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Das Dimafon Wartungsbuch

Diese Abhandlung soll dem Vertreter, dem Verkäufer und dem Wartungsdienst die Möglichkeit geben, den Kunden sachgemäß zu beraten und die eingesetzten Geräte richtig zu pflegen und instand zu halten. Sie enthält sinngemäß alle bisher erschienenen technischen Rundschreiben und Abhandlungen über das DIMAFON.

Das Buch ist Eigentum der Firma W. Assmann GmbH und muß bei eventueller Aufgabe der Vertretung oder des Wartungsdienstes an diese zurückgegeben werden.

Eine Vervielfältigung, auch auszugsweise, ist verboten. Bei Beseitigung von Fehlern ist zunächst der Abschnitt F 2 (Rasche Fehlersuche) zu beachten, fernerhin das entsprechende Kapitel, lt. umseitigem Inhaltsverzeichnis.

A. Aufgabenstellung , Beschreibung und Wirkungsweise.

Das DIMAFON ist ein Diktiergerät, das von der Firma WOLFGANG ASSMANN G.m.b.H., Bad Homburg, im Jahre 1948 erstmalig vorgeführt und seitdem ständig weiterentwickelt und den praktischen Bedürfnissen des Bürobetriebes angepaßt wurde.

Auf Grund seiner besonderen Bestimmung, ein Diktiergerät, also ein Werkzeug und praktischer Helfer im Büro zu sein, wurde absichtlich auf gewisse Vorteile, die andere Schallaufnahmegeraäe auszeichnen, (z.B. lange Laufzeit und gute Musikwiedergabe) verzichtet.

Das DIMAFON wurde vielmehr mit voller Überlegung den Anforderungen des Bürobetriebes angepaßt. Folgende Gedankengänge standen bei der Entwicklung im Vordergrund:

Die 21 Vorteile des Dimafon:

1. Die Handhabung muß denkbar einfach und jedem Laien geläufig sein. Deshalb wurde auf das seit Jahrzehnten jedermann bekannte Schallplattenverfahren zurückgegriffen. Die Entwicklung hat sich hierbei bewußt von den bereits bekannten Magnetband- und Magnetdrahtverfahren abgewendet, die in jedem Falle ein gewisses technisches Können voraussetzen.

2. Die Aufnahmedauer darf nicht zu lang sein, da sonst beim praktischen Betrieb eine unerwünschte Zeitspeicherung eintritt, die den Geschäftsbetrieb erfahrungsgemäß aufhält. Als günstigste Aufnahmezeit für einen Tonträger wurden 5-10 Minuten ermittelt. Diese Laufdauer ist mit der langsamlaufenden, magnetisierbaren Schallplatte (15 Umdrehungen pro Minute) gut zu erreichen. Die fertig besprochenen Magnettonplatten können mit den entsprechenden Unterlagen zusammen in einer praktischen Kunststofftasche untergebracht, laufend dem Schreibbüro zugeführt und dort evtl. an mehrere Schreibkräfte verteilt werden. Hierbei ist es besonders angenehm, daß man unter mehreren Diktaten die wichtigsten bevorzugt behandeln kann, da jegliches Vor- und Rückspulen, wie bei Band- und Drahtgeräten, entfällt.

3. Sowohl das Diktieren als das Abschreiben erfolgt niemals flüssig und pausenlos, da der Diktierende seine Gedanken sammeln und verschiedene Unterlagen heraussuchen muß und die Schreibkraft bei sehr flottem Diktat u. U. nicht mitkommt. Es ist also eine äußerst exakt arbeitende Start- und Stoppvorrichtung für den Tonträger nötig. Diese Aufgabe wurde beim DIMAFON in idealer Weise gelöst.

4. Besonders wichtig ist auch eine schnelle Wiederholungsmöglichkeit evtl. nichtverstandener Worte beim Abhören oder des letzten Satzes beim Diktieren. Diese Forderung ist bei einer Schallplatte als Tonträger besonders leicht zu erfüllen.

5. Der Tonträger darf auch bei unsachgemäßer Handhabung nicht zu Schaden kommen.

6. Der Tonträger soll im Gegensatz zu früher beliebig oft verwendbar sein, um unnötige Betriebskosten zu sparen.
Alle diese Überlegungen führten zwangsläufig zur Verwendung der magnetisierbaren Schallplatte, und es ist also völlig abwegig und irreführend, wenn behauptet wird, die Schallplatte sei überholt und unmodern.

7. Da die Tonspur bei einer Schallplatte mit Rücksicht auf die Laufzeit sehr schmal gehalten werden muß, (ca. 0,35 mm) ist mit separaten Führungseinrichtungen ein genauer Lauf der Magnetpole auf der Tonspur schwer zu erreichen. Beim DIMAFON wurde deshalb erstmalig die mit Rillen versehene Schallplatte angewendet, die eine absolut genaue Führung des Tonkopfes, ohne jegliche Zusatzeinrichtungen, gewährleistet.

8. Der Magnettonkopf, der bekanntlich bei jedem Schallaufnahmegerät einer starken Abnutzung unterliegt, muß schnell und leicht und vor allem mit geringem Kostenaufwand auswechselbar sein. Diese Aufgabe wurde beim DIMAFON durch die preiswerte, schnell auswechselbare Kopfspitze denkbar gut gelöst.

