist über vier Jahrzehnte Geschichte des Unter-nehmers Max Grundig, eine der weltweit großen Persönlichkeiten der Unterhaltungselektronik.
Nach seinem Verständnis ist es wohl noch mehr die Geschichte der Grundig-Produkte, in der es von Legenden nur so wimmelt.

Eines davon ist der Tonbandkoffer TK 320, für mich (also für Peter Harmsen) eine wunderschöne Jugenderinnerung, seit ich es in den sechziger Jahren vom ersten selbstverdienten Geld erstand.
Anmerkung des Autors gr: Ich hatte erstaunlicher Weise auch ein TK320 von meinen wenigen "Pfennigen" gekauft, damals sehr mühsam.

1950 Grundig Hauptverwaltung
1985 Grundig Firmenimperium

Die Grundig-Produkte unserer Markengeschichte, die im Juni 1945 begann, sind Legionen. Viele sind Legenden der Unterhaltungselek-tronik-Branche, allen voran der „Heinzelmann". Die Zahl der Produkt-Entwicklungen geht in die Tausende.

Auf den folgenden Seiten lassen wir die großen Produkt-Ereignisse der ersten 50 Grundig-Jahre im Bild Revue passieren. Sicher sind sie nicht ganz vollständig. Um aber der Chronistenpflicht zu genügen, ist die Produkt-Geschichte unserer Marke Grundig für den Detail-Interessierten im Telegrammstil festgehalten. In diesen Produkten ist die führende Rolle der Marke Grundig in Deutschland, in Europa und weltweit begründet. Die Lektüre wird Ihnen zeigen, daß unser Geburtstags-Motto „50 Jahre Grundig - 50 Jahre Innovation" weniger ein Slogan als tägliche Marken-Wirklichkeit war und ist.

Gerade im Jahr des 50. Geburtstags unserer Marke bestätigt sich im Prinzip das Erfolgsrezept der Aufbaujahre: Das Zusammenwirken von höchster Produkt- und Designqualität mit optimaler Bedienfreundlich-keit ist die Grundlage des Erfolgs.

Konkrete Ergebnisse: Hochkarätige Auszeichnungen für hervorragen-des Design und ungezählte Tests, bei denen Grundig-Produkte mit „gut" und „sehr gut'' abschnitten, beweisen die führende Stellung unserer Produkte in den Bereichen Fernsehen/Video, Audio, Hi-Fi oder Car audio, aber auch in den Geschäftsfeldern der Büro- und der professionellen Elektronik.

1945-1947

Schon einen Monat nach Kriegsende, im Juni 1945, gründet Max Grundig in Fürth, Jakobinenstraße 24, Hinterhof, seine Firma „Radio Vertrieb Fürth (RVF)". Elf Männer und 31 Frauen reparieren Radios, wickeln defekte Trafos, fertigen neue, bringen das Röhrenprüfgerät „Tubatest" und den Fehlersucher „Novatest" auf den leergefegten Markt. Aber Max Grundig will ein Radio bauen, das jeder kaufen kann. Unmöglich: Alliierte Bestimmungen und Gesetze der Bewirtschaftung verbieten es.

Also erfindet Max Grundig 1945 einen „Rundfunkbaukasten" mit 39 Einzelteilen ohne Röhren zum Eigenbau eines Radioapparates - eine geniale, eine listige Idee. Für Baukästen braucht man keinen „Bezugschein", Röhren muß der Käufer sich selbst besorgen. Grundig nennt sein erstes Radio „Heinzelmann". Als es nach monatelangen, schwierigen Vorbereitungen auf den Markt kommt, wird es zum Riesenerfolg. Die beispiellose Karriere des Max Grundig beginnt. Die Firma heißt jetzt „RVF Radiotechnische Fabrik", später „Grundig Radio Werke". Sie beschäftigt 290 Mitarbeiter und braucht bald mehr Platz für die Produktion.

1947 entstehen an der Kurgartenstraße in Fürth die ersten sechs Steinbaracken. Im Oktober wird der Dreiweilenbereichs-Vierkreissuper „Weltklang" mit poliertem Nußbaumgehäuse produziert. Der erste Nachkriegssuper, die Sensation seiner Zeit.

