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2019 - Ein "funkel-nagel-neues" DUAL C-939 geht nicht mehr.

Mai 2019 - Wir haben im Somer 2018 ein nahezu fabrikneues DUAL C-939 Kassettengerät geerbt. Dem quasi nicht vorhandenen Staub, der nicht vorhandenen Verschmutzung von Capstan und Bandführungen nach zu urteilen, ist es nur ganz ganz wenig benutzt worden. Auch die Frontplatte und die Abdeckhaube sind sehr sauber und völlig unverkratzt.

Das C-939 aus etwa 1977 war mal ein DUAL Versuch, ein Highlight auf dem Kassettenmarkt - also echt "Made in Germany" - gegen die immer stärkeren Japaner zu positionieren.

Nur wenige erinnern sich noch daran, daß der europäische Hifi-Markt ab Ende 1977- Frühjahr 1978 kollabierte, der amerikanische Hifi-Markt sogar bereits 3 Jahre früher absackte und die Japaner ihre Preise notgedrungen mit Gewalt senkten.

Und in diesem Produkt-Zeitraum vergleiche ich dieses C-939 mit anderen in etwa vergleichbaren CC-Recordern sowohl aus Japan wie auch aus den USA (aber dort auch bereits Made in Japan). An Export war bei diesem "deutschen" Design sowieso nicht zu denken, obwohl bereits Cinch-Buchsen vorhanden waren.
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Der Text dieser Beschreibung steht hinter dem Link.

Ein DUAL C-939 sollte etwa 1100.- DM kosten. Das war damals 1977 bereits ein recht hoher Preis - eben dem "Made in Germany" geschuldet. Aber am bundesdeutschen Markt war er bereits nicht mehr konkurrenzfähig.

Ohne einen genaueren Blick innen hinein zu werfen, waren die beworbenen und gemessenen Spezifikationen und Features eher Mittelklasse. In dem "Bericht" in der Hifi-Stereophonie - es war ja kein richtiger "Test" - lesen Sie ganz deutlich, wie sich der "Tester" Arndt Klingelnberg bereits gewunden hatte, irgend etwas wirklich Herausragendes an dem relativ teuren Gerät zu finden und auch zu benennen.

Am Ende war es die mehrfache Aufhängemöglickeit an einer senkrechten Wand und mehrere Füße für 3 verschiedene "Aufstellschrägen". Wie toll !!! Und: Der C-939 "gehöre" sicherlich zu den Besten "mit Endlos-Revers Antrieb". Da es bislang aber nur ganz wenige davon gab, war das im Umkehrschluß quasi das KO-Kriterium, da er im Vergleich zu allen CC-Recordern am gesamten Markt gerade mal Mittelklasse war. Und als die Japaner auch mit "Revers" kamen, war der C-939 nur noch ganz ganz hinten.

Der normale Senkrechtbetrieb war mit diesem für waagrechten Betrieb gebauten Gehäuse nur schwer machbar. Die Tasten müssen nämlich kräftig gedrückt werden. Für 1100.- Mark oder ganz wenig mehr lieferten die Japaner bereits mit federleichten Tipptasten gesteuerte Mehrmotoren-Geräte der oberen Qualitäten.
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Die Laufrichtungsumkehr - wer brauchte es wirklich ?

Zwei Löschköpfe, ein A/W Kopf
Der 4-Kanal-Kassetten-Tonkopf
Einsicht von oben

Die Funktion der Laufrichtungsumkehr ohne einen großen mechanischen Rotations-Aufwand konnte man nur mit richtigen echten feststehenden 4-Kanal 4-Spur Köpfen hinbekommen. Das ging bei der CC-Kassette auch nur mit einem Kombikopf sowie zwei Löschköpfen. Für einen zweiten Kopf war kein Platz verfügbar.

Damit war die angepriesene Spitzenqualität unter den CC-Recordern schon nicht mehr machbar. Von Karl Breh und Arnd Klingelnberg hatte ich die abwertenden Kommentare von Willi Studer zu solchen Krampflösungen der damaligen Zeit erzählt bekommen. Tonkopf-Spezialist Wolfgang Bogen aus Berlin hatte mir bei einem der letzen Telefonate auch erzählt, wie sie sich mit dieser difizilen und wackeligen Technik gequält hatten. Von dem AGFA Verfahrensingenieur (unserm "Mr. Makrolon") bekam ich erzählt, daß das 3,8mm Band von AGFA auf einer umgebauten Revox A77 (sogar vom Wickelteller) hervorragend lief, aber in den Kassettenspielern viel zu oft gedehnt wurde und die dann aufgetretenen Randwelligkeiten schlimm waren.
Übrigens, die Köpfe sind alle - wie auch das ganze Gerät - neuwertig und hatten weder Staub noch sonstigen Abrieb.
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Im Prospekt steht nichts von Dual-Capstan - warum nicht ?

