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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Ein Nachfolger des Philips EL 300

Eigentlich wollten wir nicht so viele Kassettengeräte mit aufnehmen, weil das eine Arbeit ohne Ende sein würde. Doch dieses hier gehört dem Wiesbadener Fernsehmuseum und wir dürfen es von innen inspizieren.

 

Das EL300 (also das Allererste) durften wir nur äußerlich fotografieren. Und uns interessiert ja, wie "sie" es damals innen "gemacht" hatten.

 

Also mal sehen.

Das N 2203 hat jetzt 3 ! Tasten und ein schönes Instrument

Unglaublich, es hatte 3 Tasten, wie machen die das nur ? Die dritte Taste ist die Auswurftaste für die Kassette, wobei man ganz früher beim EL300 einfach den Deckel hoch heben musste.

 

Und es ist immer noch weltweit tauglich, der Schaltplan steckt unten im Gehäuse. Es sind "sage und schreibe" 11 Transistoren und 6 Dioden und ein Potentiometer für die Lautstärke des Lautsprechers.

 

Und jetzt hat es eine eigene Stromversorgungsbuchse an der Seite, die dann die Batterie abschaltet.

 

Und es ist immer noch Made in Austria.

 

Das Innenleben

Die Philips CC Recorder (nicht nur der 2203) hatten alle 2 Köpfe, andere asiatische Hersteller schafften oder wollten das später mit einem Kopf schaffen, war aber richtiger Murks (wir schreiben noch über solche Beispiele). Dazu wurde bei Philips das Band mit einer richtigen Capstan Welle angetrieben, also es war schon gut in seiner Einfachheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kassette saß satt auf diesen beiden spitzen Bolzen und fixierte diese gegenüber dem mobilen Kopfträger, der ja mit Feder-Druck in die Kassette reingedrückt wurde. Darum ist bei den CC Kassetten auch die Magnetschicht (wieder) außen wie bei der deutschen Vorkriegs-Studionorm.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Detailfoto zeigt, wie einfach und dennoch genial die Kopfplatte gemacht war.

Der Antrieb

Der Antriebsmotor war ein simpler Gleichspannungs- motor (ganz hinten links im Bild), der spannungs- geregelt betrieben wurde. Das hatte sicher gereicht, denn die Schwungscheibe für den Capstan war recht groß. Der Motor wurde über einen Riemen von den anderen Rädern abgekoppelt, das schaffte Ruhe.

 

 

Der Vortrieb beim Umspulen des Bandwickels in der Kassette wurde mit Hilfe dieser Reibräder gemacht. Die Mechanik war für damalige Verhältnisse erstaunlich simpel und funktionell. Wir dürfen nicht vergessen, die anderen Hersteller schwelgten zu dieser Zeit (so wie wir potentiellen Käufer) in Hifi DIN Normen und fiktiven edlen Messwerten und obersten Qualitätsträumen.

 

Die Elektronik

Aus heutiger Sicht ein Schmarren, damals ein tolles Teil, denn es ging und zwar auch in der Wüste.

 

 

 

 

 

 

 

 

Es waren richtige runde und eckige Transistoren und sogar aus Silizium, also vom Feinen.

 

Fatal, der Gummi hat die 40 Jahre nicht überstanden.

Das kleine Gummiriemchen geht vom Motorpully um die Schwungscheibe herum und treibt alle Laufwerksfunktionen an. Wenn dieser Gummi nicht mehr da ist, geht nichts mehr.

 

 

 

 

 

Die roten Pfeile zeigen in etwa (also mit einem Fehler), wo dieser (schwarze) Gummi mal war.

 

Und nach 40 Jahren (1964 bis 2004) ist er hin, ganz bestimmt. Also es gibt keine Hoffnung mehr für die ganzen Philips Geräte dieser Bauart. Auch lohnt es sich nicht, Geräte dieser Qualitätsgruppe zu restaurieren.
 
 

 

Das Gleiche gilt übrigens auch für die Uher Reports und andere Uher und Grundig Geräte, deren Reibräder und Gummiriemen gerissen oder zerbröselt sind.

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