1947 Max Grundig am Neubau
1949 der Weltklang Super
Produktion bei Grundig 1950
Grundig Reporter 1952

1948-1952

Grundig beschäftigt immer mehr Menschen. 1948 sind es 650, 1952 mehr als 6.000. Die Währungsreform hat die Schaufenster gefüllt, der Nachholbedarf ist unübersehbar. Bis Ende 1 948 werden mehr als 50.000 „Heinzelmänner" verkauft. 1949 mausert sich der „Weltklang" zum 6-Kreis-Super. Grundig steigt mit 150.000 Radios und 20% Marktanteil zum größten deutschen Rundfunkhersteller auf, 1952 mit einer Million zur Nr. 1 in Europa.

Der erste Musikschrank mit Plattenspieler für 988 DM kommt, das erste Tischgerät mit Einfach-Plattenspieler und der „Boy" folgen, das erste Nachkriegs-radio mit Netz- und Batterieteil, sein Gehäuse schon aus der eigenen Kunststoff-Spritzerei.

1950 wird der UKW-Empfang eingeführt, Grundig produziert sofort UKW-Radios in großer Stückzahl, forciert die UKW-Weitempfangstechnik. Statt Drehknöpfen führt er Druck-tasten ein. Lange bevor das Auto zum Volksgefährt wird, präsentiert Grundig 1951 einen Autosuper (AS 248) für alle Wagentypen.

Als noch kaum jemand das Tonband kennt, hat Grundig es schon, erst im Musikschrank, dann, 1952, im Tonbandkoffer „Reporter 300 L", mit 998 DM der erste unter 1.000 DM. Grundig wird Marktführer für Heimtonbandgeräte. Fernsehen gibt's in Deutschland erst zögernd an Weihnachten 1952.

Grundig zögert nicht, er baut 1951 die ersten 94 Fernsehapparate mit 22 x 29,4-cm-Bildschirm, ein Jahr später den „Zauberspiegel" mit 43er-Röhre, den ersten serien-mäßigen Fernsehapparat. Mit Beginn der Reisewelle gibt Grundig dem Touristen den „Boy Junior" zur Hand, den ersten Klein-Reiseemp-fänger. Jetzt werden täglich 2.500 Geräte produziert.

Grundigs Fernseher
Grundig Tonband TK5
Grundig 3D Klang

1953-1956

Grundig baut seinen Spitzenplatz aus, Grundig bleibt der Erste, der Schnellste. Seine populäre Preispolitik wird zur sozialen Komponente, sie öffnet den Markt auch für den „kleinen Mann".

Meilensteine einer stürmischen Entwicklung: 1953 erster deutscher Fernsehempfänger unter 1.000 DM; ein Radio der „Kleeblatt-Serie" wird zum ersten Gerätetyp, von dem mehr als 100.000 Stück verkauft werden; die erste deutsche Vidicon-Fernsehkamera, 1954 die „Stenorette", erstes deutsches Diktiergerät - das Büro wird revolutioniert.

Er versorgt 92% des deutschen Tonbandmarkts und wird der Welt größter Hersteller von Tonbandgeräten und Musikschränken -Grundig stellt ein neues Möbel in deutsche Wohnzimmer.

1954 spielen mehr als zwei Millionen Grundig-Geräte in aller Welt, verlassen fast 20.000 Fernseher das Werk, obgleich das Fernsehen noch immer in den Anfängen steckt. Der Gleichklang von Qualität, Produkt und Preis hat Grundig zum Marktführer gemacht., zum Pionier und Wegbereiter.

1955 erster Fernsehapparat mit 43er-Bildröhre für nur 698 DM; erstes deutsches TV-Gerät mit 72-cm-Bildschirm; erste Fernseh-Miniatur-kamera; erster Tonbandkoffer (TK 5) unter 500 DM, der den Umgang mit dem Tonband zum Hobby für Millionen macht.

1956 der „Transistor Boy", erster deutscher Reiseempfänger mit Transistoren; Wunderröhre E 88 CC, die erste Röhre für Weitempfang. Das Spulentonbandgerät mit 15-cm-Spulen und Reverse-Betrieb (TK 9) bereichert den Markt, das „Heinzelmann-Schaltuhrenradio" die Hotelzimmer, der Anrufbeantworter „Teleboy" die Chefetagen. Grundig macht den 3-D-Klang zum populären Radiovergnügen.