Da unser C-939 zwei vermeintlich durchgebrannte Sicherungen hat, können wir es noch nicht in Betrieb nehmen.

Die beiden Andruckrollen werden vermutlich jeweils nur in einer Lauf-Richtung und dann auch nur an eine von beiden Capstan-Wellen angedrückt, obwohl der gesamte Kopfschlitten nur einmal senkrecht nach oben geführt ist.

Die ganze Mechanik wird zudem mit nur einem Synchron-Motor betrieben, dessen Laufrichtung nicht so einfach umkehrbar ist und per mechanischen Drucktasten gesteuert. Also der Werbespruch "getrennte Antriebe für Wickelspulen und Capstan" ist auch Unsinn, das hat jedes Einmotorengerät.
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Ein 24 Volt Synchronmotor (aus den Plattenspielern)

Der mit Netzfrequenz betriebene Antriebsmotor war technologisch auch bereits ein Auslaufmodell, aber vermutlich in größeren Stückzahlen verfügbar. In 1977 stemmte sich DUAL bereits mit aller Kraft - und auch mit durchaus guten neuen Produkten - gegen den Absatzrückgang. Ein moderner geregelter büstenloser Gleichstrommotor wäre von Vorteil und dazu viel kleiner gewesen. Der Mechanikteil ist schon sehr "übersichtlich", also großflächig.
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man sucht "ihn" vergebens

Kein Netz- / Einschalter

Auch andere Eigenschaften sind schon damals nicht mehr marktgerecht gewesen, so die Ermangelung eines Netz- bzw. eines Einschalters. Ohne Handbuch steht (oder sitzt) man - als Musik-Fan sowieso und als Profi ebenfalls - ziemlich bescheuert vor dem Teil und kann es nicht fassen, wie ein deutscher Ingenieur soetwas entwickeln konnte. Dieses unglückliche "Feature" war auf jeden Fall am Markt vorbei.
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Das Öffnen der Kunststoff-Abdeckung oben ist "strange" (befremdlich)

"Mann" muß es vorher einfach nur wissen
und diese Schrauben slolten Sie nie anfassen

Also von unten geht es nicht. Das machen aber die allermeisten Hersteller so, weil dort ja die "Eingeweide" zugänglich wären. Bei SONY zum Beispiel sind alle öffnungsrelevanen Schrauben deutlich gekennzeichnet - und das nicht nur bei den Verstärkern und den Fernsehern. Bei diesem DUAL C-939 ist das alles etwas wirr, zumindest "anders".
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Man muß bei einem C-939 Service-Fall vorher das Service-Manual durchlesen. Sonst ist man verratzt. Selbst ein geübter Servicetechniker, der hunderte von deutschen und japanischen CC-Geräten ohne solch ein Service-Manual ziemlich unproblematisch geöffnet hatte, steht bei dem DUAL wie der Ochs vorm Berg. Die hinteren 2 Schrauben auf der großen in Kunststoff eingefaßten ALU-Frontplatte sind zum Öffnen völlig unwichtig und nutzlos. Damit haben sich die DUAL Entwickler und Vertriebler ganz sicher keine Freunde mehr gemacht.
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Also das Öffnen des Gerätes muß man sich vorher genau anschaun (wenn man davon weiß), sonst wird es nichts. Sie merken schon, ich habe mich über diese unnötige verplemperte Zeit richtig geärgert. Ein Kunde hätte das in einer Werkstatt nie bezahlt, im Gegenteil.
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Nach dem Öffnen kommt der "Aha"-Effekt

Die linke Seite= Mechanik/Laufwerk

Ja, das waren deutsche Ingenieure. Das sieht man auf Anhieb. Das alles riecht nach Labormuster BRAUN "regie 500" Geräten aus Frankfurt. Dort war es leider sehr ähnlich. Bei anderen deutschen Geräten hatte ich erläutert, daß zum Beispiel bei Grundig die Montage-Minuten ganz akribisch gezählt und kalkuliert wurden, also wichtiger waren als die Einkaufs-Preise für Module, Baugruppen oder Mechaniken. Den deutschen Herstellern im Allgemeinen liefen ja zu dieser Zeit die im Vergleich zu Japan und Taiwan viel zu teuren Montagezeiten aus dem Ruder.