9. Ein Höchstmaß an Silbenverständlichkeit ist anzustreben. Dieser Forderung wurde bei der Entwicklung des Verstärkers durch einen für Sprachwiedergabe idealen Frequenzgang entsprochen.

10. Zur Forderung einfachster Handhabung gehört auch eine automatische Lautstärkenregelung bei der Aufnahme, da man einem geistig Schaffenden nicht zumuten kann, die richtige Stellung aller Drehköpfe ständig zu kontrollieren. Auch hier ist das DIMAFON bahnbrechend gewesen.

11. Auf der gleichen Linie liegt die Entwicklung des "denkenden Mikrofons", das durch Verlöschen einer eingebauten Glimmlampe anzeigt, daß das DIMAFON aus irgendeinem Grund nicht aufnahmebereit ist. Signallampen am Gerät erleichtern weiterhin die Bedienung.

12. Eine Dämpfungseinrichtung am Mikrofon gestattet die Besprechung aus kürzester Entfernung, wobei auch stärkste Nebengeräusche so weit unterdrückt werden, daß die Wiedergabe in jedem Fall einwandfrei verständlich wird.

13. Selbstverständlich ist auch die Forderung nach einer Korrekturmöglichkeit falsch formulierter Sätze bei einfachster Bedienungsweise gelöst.

14. Da die wichtigsten Bedienungselemente in greifbarer Nähe sein müssen, wurde am Mikrofon ein Schalter zur Bedienung der Start- und Stoppvorrichtung vorgesehen, während sich die Schreibkraft eines Fußpultes bedient, das ebenfalls einen Schalter für die Start- und Stoppvorrichtung und einen zweiten zur Betätigung der Wiederholungseinrichtung enthält.

15. Durch eine ständig vorhandene Verbindung mit dem Telefonapparat lassen sich alle Telefongespräche in Rede und Gegenrede aufnehmen. Der eingebaute Lautsprecher kann hierbei auf Wunsch als "lautsprechendes Telefon" benutzt werden.

16. Wenn die Platte nahezu bis zum Ende besprochen wird, löst der Tonarm einen Summerton aus, der dem Diktierenden anzeigt, daß die Platte gewechselt werden muß. Das Zeichen erscheint bei Mikrofon- und Telefonaufnahme, jedoch nicht bei Wiedergabe.

17. Besondere Hochfrequenz-Entstörungsmittel schützen das DIMAFON vor Beeinflussung durch Hochfrequenzstörquellen, wie Rundfunksender, Telegraphiesender, Peilgeräte und Störungen elektrischer Maschinen aller Art.

18. Da ein Diktiergerät nur dann voll eingesetzt werden kann, wenn der Diktierende und die Schreibkraft unabhängig voneinander arbeiten können, empfiehlt sich stets die Anschaffung zweier Geräte zur gleichzeitigen Aufnahme und Wiedergabe. Durch Benutzung der DIMAFON-Anlage, die aus einem Universal-Aufnahme- und Wiedergabegerät (DIMAFON-Universa) und einem wesentlich billigeren Nur-Wiedergabegerät (DIMAFON-Reprodukta)besteht, kann der Benutzer erhebliche Anschaffungskosten einsparen.

19. Verschiedene Kopfhörerkonstruktionen berücksichtigen die individuellen Wünsche der Benutzer bei der Wiedergabe.

20. Durch seine Handlichkeit und sein geringes Gewicht ist das DIMAFON auch für den Reisenden zur Abfassung seiner Bericnte unter dem frischen Eindruck des soeben Verhandelten hervorragend geeignet. Spezialtonträger (ASTROMAG-FLEXO-Brieffolie) ermöglichen einen leichten Postversand. Besonders im Kraftwagen, auch während der Fahrt, hat sich das DIMAFON seit langem hervorragend bewährt.

21. Durch Verwendung hochwertiger z.T. speziellentwickelter Einzelteile an besonders stark beanspruchten Stellen ist das DIMAFON trotz seiner Kleinheit außerordentlich robust und betriebssicher.

Zusamenfassung der Vorteile

Alle diese Vorteile haben das DIMAFON zum führenden Diktiergerät gemacht.

Die Wirkungsweise

Die Wirkungsweise des Gerätes ist leicht verständlich. Die äußerst geringen Wechselspannungen des Kristall-Mikrofons werden über einen dreistufigen, bei der Aufnahme festeingestellten und automatisch geregelten Verstärker dem Tonkopf zugeführt. Diesem Modulationsstrom wird ein konstanter Vormagnetisierungsstrom mit einer Frequenz von ca. 15 kHz beigemischt. Er dient zur Linearisierung der Magnetisierungskurve des Aufnahmematerials und zur Herabsetzung des Störpegels und wird durch einen besonderen Oszillator, der nur bei Aufnahme in Betrieb ist, erzeugt.

Setzt man den Tonkopf in Aufnahmestellung auf die rotierende ASTROMAG-Platte, so wird diese den Schallschwingungen, die auf das Mikrofon auftreffen, entsprechend magnetisiert. Die Aussteuerung geschieht hierbei automatisch. Zur Wiedergabe dient der gleiche Tonkopf und der gleiche, nunmehr regelbare, Verstärker. Seine Umschaltung erfolgt durch den Aufnahme-Wiedergabe-Schalter. Dieser muß vor dem Zurücksetzen des Tonkopfes stets auf Wiedergabe gestellt werden, da sonst eine teilweise Löschung durch den Vormagnetisierungsstrom eintritt.