1957-1961

Max Grundig kauft die Triumph-Werke in Nürnberg und Adler in Frankfurt. Jetzt produziert er auch erfolgreich Büromaschinen. Die Familien-Schreibmaschine „Gabriele" mit dem Schlagerpreis von 298 DM wird zur Sensation, später die vollelektrische „Matura" zum großen Wurf, und für die „Tippa" gibt's eine Goldmedaille.

Rekordzahlen bei der Radio- und Fernseh-Produktion: Bis 1957 fünf Millionen Geräte verkauft, 1961 schon zehn Millionen, zum Ausgang der Fünfziger-Aufbaujahre liegen 20% der deutschen Radio-, 34,2% der Musikschrank-, 27,3% der Fernsehschrank- und 13,2% der TV-Produktion bei Grundig, und sein Vorsprung wächst:

Der erste deutsche tragbare Schwarzweißfernseher (36er-Röhrej kommt, der erste Stereo-Konzertschrank, das erste Vollstereo-Tonbandgerät und das erste mit Batteriebetrieb („Niki SK"), die erste kompakte Fernsehkamera unter 2.000 DM („Fernauge FA 40") und die erste mit Transistoren, der kleinste deutsche Taschenempfänger „Mini Boy" (250 g, Mittelwelle, sechs Transistoren) und der allerkleinste „Solo Boy" in Zigarettenschachtel-Größe für knapp 100 DM.

1960: Fernsehgeräte werden mit UHF (fürs 2. Programm) ausgestattet, Stereo-Steuergeräte mit separaten Lautsprechern, das Telefon bekommt 1961 von Grundig einen automatischen Anrufbeantworter.

Edel-Hifi für Jedermann
der Grundig Satellit
der Grundig Elite Boy
Technik von Grundig Electronic
Max Grundig in New York

1962-1970

Die Jahre ständiger Innovation: Hi-Fi, Weltempfänger, Farbfernseher, Recorder, Tonbandgeräte und . . . und.

Die Komponenten der Baustein-Serie für die individuelle Hi-Fi-Anlage sind Spitzenklasse und bleiben trotzdem preiswert: Tuner erst mit Röhren (1963), dann mit Transistoren (1969), erst Verstärker, dann Vollverstärker, kombiniertes Einbauchassis (1966), erster Receiver mit „Tunoscope", erstes Hi-Fi- Gerät mit eingebautem Equalizer, erstes Cassettendeck, der Kugellautsprecher „Audiorama 7000" (1970).

Dem Weltempfänger „Ocean Boy" (1962) folgt der erste „Satellit 205" mit vier KW-Bereichen, 1968 mit Kurzwellen-Bandspreizung. Das erste Farbfernsehgerät T 800 (1967), bestückt mit 48-cm-Röhre, kostet 1865 DM, größere Apparate zwischen 2400 und 2700 DM.

1962 die „Stenorette R" als Reisediktiergerät, 1967 die erste vollelektronische Programmwahltechnik für Fernseher, der Schwarzweiß-Videorecorder BK 200 und das erste farbtüchtige Gerät BK 200 FAM.

Rasante Fortschritte auch bei Tonband-, Radio- und Audio- Cassettenrecorder- Technik: Reiseempfänger mit 49-m-Kurzweilenband „Elite Boy 203 L" (1963), Volltransistor-Autoradio, Autocassetten-Gerät, Cassettenrecorder mit Compact-Cassette, „Elektronisches Notizbuch EN 7" (Werbeslogan: „. . . für alle, die etwas zu sagen haben", 1967),

Der erste Radiorecorder mit Compact-Cassettenteil und UKW-Empfang, Vollstereo-Reiseempfänger „Stereo-Concert-Boy", das erste Uhren-Musikgerät „Sono-Clock" und das erste Batterie-/Netztonbandgerät mit automatischer Aufnahme-Aussteuerung und eingebautem UKW-Teil.

