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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Auch Max Grundig versuchte noch 1964, die Handhabung eines Bandgerätes mit einer eigenen Bandkassette einfacher zu machen. Es kam nicht nur zu spät, er hatte den partner Philips unterschätzt.

links die schwarze Philips Compact Cassette, rechts die weiße deutlich größere C100 von Grundig
der Grundig C100 Recorder kam nie über Musterstückzahlen hinaus

Bei Grundig in Fürth entwickelte man (angeblich) aus Wettbewerbsgründen zum Konkurrenten Philips, der mit der CC das lukrative (Grundigsche) Tonbandgerätegeschäft unterminierte, (vermutlich noch in 1964) eine andere Kassette mit der nicht ganz doppelten Größe im Vergleich zu der Philips Compact Cassette (vom Herbst 1963).

Wie bei anderen risikofreudigen Wettbewerbern kam diese Kassettentechnik - obwohl von Grundig - im Herbst 1965 (ein erster Bericht in der Grundig TI Sept. 1965) zu spät auf den Markt oder sie war zu groß und/oder es gab nicht genügend ehrliche aktive Mitstreiter, es wurde ein Flop.

  • Anmerkung : Nachtrag im April 2019

    Das war leider teilweise falsch recherchiert oder interpretiert, was da in unseren "Fach-"Blättern stand.


    Durch einen späten Zufall habe ich in einem japanischen Museum auf deren Webseite einen 90 Seiten Artikel (oder eine Studie) eines langjährigen SONY Ingenieurs (aus der obersten Firmenhirarchie) gefunden, der die gesamte (weltweite) Entwicklung der Magentebandtechnik akribisch dokumentiert hatte, und diesmal aus japanischer Sicht. Dort steht der wahre Grund aus dem Wissen eines Eingeweihten.

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  • Dort steht es nämlich so : Max Grundig wurde von seinem Partner Philips ausgetrickst oder heimlich unterminiert. Als Philips etwa 1965 nach den ersten Erfolgen seines neuen Kassetten- Diktiergerätes in den internationalen Verhandlungen merkte, daß insbesondere die Japaner die Philips CC-Entwicklung nicht gegen Entgeld lizensieren wollten und eher mit der Grundig Entwicklung geliebäugelt hatten (seine Unterhändler waren da schneller), hatte man die Lizenz im Alleingang einfach kostenfrei angeboten und damit war Grundig draußen, ausgetrickst.
  • Wenn er das zu Lebzeiten erfahren hätte, hätte es kräftig gerauscht in der oberen Management-Spitze. Laut Herrn Fein, der die Biographie verfaßt hatte, war Grundig ein sehr verläßlicher seriöser Geschäftspartner und er konnte es auf den Tod nicht ausstehen, bedupst oder beschummelt oder gar betrogen oder belogen worden zu werden. Da wurde er richtig epsch, siehe die DUAL Story.

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SONY's Elcaset (also nicht Elcasset) wurde viel später - trotz deutlich überragender Technik - ein Mißerfolg. Der Markt brauchte das alles gar nicht mehr, der Siegesszug der "lizenzfreien" CC von Philips war nicht mehr aufzuhalten.

Sogar die Tschechen im Ostblock haben den Zug der Zeit verpennt, wie uns jemand aus dem Ossiland geschrieben hatte. In der DDR gab es bereits die CC Kassettenrecorder, doch bei den tschechischen "Brüdern" gab es noch die alten Bandgeräte zu Hauf.

Da bietet sich zum Beispiel auch der Vergleich mit dem VHS Viderecorder der Japaner an, der irgendwann unumkehrbar geworden war.

Auch die deutsche MP3 Entwicklung hat alle anderen Audio- Kompressionsverfahren in ganz wenigen Jahren obsolet gemacht.

Da kommt noch mehr.
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