Lautsprecher oder Kopfhörer

An den Verstärker ist ein Lautsprecher angeschlossen, jedoch kann dieser durch Einstecken eines Kopfhörers abgeschaltet werden. Eine Klangblende gestattet die Abschwächung der hohen Frequenzen. Mit Rücksicht auf gute Sprachwiedergabe soll sie möglichst auf hell gestellt werden. Der Schallplattenteller dreht sich mit 15 Umdrehungen pro Minute und zwar auch, wenn die Stoppeinrichtung die Magnettonplatte festhält. Hierdurch ist eine sofortige verzögerungsfreie Mitnahme der Platte beim Lösen des Stopphebels gewährleistet. Eine elektrisch betätigte Repetiereinrichtung gestattet das Rücksetzen des Tonkopfes um eine oder mehrere Rillen, während bei neueren Geräten zu diesem Zweck eine Rücklaufeinrichtung vorgesehen ist.

Aufnahmebereitschaft

Durch Benutzung zweier getrennter Schalter für die Röhrenheizung des Verstärkers und für das Laufwerk kann das Gerät ständig in Bereitschaft gehalten werden (Verstärker eingeschaltet). Durch Betätigung des Laufwerkschalters setzt sich die Platte in Bewegung und die Besprechung kann dann sofort erfolgen. Die Korrektur falschformulierter Diktatteile geschieht in der Weise, daß das Gerät auf Wiedergabe geschaltet wird und der bisher besprochene Text bis zu der zu korrigierenden Stelle abgehört wird. Dann wird die Platte abgestoppt, das Gerät auf Aufnahme geschaltet und nach Lösen der Stoppvorrichtung sofort weitergesprochen.

Durch das erneute Aufsprechen erfolgt eine "erhebliche" Löschung des vorher aufgesprochenen Textes, so daß die neu aufgesprochenen Worte klar hervortreten. Das Abhören des aufgesprochenen Textes ist sofort nach Umschaltung des Gerätes auf Wiedergabe und Rücksetzen des Tonkopfes möglich. Besprochene Platten können beliebig lange ohne Lautstärkeverlust aufgehoben werden. Sie sind jedoch vor starken Magneten zu schützen.
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Löschmagnet

Die Löschung vor Wiedergebrauch !! erfolgt durch einen Löschmagneten.

Aufnahme von Telefongesprächen

Zur Aufnahme von Telefongesprächen wird das DIMAFON wie ein zweiter Hörer an den Telefonapparat geschaltet. Die Umschaltung von Mikrofon auf Telefon erfolgt am Lautstärkeregler, mit dessen Hilfe der Umschalter betätigt werden kann. Die Vorschrift der direkten Anschaltung des DIMAFON an den Telefonapparat besteht für das Deutsche Bundesgebiet, die Schweiz und England. Die meisten anderen Länder bevorzugen die Verbindung des DIMAFON mit dem Telefonapparat durch eine Telefoninduktionsspule, die in der Nähe des im Telefon untergebrachten Mikrofontransformators an der Außenseite des Telefonapparates befestigt wird. In neuester Zeit ist auch im Deutschen Bundesgebiet die Verwendung der Telefoninduktionsspule zugelassen.

Bei Geräten ab Nr. 08..... kann durch Bedienung eines Lautstärkereglers am DIMAFON das Telefongespräch im Lautsprecher hörbar gemacht werden, jedoch ist hierbei zu beachten, daß nicht durch zu große Verstärkung eine akustische Rückkopplung vom Lautsprecher auf das Telefon-Mikrofon eintritt.

Die Stromversorgung

Das DIMAFON kann nur an Wechselstrom betrieben werden. Beim Betrieb an Gleichstromnetzen oder Kraftwagenbatterien ist ein Spezialwechselrichter vorzuschalten, der eine Frequenz von 50Hz abgibt und für das DIMAFON besonders entstört ist. Die Netzsicherung befindet sich leicht zugänglich am Spannungswähler, während die Anodensicherung am Netztransformator befestigt ist und nur vom Fachmann ausgewechselt werden darf, da sie nur bei Störungen im Gerät ausfällt.
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Anmerkung : Zu der Zeit gab es immer noch Gleichspannungsnetze in deutschen Kleinstädten.
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Die Pflege

Die Pflege des DIMAFON beschränkt sich hauptsächlich auf die beweglichen Teile, wie Laufwerk, Schalter, Schnüre und nicht zuletzt auf die Auswechselung der Kopfspitze am Tonkopf, da hiervon die Wiedergabequalität ganz außerordentlich abhängt.

Sonderanwendungen

Im Laufe der Zeit sind durch Anregungen aus dem Kundenkreis zahlreiche Sonderanwendungen für das DIMAFON gefunden worden und demzufolge wurden auch verschiedene Spezialgeräte und Zubehörteile neu entwickelt.

