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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Vollmer, der Einzigartige

Nach dem Krieg ging es ziemlich chaotisch zu in Deutschland und es gibt viele Gerüchte, Anekdoten und Glossen über die Sonderwege kleiner Firmen mit klugen Köpfen und schlauen Füchsen.

 

Solch ein kluger Kopf war der "Ingenieur" Vollmer. Eigentlich war er kein richtiger Ingenieur mit Abschluß als "Ing.Grad." oder als "Dipl.Ing.". Er hatte sich fast alles Notwendige in erstaunlich kurzer Zeit selbst beigebracht und reparierte defekte Altgeräte. Dann baute Vollmer recht schnell ein eigenes studiotaugliches Magnetbandgerät und war damit der Haus- und Hoflieferant für den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Der SDR - im amerikanischen Sektor - hatte Leidensdruck und damals keine Möglichkeiten, von den "Freunden" aus den anderen Sektoren / Besatzungszonen irgendwelches Material zu bekommen.

 

Wir haben inzwischen einige Stories aufgefangen und sind am Sondieren.

 

Fangen wir mit den ältesten mal an. Irgendwie riecht es nach den alten AEG Maschinen, die nach dem Krieg noch übrig waren und von Vollmer restauriert scheinen. Laut diverser Quellen soll Herr Vollmer mehrere AEG Tonschreiber "aufgegabelt" haben, die während des Krieges in großen Stückzahlen für die Wehrmacht gebaut wurden. Diese hat er dann modifiziert und an den Südfunk Stuttgart verkauft, es gab ja nichts Anderes.

 

Auf diesem alten Gerät steht irgend etwas von Vollmer Tonbandgerät, 1949, Vollspur 76cm/s und AEG-Telfun.... drauf. Mehr war nicht zu erkennen.

 

 

Es muß also Mono gewesen sein und auch recht alt. Die Maschine erfordert die Bänder noch in der alten deutschen Schichtlage (Magnetschicht außen).
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Es gab da auch noch eine Vollmer R75

Diese Gerät riecht geradezu nach einer Telefunken M5. Irgendwie sieht das alles sehr ähnlich aus.

Beachten Sie die gewaltige ALU Chassisplatte, an der die Motoren und der Rest angeflanscht sind.
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Und dann noch eine WG 30.

Das scheinen die Bandmaschinen vom Süddeutschen Rundfunk zu sein. In den Norden - also bis zu uns zum Hessischen Rundfunk - haben die sich jedenfalls nicht (freiwillig) verirrt. Sicher war es sauberste Handarbeit mit exzellentem Können.

Doch das reichte bald nicht mehr. Ein kleines Bißchen Dokumentation für die Ton-Meßtechnik der Sender, also etwas Geschriebenes, mußte her. - "Und das hatte der Herr Vollmer doch alles in seinem Kopf, wo denn da das Problem wäre."

Das Problem war, die Rundfunkler vom SDR kauften irgendwann nichts mehr bei ihm. Es war zu unsicher geworden mit der "one man show" und es gab dann auch hochwertigste Alternativen von Telefunken und von Studer und später von den Japanern mit professioneller industrieller Fertigung und vor allem - mit ausführlicher Dokumentation - .

Als zum Ende 1967 Willi Studer mit der ReVox A77 den Semi-Profi Markt aufmischte, wurde es eng für die verbliebenen "Kleinen". Diese neue 3-Motoren Semiprofi- Maschine setzte mit einem unglaublich günstigen Preis zu einem Höhenflug an, der den anderen Anbietern - preislich zwischen Grundig und Telefunken - die Luft abschnürte. Auch Vollmer bekam das zu spüren.
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Vollmer baute eine Vielzahl unterschiedlicher Maschinen ....

.... deren unüberschaubare "Vielfalt" ihm schliesslich zum Verhängnis wurde. Keiner selbst der wohlwollenden Rundfunk-Profis wollte noch oder wieder eine seiner "tollen" Sonderanfertigungen haben.

Zumal gab es so gut wie nie eine Dokumentation über die Konstruktion. Die würde schon laufen, dafür stehe er ja gerade.

Diese Informationen stammen alle aus den Quellen ehemaliger SDR Mitarbeiter, die in den 1980er Jahren in Pension gegangen waren.
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