Bei den Japanern, so beschrieb es SONY Chef Akio Morita in seinem Buch, gab es fast immer für ein 6-er Entwickler- Igenieurs-Team ein zweier Aufpasser- oder Controller-Team, das nur auf solche Feinheiten wie das Einsparen von Montageminuten gedrillt war und was man sonst noch (gerade so) weglassen könnte.
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Das C-939 ist deutlich "overengineered" - überkandidelt.

Gleich ein erster Blick ins Innenleben sagt uns also, so war der entwickelte Prototyp nicht rentabel zu produzieren bzw. herzustellen. Das war alles viel zu kompliziert. An die späteren Serviceprobleme mit freien Werkstätten, auch DUAL konnte sich keine eigenen Werkswerkstätten mehr leisten, dachte man damals offensichtlich nicht. BRAUN hatte damit erhebliche Probleme, die der Chefentwickler immer wieder vorgetragen hatte. Auf ihn hatte auch niemand "da oben" gehört.
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Sehr "großzügig" aufgeteilt in Mechanik und Elektronik

nur die 0,6 ist defekt
Der Springfeder-Schalter
hier der Kontakt

Der Elektronik-Teil ist von einer massiven abgewinkelten Eisenblech-Hülle umschlossen, damit andere elektronische oder auch nur elektrische Geräte wie zum Beispiel nebenstehende Plattenspielermotoren dort nicht einstreuen.

Deutlich sichtbar sind 2 Sicherungen, bei uns beide scheinbar durchgbrannt. Die eine (0,6A träge) liefert die 26 Volt ~ vom Netz-Trafo direkt an den Motor und ist defekt und die andere (0,8A träge) liefert diese 26 Volt~ an den Netztgleichrichter und die nachfolgende Spannungsregelung. Diese 0,8A Sicherung ist zwar geschwärzt, hat aber Durchgang, ist also nicht defekt.

Mit den START- oder UMSPUL-Tasten wird gleichzeitig der Springfeder- Netz-Schalter geschaltet, der diese Spannung anlegt - bei jedem Tastdruck aufs Neue. Das ist vom Plattenspieler abgeschaut, dort wird der Motor mit dem Tonarm angeschaltet , - dort wird aber keine Elektronik geschaltet.

Bei fast allen Wega- und Saba- Receivern und Phonotruhen hatte ich verbrotzelte Netzschalter- Kontakte vorgefunden. Dort waren die Geräte aber vielleicht 3 mal am Tag ein- und ausgeschaltet worden. Hier wurde bei normalem Betrieb ja dauernd von vor- und zurück- auf Play gedrückt und dabei jedesmal dieser Kontakt geschlossen. Man hätte den Motor durchlaufen lassen müssen.
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Es ist mir schleierhaft, wie bei dieser Konzeption beide Sicherungen hätten auslösen können, da beide Stromzweige nichts miteinander zu tun haben, schon gar keine beinflussende Überlastung. (Die eine Sicherung sah nur so schwarz aus, war aber ok.) Eher müssten bei normaler Benutzung die Kontakte verschlissen sein.

Völlig konträr zu manchen befremdlichen Eigenschaften ist der auch noch beidseitig extra gekapselte Schnittbandkern-Trafo und dann dazu auch noch in "Gummimetallen "gelagert.

Erstens streuen Schnittbandkerntrafos so gut wie nie und zweitens brummen die auch nicht, sofern sie vergossen sind. Das ist für dieses Gerät in der Summe nicht schlüssig, aber sehr aufwendig und teuer und für ein mechanisch gesteuertes analoges Kassettengerät eigentlich übertrieben.
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Das mechanische Laufwerk links

Die Kassettenmechanik wohnt auf und unter einem massiven an allen Kanten und Ecken abgewinkelten 1 mm Stahlblech. Im Vergleich zu anderen Geräten ist das alles sehr großzügig und weitläufig konstruiert. Das alleine ist ein Kostenfaktor, der zu der Zeit nicht mehr bezahlbar bzw. verkaufbar war und der hätte vermieden werden können.

Die Funktion der Drucktasten ist nur auf der (per Siebdruck bedruckten) ALU Frontplatte vorhanden. Sind die kleinen Symbole mal weg, ist es konfus. Die nackten Tasten sind mißverständlich und das Gerät ist dann fast nicht mehr bedienbar.
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Zu sehen sind beide Achsen der Capstan Wellen. Auch kann man leicht erkennen, daß beide Andruckrollen sich bei START an diese Achsen heran bewegen, aber diese nicht berühren. Das muß noch evaluiert werden.