Es sei z.B. daran erinnert, daß die Deutsche Bundespost seit Jahren und viele ausländische Postdienststellen in zunehmendem Maße das DIMAFON zur Durchführung ihrer Ansagedienste (Wetter, Toto, kulturelle Nachrichten u.s.w.) einsetzen, nicht zuletzt deshalb, weil die ASTROMAG-Platte in ihrer leichten Handhabung unerreicht ist und weil die automatische Wiederholung beliebiger Textlängen durch das DIMAFON-Automatik und die hieraus weiter entwickelten Spezialgeräte (Reprodukta für Ansagedienste und DIMAFON-Ansagegestell) in außerordentlich einfacher und betriebssicherer Weise möglich ist.

Zur Aufnahne von Konferenzen, Vorträgen, langen Telefonaten u.s.w. wurden Langzeitaufnahmegeräte (DIMAFON-Duplex) geschaffen und außerdem eine sehr einfache und preiswerte Lösung mit Hilfe einer Zusatzeinrichtung zum DIMAFON-Universa gefunden (Vorrichtung für fast pausenlose Aufnahme).

Ein sprachgesteuertes Zusatzgerät zum DIMAPON-Universa gestattet die laufende Überwachung von Telefonanlagen (Anwendung bei der Feuerwehr u.s.w.).

Das DIMAFON-Universa

Die folgenden Seiten beschäftigen sich nun zunächst mit dem DIMAFON-Universa.

B. Die wichtigsten Teile des Gerätes.

geordnet nach Zweck, Aufbau, eventueller Weiterentwicklung, Störungsmöglichkeiten und Reparatur-Pflegevorschriften.

B 1. Laufwerk

Es besteht aus dem Motor und dem Plattenteller. Die ersten Geräte sind mit einem Zentralantrieb ausgerüstet. Der Motor, ein üblicher Grammophonmotor, jedoch mit einer anderen Übersetzung, treibt über eine Gummikupplung, die eine Übertragung der Zahnradstösse verhindert, den Plattenteller.

Die Antriebsachse muß sich im Teller leicht hin- und herbewegen lassen und gut geschmiert sein. Das Kupplungsgummistück darf nicht verhärtet sein, da sonst die Aufnahme einen zitternden Klang bekommt. Das Laufwerk ist mit Hilfe eines Hebels in der Geschwindigkeit in gewissen Grenzen regelbar.

Da dieser (alte) Motor der Dauerbeanspruchung nicht ganz gewachsen war, die Geschwindigkeit oft verstellt wurde und auch die Stoppvorrichtung infolge der Gummikupplung nicht exakt genug funktionierte, wurde ab Gerät Nr. 0115 155 ein Außenantriebsmotor (Asynchronläufer ohne Geschwindigkeitsregelung) eingeführt. Hier erfolgt der Antrieb am Plattentellerinnenrand über ein seitlich bewegliches Gummikupplungsrad.

Die Pflege

Die Pflege beschränkt sich auf die gelegentliche Schmierung des Sinterlagers an diesem Rad und der anderen beweglichen Teile. Der Motor ist mit Sinterlagern und ölfilzen ausgerüstet, sodaß eine jährliche Schmierung genügt. Dem Gummibelag ist einige Aufmerksamkeit zuzuwenden. Bei evtl. Verschleiß ist das Rad komplett mit Schieber auszuwechseln und an das Lieferwerk zu senden. In ungünstigen Fällen können die feinen Staub- und Gummiteilchen, insbesondere bei Dauerlauf des Gerätes, eine Schmierschicht bilden, die sich auf den Achsstummel des Motors aufträgt. Dadurch wird der sonst gleichmäßige Antrieb gestört und es tritt ebenfalls eine zitternde Wiedergabe ein. Durch Reinigen der Motorachse und des Zwischenrades kann der Fehler leicht behoben werden.

Es gibt drei Typen von Zwischenrädern und zwar auf Metall aufgeklebte Gummiringe, auf Bakelite aufgeklebte Gummiringe und auf Metall vulkanisierte Gummibelege. Die letzte Form soll in Zukunft auch bei Reparaturen an älteren Geräten allgemein eingeführt werden.

Länger lagern

Bei langer Lagerung von DIMAFON-Geräten in unbenutztem Zustand empfiehlt es sich, den Teller zu entfernen und die Spannfeder für das Kupplungsrad auszuhängen, damit sich die Motorachse nicht in den Gummibelag eindrückt.

Den Plattenteller abnehmen

Um den Plattenteller abnehmen zu können, muß zunächst die Tellerschließe mit Hilfe eines Schraubenziehers seitlich herausgezogen werden. Hierauf kann der Teller nach oben evtl. durch leichtes Hin- und Herbiegen oder einen leichten Schlag auf die Tellerachse, unter gleichzeitigem Ziehen, abgenommen werden. Beim Wiederaufsetzen des Tellers ist darauf zu achten, daß das Zwischenrad durch den Teller nicht nach unten gepreßt wird, sondern am Innenrand des Plattentellers anzuliegen kommt. Das Zwischenrad ist also beim Aufsetzen des Tellers in Richtung der Tellerachse wegzudrücken.

Bei Geräten ab Nr. 08... bzw. 14... geschieht das zweckmäßig bei abgenommener Chassisplatte, unterhalb derselben, jedoch kann der Teller mit einigem Geschick auch aufgesetzt werden, wenn das Zwischenrad oberhalb der Chassisplatte mit Hilfe eines flachen Gegenstandes unter die Plattentellerkante gedrückt oder der Teller leicht gedreht wird.