Aus der professionellen Elektronik: Numerische Werkzeugmaschinen-Steuerung, Europas erste Volltransistor-Fernsehmonitore und der 1-Zoll-Videorecorder für Schwarzweiß-Aufzeichnungen, drahtlose Bildübertragung mit „Schlitzkabeltechnik'".

1965: Grundig ist mit 500.000 Geräten im Jahr Deutschlands größter Produzent von Fernsehern. 1968 verkauft Max Grundig die Büromaschinentöchter Triumph und Adler, den Erlös steckt er in die Entwicklung der Unterhaltungs-Elektronik, vornehmlich in das neue Farbfernsehwerk Nürnberg-Langwasser, das größte und modernste der Welt (mit eigener Kunststoff-Produktionsanlage). Es wird 1970 mit einer Anfangsproduktion von täglich 600 Geräten eröffnet.

Nebenbei verkauft Max Grundig in den USA 70.000 Triumph-Motorroller, die in Deutschland unverkäuflich schienen.

Grundig VCR Recorder
Grundig Video 2000
Direktor Mayer und Grundig

1971-1974

Die Branche meldet Absatzkrisen, Grundig erweitert seine Produktpalette: Erster VCR Heim-Video-Cassettenrecorder BK 2000 Color, Farbfernseher mit Sensortechnik, erste Radios mit 4-D-Stereo-Raumklang, Uhrenradio „Sono-Clock" mit Digital-Uhr, Zweiweg-Hi-Fi-Studio 2000, das zum Bestseller wird.

1972: Die Modultechnik - bahnbrechende Neuerung und Markstein in der Femsehgeräte-Produktion. Das Super-Color-Gerät jetzt mit volltransistoriertem Chassis im Baustein-Prinzip. Nun hat der Service leichtes Spiel, nun kann jedes Teil mühelos ausgewechselt werden.

Weiter: Erster deutscher Farbfernseh-Portable (1973), verbesserter Video-2000 Cassettenrecorder, Videorecorder mit Einzelbildspeicher auf 1-Zoll-Basis, erster Stereo-Cassettenrecorder mit Dolby.

Grundig richtet der Deutschen Lufthansa ein modernes Fernseh- Informations- System ein, bei den Olympischen Spielen 1972 in München ist Grundig offizieller Ausstatter.

Die Quadrophonie-Welle begeistert alle Hi-Fi-Freunde, die „Stenocassette 30" mit eingebauter Minutenanzeige signalisiert, als erste Diktiercassette der Welt, den Beginn des „Stenorette-Systems 2000"; eine neue Generation der Spulentonband-Fertigung kündigt sich an, vom Radiorecorder C 6000 werden 1971 gleich mal 3.000 Stück verkauft - Spitze in Qualität, Spitze auf dem Markt.

Anmerkung der Redaktion:

So klingt Marketing. Sicher war Grundig mit VCR und Video 2000 Vorreiter, aber unerfolgreicher Vorreiter. Es gab technische Probleme ohne Ende und am Ende hat Grundig zusammen mit Philips viel viel Geld investiert und verloren.

Auch mit den 1" Recordern mit dem sehr großen Scanner (der Kopftrommel) hatte Grundig viele Probleme und zur Studioqualität hatte es nie gereicht, es konnte nicht gehen.

Der Quadro Flop wurde heruntergespielt, denn sowohl das komische Grundig 4D als auch Quadro kam ohne die Quadro-Musik nicht rüber.

1975-1980

Grundig bleibt innovativ, konzipiert Jahr für Jahr neu. Schwerpunkt Hi-Fi, denn „Hi-Fi ist für alle da". Neue Receiver, neue Tuner, neue Cassettendecks, neue Lautsprecherbox mit eingebauten Verstärkern, neue, jetzt auch drahtlos gesteuerte Dreiweg-Kompaktanlage, neu der Aktiv-Flächenstrahler „Monolith" mit 22 Lautsprecher-Systemen. Hi-Fi in vielen Varianten: die 100-mm-Serie, Mini-Serie, SlimLine mit Sendernamenanzeige, klassische Baustein- Komponenten, Rundfunk/ Schallplatte/ Cassette in einem Gehäuse.