Laut Service-Manual gibt es eine große und eine kleine Schwungscheibe. Damit aber beide Laufrichtungen mechanisch realisiert werden können (der Motor dreht ja nur in eine Richtung), müssen sich diese gegenläufig drehen, immer. So wird sicher je nach Bandlaufrichtung mal die linke und mal die rechte Andruckrolle an die jeweilige Capstanwelle angepresst. Es ist also kein echter Doppel-Capstan, der in späteren Geräten deutlich bessere Gleichaluf- Eigenschaften erbrachte.
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Der Elektronik-Teil rechts

Die rechte Seite = Elektronik

In der Beschreibung von Arndt Klingelnberg lesen Sie "durch die Blume", daß das Teil noch lange nicht ausgereift war. Ich kann da hinzufügen, daß es von der waagrechten Konzeption her bereits 1978 zum nur noch schwer verkäuflichen alten Eisen gehörte.

Die sehr hellen und damals hypermodernen LED-Anzeigen sahen (sehen) zwar toll aus, waren aber funktionell nur suboptimal, weil die Entzerrungen der verschiedenen Bandarten nicht sauber implementiert waren.

Die vier Flachbahnregler der Eingänge laufen zwar mechanisch immer noch super weich, laut einigen Foren-Einträgen kratzen sie fürchterlich. Diese Regler hier bei uns sind seltenst benutzt worden, also mal sehen.

Nach meinen 40 Jahren Erfahrung in dieser Branche
waren die ganzen Bandgeräte aller Art mit den Millionen von Mikrofon-Eingängen "für die Katz", weil bestimmt 99,999% aller Besitzer damit nie Mikrofonaufnahmen, und schon gar nicht in Stereo, gemacht hatten und haben.
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Wollen (oder müssen) Sie die Elektronik mal sehen, wird es ernst ....

Die Elektronik ist abgeschirmt, nicht mit Bodyguards, sondern mit einem massiven Stahlblech. 2 oder 4 Schrauben suchen Sie vergebens, es sind umgebogene Metallecken, die dort das Blech halten.

Da muß man doch mal ran können. Das ist faktisch konstruktiver Murks, wer immer das - vermutlich in letzer Sekunde noch - verbrochen hatte.

Man muß also zwei dieser Nasen mit der Zange gerade biegen und kann dann mit etwas Mühe diese Abschirmung weg- bzw. aufdrücken und abnehmen. Drei mal gebogen bedeutet aber - die Nase ist ab.
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Positiv sind die Stand-Füße des nackten Chassis

Hat man das Chassis ausgebaut, sieht man erfreut - unter dem Laufwerk neben dem Trafo - mehrere "Standfüße", auf denen das Chassis testweise in Betrieb genommen werden kann, ohne daß es auf der Elektronikplatine oder anderen Baugruppen aufliegt - wie bei vielen anderen Band-Geräten.
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Ein langer Blick auf die Elektronik

Wie ich bei den SABA Receivern dieser Jahrgänge bemerkt hatte, jeder Steckverbinder ist eine potentielle Störquelle. Und diese versilberten Pfostenstecker haben so manches SABA, Wega und Grundig Radio- und Fernseh- Gerät auf die Müllhalden geschickt.

Jedes offene Trimm-Potentiometer ist ebenfalls eine zukünftige Fehlerquelle, denn auch dort korrodieren die Schleifer und Kontakte. Und von diesen möglichen Fehlerquellen gibt es hier ganz viele.

Es war um 1976 einfach "in" oder "Cool", alles in Baugruppen aufzuteilen und steckbar zu machen. In den Prospekten war das der populistische Overkill gegenüber den anderen Herstellern, wenn man verkünden konnte, im Fehlerfall brauche ja nur dieses Steckmodul getauscht werden.

Daß man bei hunderten dieser Module erst mal eines - und zwar das Richtige - haben müsste, wurde auch bei Grundig verschwiegen. Daß später die Service- Werkstätten immer gerade nur die anderen Module auf Vorrat liegen hatten, war eine Folgeerscheinung. Saba vesprach dann den Fachgeschäften eine 2 Tages-Austausch Garantie, die einen irrsinnigen Aufwand an Logistik vorausgesetzt hatte und die Kosten explosionsartig in die Höhe trieb.
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Es gab da Trimmpotis ohne Ende

Selbstverständlich war es wünschenswert, die 3 oder 4 Bandsorten bei der Aufnahme besonders einmessen zu können, doch warum konnten andere Hersteller das mit eng tolerierten Bauteilen ohne so viele Potis machen ? War das so viel teurer ?