Das Tellerachslager

Besondere Beachtung ist dem Tellerachslager zu widmen. Wenn dieses nicht genügend geölt ist und schwer läuft, kann die Umdrehungsgeschwindigkeit erheblich nachlassen, sodaß sich bei Benutzung einer zweiten Maschine zur Wiedergabe u.U. Änderungen in der Tonhöhe ergeben können.

Die neuen Tellerlager sind aus Bakelite mit einer Buchse aus Lagerbronce hergestellt. Die Achse läuft auf einer Kugel. Es ist erstrebenswert, allmählich diese Lager auch für ältere Geräte einzuführen.

Dei genaue Umdrehungszahl

Als zulässige und unvermeidliche Abweichung in der Umdrehungszahl sehen wir folgende Werte an: 15 Umdrehungen in 60 + 2 Sek. bezw. in 1 Min. 15 + 1/2 Umdrehung. Die Werte lassen sich mit Hilfe einer Stoppuhr leicht feststellen. Bei Beanstandungen der Geschwindigkeit bitten wir um Angabe der festgestellten Laufzeit. Da die Umdrehungszahl von der Netzfrequenz abhängt, ist beim Betrieb an Gleichstromnetzen oder Batterien unbedingt ein Spezialwechselrichter 50 Hz zu benutzen. Für 40- und 60-Hz-Netze sind Geräte mit Spezialmotoren anzufordern. Diese haben entsprechend geänderte Motorachsen. Alte Geräte mit Zentralantrieb können mit dem Außenantriebsmotor versehen werden. Der Umbau erfolgt im Werk.

Bei Geräten ab Nr. 08... bzw. 14... wird ein kleinerer Motor mit einer 5mm starken Achse verwendet. Die Kupplung mit dem Tellerrand geschieht durch ein zweistufiges Kupplungsrad.

Außer den erwähnten Motoren sind noch verschiedene andere Typen zu nennen, die in Spezialgeräten verwendet werden. Es handelt sich hier um Motore für 38, 40 und 60 Hz.

Die Postdienstgeräte

Für Postdienstgeräte werden außerdem Spezialmotoren mit stärkerem Achsdurchmesser und geringerer Tourenzahl verwendet.

Es werden folgende Typen unterschieden:

a) Typ WE 4027/4. Diese Nummer bedeutet: 40mm Ankerdurchmesser, 27mm Blechpaketstärke, 4 Pole. Die Achsstummeldurchmesser sind für: 40Hz 3,5mm, 50Hz, 2,8mm und 60Hz, 2,2mm. Die Windungszahl beträgt bei: 40Hz 4 x 5,7 Windungen pro Volt, 50Hz 4 x 4,5 Windungen pro Volt und 60Hz 4 x 3,8 Windungen pro Volt, wenn alle vier Pole in Serie geschaltet sind. Betriebsspannung meistens 220 Volt.

b) Typ WE 4020/4. Dieser Motor wird für die Geräte ab Nr. 08... bzw. 14... verwendet, hat ein Blechpaket von nur 20mm und besitzt auch Kühlflügel. Die Achsstummeldurchmesser betragen bei: 40Hz 6,25mm, 50Hz 5mm, 60Hz 4,15mm. Die Windungszahlen sind bei: 40Hz 4 x 6,6 Windungen pro Volt, 50Hz 4 x 5,3 Windungen pro Volt, 60Hz 4 x 4,4 Windungen pro Volt. Betriebsspannung 125 Volt!

c) Typ 5020/8. 50mm Ankerdurchmesser, 20mm Blechpaketstärke 8 Pole. Drehzahl: 700 Umdrehungen pro Minute. Asynchronmotor mit Phasenschieber-Kondensator, normal 1uF (für besonders kräftigen Lauf kann auch 1,5uF verwendet werden.) Dieses Laufwerk wird nur für kommerzielle Geräte verwendet. Achsstummeldurchmesser bei 50Hz 5,5mm, bei 60Hz 4,5mm.

Laufwerke, die für 60 Hz entwickelt sind, können notfalls auch mit 50Hz Wechselstrom betrieben werden. Das Gleiche gilt für 50 bezw. 40Hz. Man kann in diesen Fällen auf den Achsstummel eine Spiralfeder aufschieben, die den Achsdurchmesser entsprechend erhöht. Es ist jedoch im allgemeinen von diesem Verfahren abzuraten, da der Motor durch die niedrigere Frequenz erheblich mehr Leistung aufnimmt und also bedeutend wärmer wird.

B 2. Tonarm mit Tonkopf

Der Tonarm ist ein Bakelitepreßteil, das im vorderen Teil den Tonkopf trägt. Das andere Ende ist in Spitzen im Tonarmgelenk gelagert. Das Tonarmgelenk trägt eine Entlastungsfeder für den Tonarm. Am Tonarm befindet sich außerdem eine Feder, die das Rücksetzen bewirkt. Der Tonkopf besteht aus einem U-förmigen Magnetkern aus MU-Metall mit 2 Wicklungen, in den die Kopfspitze eingeführt und mit Hilfe einer Schraube festgeklemmt werden kann. (Die Kopfspitze ist ein Magnetpolpaar, das ähnlich wie die Schallplattennadel den Tonarm führt.)