Fortschritt auch beim Autoradio: Cassetten, elektronisch die Störaustastung und der Sendersuchlauf, Stereosound, Hi-Fi. Hi-Fi und UKW-Teile selbst in Spulentonbandgeräten.

Erstes Videogerät mit zwei Stunden Laufzeit, Super-Video-Recorder mit vier Stunden, 1979 das gemeinsam mit Philips entwickelte „Video 2000" mit Wendecassette und zweimal vier Stunden Laufzeit. Dieses europäische System ist anderen technologisch überlegen, scheitert aber an fehlender Software.

1978: In Nürnberg-Langwasser nimmt das neue Videorecorder-Werk die Produktion auf. Tonwiedergabe von Farbfernsehern wird durch das Quasi-Parallelton-Verfahren verbessert, Komfort durch Stationscomputer. Der erste deutsche Farbfernseh- Projektionsapparat „Cinema 9000" erscheint.

Erfolgreich der Reiseempfänger „Yacht-Boy". Dann der Super-8- Farbfilm-Abtaster, das erste tragbare Farbfernseh-Aufzeichnungsgerät, der Stereo-Radiorecorder RR 1140, das Mini-Diktiergerät „Stenorette 2010", CB-Funkgerät, Telefon-Anrufbeantworter „Teleboy 2000" und ein Telefon-Wählautomat.

Von der Profi-Electronic: 1-Zoll-Videorecorder (10 MHz Videobandbreite) mit der höchsten Auflösungsleistung der Welt. Fernsteuerung von Videorecordern, Neuentwicklungen zur Verteilung von Audio- und Video-Informationen.

1981-1986

Fernsehen und Video erreichen neue Dimensionen, Radio und Hi-Fi ausgeklügelten Komfort. 1981: erster stereotüchtiger Videorecorder, Video 2 x 4 mit Echtzeit-Anzeige für Bandposition, „Compact-Serie" und Cassettendecks mit Schubladenlaufwerk für erweitertes Hi-Fi-Programm, das Uhren-Radio „Sono-Clock" kann sprechen.

1982: Stereo-Farbfernsehanlage-nach dem Polarisationsverfahren von der Profi-Electronic. Neues Hi-Fi-Empfangsteil der Spitzenklasse mit dem Tuner ST 6500, neues Autoradio mit 4 x 20-Watt-Booster, neues „Elektronisches Notizbuch".

1983: Farbfernseh-Großbild-Projektor „Cinema 9080" mit 1,28 qm Bildfläche, neue Fernsehkameras, zwei neue Weltempfänger „Satellit" mit direkter Frequenzeingabe und Synthesizer-Abstimmung, Bildschirmtext-Editiersystem, Telefonanrufbeantworter „Teleboy 3000" mit Fernabfrage, „Teleboy 1000" jetzt für den privaten Gebrauch.

1984: Neue Multi-System-Fernsehempfänger für fünf Normen, jetzt VHS neben „Video 2000", Adapter für programmsynchrone Videoaufzeichnung, Zubehör-Palette für das neue Bildschirmtext- System (Btx).

1985: Neun Fernsehnormen für Multi-System-Fernsehgeräte, fünf für Videorecorder, CTI-Schaltung für optimale Farbkontur-Schärfe auf dem Bildschirm, erster deutscher VHS-Hi-Fi-Recorder der neuen Video-Generation mit „Auto-Tape-Time-Select-System" für automatische Bandanzeige. Satellit-TV-Receiver empfängt Fernmelde-Satelliten direkt.

1986: Der neue Grundig TV-Recorder faßt Fernsehen und Videorecorder zur kombinierten Einheit ohne Kabelgewirr zusammen. „Grundig VS 380 Hi-Fi" wird „Gerät des Jahres". Erster Farbfernseher der Welt mit 100-Hz-Technik ohne Großflächenflimmem, zwei Jumbo"-Großbildgeräte mit 95 und 82 cm Bilddiagonale. Neuer mikroprozessorgesteuerter Weltempfänger „Satellit" (400 und 650).