Hier sind also Langzeitfehler seit Beginn eingebaut. Daß aber der "Tester" Arndt Klngelnberg nachgemessen hatte und ganz grobe Fehler bei den Entzerrungen dieser Bandsorten festgestellt hatte, war sicher besonders unglücklich.




Schau ich mir diese kleinen Baugruppen an, sehe ich ein Truwabow an wild reingefummelten Bauteilen. Eine Bestückungsmaschine war das ganz bestimmt nicht, die hätte die Bauteile auf den Platinen alle wie die Zinnsoldaten ausgrichtet.
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Ein Blick auf die Pfostenstecker

Hier sehen Sie noch mehr Trimpotentiometer und auch die Pfosten von einigen der Stecker. Diese versilberten Pfosten haben schon alle einen leichten Anflug von Sulphatierung. Irgendwann setzt die Verbindung aus und wir haben einen der berühmten Wackler, die den Hobbyisten zu Weißglut bringt und die der Werkstattmeister oft nicht findet, weil er mal und hier mal dort wackelt oder zieht und es geht wieder (. . . . . . für ein paar Wochen).

Der Kern des Kassettenrecorders

Der Kassettenbereich
die Köpfe von vorne
die Drucktasten-Hebelmechnik

Natürlich sind die Köpfe auf dem Laufwerk der Kern des Recorders, aber immer im Zusamenhang mit dem eigentlichen Laufwerk und der Kassette. Soll der Recorder in beiden Richtungen funktioneiren, wird es kompliziert. Der Tonkopf muß jetzt die beiden oberen Stereo-Spuren und die beiden unteren Stereo-Spuren beschreiben und lesen.

In der C-939 Konzeption hat man versucht, anfällige Mechanik, und das waren die drehbaren A/W Köpfe der AKAI- und anderen Bandmaschinen, mit einem feststehenden 4-Kanal Kopf zu umgehen.

4-Kanal Köpfe waren aber sehr sensible Gesellen, weil man in die Mikromechanik rein mußte und auf einmal weietre fehler auftauchten. Das konnten hier in Deutschland (damals 1976 ) nur wenige Hersteller und das galt auch für Japan. Selbst große Japaner kauften diese Köpfe von japanischen Spezialisten.

Dennoch ist solch eine Mechanik kompliziert. Man braucht zwei gegenläufige Antriebwellen und das mit nur einem Motor. Auch müssen jetzt beide Wickelteller mal leicht ziehen und mal ganz dezent bremsen.

Kleine Tricks bei der Bandführung

Die beiden metallnen Bandführungen direkt am Kopf sind extrem wichtig. Das haben alle Hersteller verstanden. Das Band darf sich auch nicht um die Gummiandruckrolle(n) wickeln. Dafür gibt es hier (beidseitig) den weißen Kunststoffabstreifer. Weiterhin muß der Löschkopf (auf beiden Seiten) ja irgendwie in eine freie Lücke in die Kassette an das Band heranreichen. Jetzt wird es für diese Generation der Bandtechnologie eng und kompliziert.
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Fazit - das C-939 ist nur Mittelklasse

Auch wenn Karl Breh von der Dual-Mechanik begeistert war, in 1978 gab es bereits deutlich bessere Laufwerke und deutlich einfachere und dennoch flexibelere Elektronik. Die späteren DHFI- Meß- und Referenz-Kassetten wurden alle auf einer Farm von Cassettenrecordern Dual C820 aufgenommen. Diese Recorder wurde aber "alle Nase lang" überprüft. Denn sie veränderten sich immer wieder. Zwar war das recht wenig, doch für eine entsprechend beworbene (teure und aufwendige und sogar durchnumerierte) Meß-Kassette war es fast zu viel an Toleranz.
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15.5.2019 - Ich werde es nicht mehr in Betrieb nehmen

..... oder reparieren. Es lohnt für uns nicht. Die Studer, SONY und AKAI und TEAC Geräte bieten mehr und haben teilweise 3-Kopf-Technik mit 4 Motoren und Dual-Capstan-Antrieb und die machen damit einen deutlichen Qualitätssprung nach vorne.
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