Das Magnetsystem ist in einem Abschirmbecher aus Mu-Metall untergebracht, aus dem nur die Kopfspitze hervorragt. Es werden drei Tonköpfe unterschieden:

a) Tonkopf für Universa,
b) Tonkopf für Reprodukta,
c) für neue Geräte.

B 2a). Tonkopf für Universa

ohne Kennfarbe. Er wird für Aufnahme und Wiedergabe verwendet und muß bei der Wiedergabe über einen Transformator an das Gitter der ersten Röhre angeschlossen werden. Die Bezeichnung der Wicklung ist WV 169a. Die Induktivität beträgt mit Kopfspitze 8 mHy, die Wickeldaten sind 2 x 300 Windungen 0,12 0.

B 2b). Tonkopf für Reprodukta

Kennfarbe violett. Dieser hochempfindliche Kopf wurde für Nur-Wiedergabegeräte entwickelt und kann direkt an das Röhrengitter angeschlossen werden. Die Bezeichnung der Wicklung ist W 169c. Die Induktivität beträgt 400 mHy, die Wickeldaten sind 2 x 1500 Windungen 0,06 0. Dieser Wiedergabekopf wird im Reprodukta-Gerät ab Nummer 0210 001 serienmäßig eingebaut. Das zugehörige Schaltbild hat die Nummer 0101-02 S/c.

B 2c). Tonkopf für Universa ab Nr.08...
und Reprodukta ab 14....

Diese Magnetsysteme sind nach Wickelvorschrift 169a aufgebaut. Lediglich die äußeren Maße des Abschirmbechers sind verkleinert.

Die Störanfälligkeit der Köpfe ist sehr gering. Bei älteren Geräten kam gelegentlich ein Erdschluß zwischen Wicklung und Spulenträger vor, der sich durch starkes Pfeifen bei Stellung auf Wiedergabe bemerkbar macht. Beim Einsetzen der Kopfspitze ist darauf zu achten, daß diese zwischen den zweiteiligen Magnetkern eingeschoben wird. Die unmagnetische Verbindungsbrücke der Kopfspitze wird beim Einsetzen nach links gehalten und dient als Anschlag.

B 3. Verstärker
B 3a), Universa-Verstärker

Er dient bei der Aufnahme zur Verstärkung der Mikrofonspannung und zur Erzeugung des Aufsprechstroms und des Vormagnetisierungsstroms und bei der Wiedergabe zur Verstärkung der vom Tonkopf abgegebenen Wechselspannung bis zum Lautsprecher. Zur Niederfrequenz-Verstärkung werden 3 Penthoden verwendet.

Die Oszillatorröhre ist als Triode geschaltet. Die Umschaltung von Aufnahme auf Wiedergabe erfolgt durch einen Mehrfachumschalter. (A-W-Schalter). Bei Aufnahme liegt das Kristallmikrofon oder der Telefon-Eingangsübertrager am Gitter der ersten Röhre. An einem festen Spannungsteiler liegt das Gitter der zweiten Röhre, die in üblicher Weise auf die meist gegengekoppelte dritte Röhre (LautSprecherröhre) arbeitet.

Die Ankopplung des Kopfes an diese geschieht über einen Trennkondensator und einen Vorwiderstand von 10 KOhm. Die Ankopplung des Oszillators an den Kopf ist kapazitiv. Eine vorgespannte Regeldiode regelt die Verstärkung der zweiten Röhre mit verzögertem Regeleinsatz. Bei Umschalten auf Wiedergabe wird das Gitter der Oszillatorröhre vom Schwingkreis abgetrennt. Der Tonkopf wird über einen
Eingangstransformator auf das Gitter der ersten Röhre geschaltet. Das Gitter der zweiten Röhre liegt an dem Lautstärkeregler. In dieser Wiedergabestellung ist jetzt auch die Klangblende eingeschaltet. Der Lautsprecher wird mit dem Ausgangstransformator verbunden.

Vestärker mit erschiedenen Entwicklungsstufen

Der Verstärker hat im Laufe der Zeit verschiedene Entwicklungsstufen durchgemacht. Geändert wurden vor allem die Röhrenbestückung, wobei die Verwendung der EP 40 gegenüber der BF 6 eine erhebliche Verbesserung bezüglich Brummen, Rauschen und Mikrofoneffekt brachte und der äußerst wichtige A-W-Schalter. Eingangsröhren (EP 6, EP 40) sind manchmal körperschallempfindlich, wodurch ein Rückkopplungspfeifen bei Wiedergabe und offenem Lautstärkeregler entstehen kann. Auch Kratzgeräusche werden öfters durch die Eingangsröhre hervorgerufen. Abhilfe durch Röhrenwechsel. Heultöne können auch durch körperschallempfindliche Eingangsübertrager entstehen. Das Gerät ist dann zur Überholung an das Lieferwerk zu senden. Nähere Beschreibungen, Schaltungen und Meßvorsehriften für den Verstärker sind unter Punkt P und G zu finden.

