Ein AEG Magnetophon ist ein Gerät, das zur Schallaufzeichnung und Wiedergabe dient. Mit ihm kann jedermann ohne Spezialkenntnisse Tonaufnahmen selbst herstellen, z. B. von Rundfunksendungen, Ansprachen, Vorträgen, musikalischen Darbietungen usw. Tonträger ist ein magnetisierbares, filmähnliches Band, das beliebig oft abgespielt, gelöscht und wiederverwendet oder als Lautdokument aufbewahrt werden kanr Hochfrequenzmagnetisches Verfahren nennt man diese Art der Schallaufnahme- und Wiedergabe, wie sie bei dem AEG Magnetophon angewendet wird. Ein mühsamer Weg zum Erfolg.
Das erste Gerät, mit dem man Schall aufnehmen und wiedergeben konnte, baute der Amerikaner Edison im Jahre 1877. Phonograph nannte er seine Erfindung. Sie fand die gebührende Anerkennung der Zeitgenossen. Was aber aus dem Trichter zu hören war, ließ in Bezug auf Klanggüte noch viele Wünsche offen. Einen wesentlichen Fortschritt bedeutete schon das 10 Jahre später entwickelte Verfahren des Deutschamerikaners Emil Berliner, das zu einer brauchbaren Aufnahme und Wiedergabe von Schallplatten führte. Bis dahin konnte man Schallwellen nur auf mechanischem Wege festhalten.
Der „sprechende Stahldraht" des dänischen Radiotechnikers Paulsen bedeutete daher einen großen Fortschritt: Das elektromagnetische Schallaufzeichnungsverfahren war gefunden. In der Praxis vermochte es sich jedoch wegen seiner geringen Lautstärke nicht durchzusetzen. Es fehlte an geeigneten Verstärkern. Inzwischen erlangte der Lichtton Bedeutung. Wir kennen ihn vom Tonfilm her. Es ist interessant, daß gerade von dieser Seite die Forderung nach einem brauchbaren elektromagnetischen Schallaufnahme- und Wiedergabeverfahren gestellt wurde.
Die in langen Jahren weitergeführten Entwicklungsarbeiten hatten noch immer kein befriedigendes Ergebnis gebracht, als sich die AEG mit diesem Sondergebiet zu befassen begann. Im Jahre 1930 gelang ihr die erste entscheidende Verbesserung: Statt des Stahldrahtes wurde ein Papierstreifen benutzt, dessen eine Seite mit Eisenoxydteilchen präpariert war. Später ersetzte man den Papierstreifen durch ein filmähnliches Band.
Unter dem Namen „AEG Magnetophon" wurde dieses Gerät bekannt. Es erreichte bereits eine beachtliche Klangqualität. Aber erst die vor 10 Jahren gemachte Erfindung, die eine Hochfrequenzbehandlung der Bänder vorsieht, ließ das Magnetophon zu dem Spitzenerzeugnis moderner Aufnahme- und Wiedergabetechnik werden.
Ein Band trägt Wort und Ton, die menschliche Stimme vom leisesten Flüsterton bis zu des „Basses Grundgewalt", Musik vom zartesten Piano bis zum stärksten Fortissimo, jeden Ton, jedes Geräuch, die ganze Welt des Schalls.