1982-1984 Grundig Spezial

Max Grundig erläutert sein EUROPA-Konzept. Am 21. Oktober 1982 fordert er die Europäer zu größerer Gemeinsamkeit und die fernöstlichen Anbieter zu mehr Verständnis für die Situation der Europäer auf. Im April 1984 zieht der 76jährige Firmengründer Max Grundig sich zurück, Philips übernimmt die unternehmerische Führung.


Anmerkung: Die Japaner hatten natürlich überhaupt kein Verständnis für unsere Mimosen oder Befindlichkeiten, im Gegenteil.

Und wir Europäer haben uns natürlich nicht gewehrt, weil da ein paar Luxus Autos nach Japan exportiert werden sollten. Es waren die teuersten Autos, die wir jemals exportiert hatten. Sie waren damals 100.000 Arbeitsplätze teuer. Wir sollten dabei natürlich auch die "eingeschlafenen Hosen" und die überalterten Firmenlenker nicht vergessen, die dazu beigetragen hatten.

1987-1991

Neue Schubkraft für die Produktionsgestaltung: Grundig setzt auf Moderne und Exklusivität, auf höchste Qualität auch im Design.

„Fine Arts by Grundig" ist der Ausdruck einer neuen Hi-Fi-Philosophie, 100-Hz-Technik die Zauberformel für die Zukunft des Farbfernsehens. Eindrucksvoll die Hi-Fi-Komponenten im neuen Stil: Röhrenverstärker, regelungsfreie Box mit vier eingebauten Verstärkern bei 120 Watt, Single Cassette Tape Recorder, CD-Spieler, tragbarer CD-Player, DAT-Recorder zur Anfertigung verlustfreier digitaler Bandkopien, Satellite-Tuner, Receiver mit RDS-Auswertung (Radio Data System).

Die neuen „Monolith-Farbfernseher" (schon 1988 kommt ein Gerät der zweiten 100-Hz-Generation auf den Markt), ein Projektionsgerät mit 117-cm-Bildschirm, ein Farb-TV-Gerät in Porsche-Design und ein Modell mit eingebautem Satellite-Receiver zum Satelliten-Empfang werden zu Highlights.

1991 beginnt ein neues Kapitel der Farbfernseh-Technik: Übertragung von Fernsehsignalen im neuen Bildseiten-Format 16:9 (bisher 4:3) auf 92-cm- und 142-cm-Diagonale („Cinema"). Auf dem Video-Markt werden Geräte mit Textprogrammierung, Benutzerführung und Multi-Audio-System für einfachste Bedienung, das universelle Video-Konferenz- Kompakt-Studio, der erste deutsche Super-VHS- Recorder mit einer bisher unbekannten Fülle an Features und Zusatzfunktionen, der erste Videorecorder mit integriertem Satelliten-Empfänger und die Weltneuheit mit dem ordnenden Archivsystem zu absoluten Höhepunkten.

Aus der Fülle weiterer attraktiver Neuheiten: RDS-Autoradio mit Sendernamen- Anzeige, automatischer Alternativfrequenz-Auswahl und abnehmbarem Bedienteil zur Diebstahl-Sicherung, erste hochauflösende CCD-Kamera, „Satelliten"-Weltempfänger mit programmierter Speichertabelle für 40 Stationen und variabler Speicher-Kapazität, Kameras in 8-mm- und Hi-8-System, Hotel-Kommunikations-System für Service, Sicherheit und Unterhaltung der Gäste.

Neue Komponente in der Produktpalette: das Telefon. Ein schnurloser Apparat kommt auf den Markt. Grundig Electronic stattet die U-Bahn in Wien und die Magnetschwebebahn Transrapid mit Fernsehanlagen aus, Grundig ist am Eureka-HDTV-Projekt beteiligt.

Am 8. Dezember 1989 stirbt der Firmengründer Max Grundig im Alter von 81 Jahren in Baden-Baden.

1992-1994

Immer mehr eindrucksvolle Innovationen: ATS, das komfortable System zur selbständigen Sender-Programmierung; neuer 70-cm-Fernseher im Bildformat 16:9; das Megatron-Konzept mit staubfreiem, reflexionsarmem Bildschirm, exzellenter Schärfe durch dynamischen Fokus und Geschwindigkeits-Modulation des Elektronenstrahls, kontrastreichem, farbbrillantem Bild und höherer Lichtausbeute; neue Satellite-TV-Receiver-Generation mit noch mehr Komfort und Features.