B 3b). Reprodukta-Verstärker

Dieser befindet sich im Nur-Wiedergabegerät und ist in der gleichen Größe und mit den gleichen Teilen wie der Universa-Verstärker aufgebaut. Jedoch enthält er nur die Teile, die zur Wiedergabe nötig sind. Ab Gerät Nr. 0211 152 wird er auch mit Klangblende ausgerüstet. Die Ausgangsleistung der Reprodukta-Geräte ist im allgemeinen infolge Fehlens eines Lautsprecherrohrs für Lautsprecheranschluß zu gering. Auf besonderen Wunsch kann aber jedes Reprodukta-Gerät mit einer Lautsprecherendstufe (1 W Ausgangsleistung) und auch mit einem eingebauten Lautsprecher versehen werden.
Die Reprodukta-Geräte ab Nr. 14.....haben die gleiche Ausgangsleistung wie der Typ Universa und enthalten einen serienmäßig eingebauten Lautsprecher, über Anpassung von Zusatzlautsprechern an ältere Geräte beachten Sie bitte Abschnitt E 8.

B 4. Netzteil

Das Netzteil dient zur Stromversorgung des Verstärkers aus dem Wechselstromnetz. Es hat auch mehrere Wandlungen durchgemacht, wie aus den verschiedenen Schaltbildern zu ersehen ist. Grundsätzlich enthält es einen Netztransformator, eine Gleichrichterröhre oder einen Selengleichrichter, die Siebblocks und die Siebwiderstände. Der Netztransformator ist auf verschiedene Netzspannungen umschaltbar, wobei der in Geräte ab 08..... bzw. 14..... eingebaute lückenlos alle Netzspannungen von 95 bis 240 Volt beherrscht.

Der Anschluß des Laufwerkmotors und des Löschmagneten erfolgt primärseitig. Als Sicherung wird bei 220 Volt 400 mA "träge" und bei 150 Volt und darunter 600 mA "träge" benutzt. Als Anodensicherung hat sich 120 mA "träge" gut bewährt. Es ist wichtig, nur einwandfreie Fabrikate zu verwenden, die den Normenvorschriften entsprechen. Die Verbindung des Netzteils mit dem Netz erfolgt durch eine 3-adrige Netzanschlußschnur mit Schutzkontakten. Erdungswinkel für Schutzkontakte können in älteren Geräten nachträglich eingebaut werden. Eine gute Erdung ist beim Betrieb an Wechselrichtern auch im Kraftwagen (Wagenchassis) und beim Anschluß ans Telefpnnetz unbedingt vorzunehmen, da sonst nicht für brummfreie Aufnahmen garantiert werden kann.

B 5.Netzspannungswähler

Bei den ersten Geräten waren lediglich zwei
Umschalter für den Netztransformator und das Laufwerk vorgesehen. Durch Parallel- oder Serienschaltung kann hierbei das Gerät auf 110 oder 220 Volt eingestellt werden. Zur Betätigung der Umschalter ist der Plattenteller abzunehmen.

Ab Gerät Hr. 0116 ... wurde mit einem verbessertem Netzteil ein Spannungswähler eingeführt, der sich an der Rückseite des Gerätes befindet. Die Spannungsstufen und Anschlüsse am Netztransformator sind wie folgt verteilt:
110 U. 125 Volt auf 117 Volt
150 Volt auf 145 Volt
220 u. 240 Volt auf 220 Volt
am Netztransformator.

Zur Einstellung der Betriebsspannung ist die Netzsicherung herauszuschrauben, die Schlitzschraube im Mittelpunkt mit Hilfe eines Schraubenziehers einige Umdrehungen zu lösen und die Scheibe so weit zu verdrehen, bis in dem Ausschnitt am Rand der erforderliche Netzspannungswert zu lesen ist. In dieser Stellung ist die Schlitzschraube wieder anzuziehen und die Sicherung.einzuschrauben. Hierbei ist besonders darauf zu achten, daß sich die Scheibe in die Raste einsetzt, die beim Verdrehen leicht fühlbar ist. Dies ist nur der Fall, wenn die Zahl genau in der Mitte des Ausschnittes steht. Bei falscher Stellung der Scheibe kann die Sicherung u.U. keinen Kontakt geben.

Ab Gerät 08 .... bzw. 14 .... befindet sich der Spannungswähler auf der Frontplatte an der linken hinteren Ecke. Er ist mit zwei Sicherungen (400 und 600 mA) kombiniert. Durch Auftrennung der Primärwicklung des Netztransformators und Absicherung dieses Punktes ist es möglich, jede beliebige Spannung einzustellen, ohne die Sicherung zu wechseln. Die Umschaltung erfolgt durch Lösen der Rändelschraube und Verdrehen der Scheibe, wobei der Pfeil, der auf die Drehscheibe weist, den jeweils eingestellten Spannungsbereich anzeigt, z.B. bei 220 V Netzspannung: 200-240. Der Spannungswähler und Netztransformator sind so dimensioniert, daß alle Spannungen zwischen 95 Volt und 240 Volt lückenlos eingestellt werden können. Nach Einstellen des richtigen Spannungsbereichs ist die Kontaktschraube wieder fest einzudrehen.

B 6. Verstärker- und Laufwerksschalter

Diese Schalter waren bei den ersten Geräten getrennt und wurden später in einem Drehschalter mit drei Stellungen vereinigt.