Erste PALplus-Geräte: 16 von 23 Erfindungen zur PALplus-Entwicklung kommen von Grundig; der PALplus-Encoder von der Grundig Electronic hat einen festen Platz in den professionellen Fernsehstudios; Dolby-Surround mit Prologic-Decoder bringt perfekten Kinoklang ins Wohnzimmer.

Völlig neu das Grundig-Hi-Fi-Programm mit „Performing Arts", hohe Designqualität und flexible Kombinationsmöglichkeiten der Produktlinien „Fullsize", „Midi", „Mini" und „Mini-Compact" mit mehr als 30 Komponenten. Das Digital-Cassettendeck DCC 305 und eine neue Lautsprecher-Generation werden höchsten Ansprüchen gerecht.

Bei Autoradios setzt sich das Radio Data System (RDS) durch, das Grundig-Modell 1903 RDS (Stereo-Cassetten-Autoradio mit UKW-Empfangsteil, Sendernamen-Anzeige, Alternativfrequenz-Auswahl und Double Security System) wird für nur 400 DM verkauft. Daneben die Stereo-Autoradio- CD-Kombination. Auch der computergesteuerte „Yacht-Boy 500" ist mit RDS ausgerüstet.

Grundigs „elektronischer Wetterfrosch" dient als Empfangsanlage für den Wettersatelliten Meteosat, sechs neue Telefon-Modelle erfüllen individuelle Käuferwünsche. Auch auf dem Umweltsektor übernimmt Grundig eine führende Rolle: ein Oko-Technologie-Zentrum wird gegründet, abbaufähige Verpackung eingeführt, für TV-Geräte eine Recycling-Garantie gewährt.

1995 - ............ 2000

Wir sind sicher: Die Unterhaltungs-Elektronik heutiger Prägung (Übertragung und Empfang) wird in zehn Jahren nicht mehr existieren. Die technische Entwicklung führt zu einem Zusammenwachsen der Unterhaltungs-Elektronik mit bislang getrennten Branchen, beispielsweise der Informationstechnik und der Tele-kommunikation.

Grundig versteht sich als Schrittmacher in diesem Prozeß, die führende Beteiligung an Pilotversuchen mit DAB (Digital Audio Broadcasting) und an Multi-Media-Anwendungen untermauern diesen Anspruch. Wir werden in die neuen Produktmärkte der Informations-und Datentechnik vordringen, zu neuen Produkten auch Dienstleistungen anbieten und unser Geschäft noch stärker internationalisieren.

Grundig ist und bleibt Innovator auf vielen Gebieten, beispielsweise in der PALplus-Technik, an der wir 16 von 23 maßgeblichen Patenten halten, oder im Bereich des digitalen Rundfunks (DAB), in dem wir als erster Hersteller einen DAB-Empfänger entwickelt haben, der in Pilotprojekten zum Einsatz kommt.

Die Zahl der Produkt-Entwicklungen der letzten Jahre geht in die Hunderte, und 80% unserer UE-Produkte sind nicht älter als zwei Jahre, Computer-Monitore sind auf dem Weg zur Produktionsreife.

Grundig ist nach wie vor eine der vier stärksten Unterhaltungselektronik- Marken in Europa. Wir werden uns auf dieser Position nicht ausruhen. Die Auflage einer Heinzelmann-Replica gerade zum 50. Geburtstag unserer Marke steht als Symbol dafür, daß wir die zweiten 50 Jahre mit der gleichen Begeisterung und dem gleichen Ehrgeiz angehen wie Max Grundig die ersten.

Anmerkung in 2009 -
Ja, das war die Vision für Mitarbeiter und Kunden

Doch sie wurden von der Realität eingeholt, schneller, als ihnen lieb war. Pieter D. Harmsen ist schon lange nicht mehr dabei. Ob er sein Grundig TK-320 heute noch hat ???

Ich habe "Meines" (mein TK-320) wieder, einfach geschenkt bekommen von einer ganz lieben älteren Dame, der der Ehemann und Sammler verstorben war.

Das ist der Weg der Zeit.

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