Stellung 0: Ausgeschaltet
Stellung 1: Verstärker eingeschaltet
Stellung 2: Laufwerk eingeschaltet.

Da sich das eingebaute Fabrikat nicht bewährte, wurde ab Gerät 0113 185 eine Eigenkonstruktion eingeführt. Ab Gerät Nr. 08 .... bzw. 14 .... ist der doppelpolige Netzschalter für den Verstärker mit dem Klangblendenpotentiometer kombiniert (linker Drehknopf), während der Laufwerksschalter durch den Tonarm betätigt wird. Hierbei wird auch gleichzeitig die Anodenspannung eingeschaltet. Ab Gerät 0807 001 bzw. 1405 001 wird das Laufwerk und die Anodenspannung am Klangblenden- potentiometer und das Netz am Tonarmschalter geschaltet. Hierdurch wurde eine Möglichkeit geschaffen, den Motor abzuschalten, ohne den Tonarm von der Platte abzunehmen.

B 7. Lautsprecher

Verwendet wird ein 1 Watt-System 3,5 0hm mit einem Durchmesser von 95mm. Die Resonanzfrequenz liegt bei 180 Hz. Ab Gerät Nr. 08 .... bzw. 14 .... wird ein Ovallautsprecher mit den Maßen 75 x 130 mm eingebaut. Die elektrischen Daten sind die gleichen. Für ein größeres Auditorium und besonders gute Wiedergabe empfiehlt es sich, einen separaten Lautsprecher anzuschalten. Man verwendet zweckmäßig ein 4-Watt-System 3,5 Ohm mit gutem Wirkungsgrad, auf eine Schallwand oder in ein passendes Gehäuse montiert. Die Anschaltung erfolgt an der Kopfhörerbuchse, wobei der eingebaute Lautsprecher abgetrennt wird. Störungen an Lautsprechern sind selten und ihre Behebung allgemein bekannt.

B 8. Plattenstopp-Einrichtung

Zur Unterbrechung des Diktats oder der Wiedergabe wurde bei den ersten Geräten das Laufwerk angehalten und zwar erfolgte eine besonders schnelle Abbremsung durch Reihenschaltung des Motors mit einem Gleichrichter. Da diese Einrichtung nicht exakt genug arbeitete, wurde ab Gerät 0104 295 eine Abbremsung am Plattenrand vorgenommen. Ein elektromagnetisch betätigter Hebel mit einer Schwammgummiaufläge hält die Platte fest, während der Teller sich weiterdreht. Hierdurch wird ein äußerst exakt arbeitender Stopp und Start erreicht.

Der Stoppmagnet

Auch der Stoppmagnet hat verschiedene Wandlungen durchgemacht:

1. Typ: Magnetkern aus Bandeisen 3 x 15 mm mit Federgelenk.
Wicklung W.V. 165, 35 000 Windungen 0,07 0.

2. Typ: Magnetkern aus drei Bandeisen 3 x 15 mm
Lagerung in Schrauben mit Blattfeder. Dieser Typ entwickelt eine ca. 50% größere Anzugsleistung. Wicklung nach W.V. 165 a 30 000 Windungen 0,07 0. Dieser wird ab Gerät Nr. 0124 466 serienmäßig eingebaut. Da das Auseinandernehmen dieses Stoppmagneten bei Reparaturen einige Schwierigkeiten bereitet, empfiehlt es sich, den ganzen Stoppmagneten komplett auszutauschen.

3. Typ: Tauchankermagnet mit Hebelübersetzung.
Dieser findet in den neuen Geraten Verwendung. Der Winkel, der das Bremsgummistück trägt, ist durch Verdrehen um 180 Grad auf 2 verschiedene Plattendurchmesser einstellbar. Durch besondere Maßnahmen wurde ein über den Bremsweg fast konstanter, kräftiger Andruck erreicht. Eine Einstellung des Stopphebels gegenüber der Platte ist mit Hilfe von Langlöchern in gewissen Grenzen möglich. Wicklung nach W.V. 202, 26 000 Windungen 0,06 0, Widerstand ca. 10 KOhau Wickelkörper-Kennfarbe : schwarz.

Fehler am Stoppmagneten

Fehler am Stoppmagneten können auftreten, wenn sich die beweglichen Teile infolge schlechter Schmierung zu stark reiben. Besonders wichtig ist die Verwendung eines einwandfreien Gummibremsstückes. Hierfür wird ein besonders festes, gut geeignetes Material von uns geliefert. Übliche SchwammgummiSorten sind für diesen Zweck zu weich. Die wichtige Funktion und sichere Bremsung ist besonders bei Typ 1 und 2 von der richtigen Einstellung des Stopphebels abhängig.

Es ist deshalb Folgendes zu beachten:
Wenn bei angezogenem Hebel keine oder nur eine schwache Berührung des Gummibelages mit der Platte vorhanden ist, ist das Bremsstück nach innen zu biegen. Befindet sich jedoch der Gummi in abgeschaltetem Zustand dicht vor der Platte, so daß der Hebel nur wenig anziehen kann, entwickelt der Bremshebel eine zu geringe Kraft, so daß u.U. die Platte weitergleiten kann. In diesem Fall ist der Hebel also nach außen zu biegen. In angezogenem Zustand soll der Magnetanker nahezu geschlossen sein, da hierbei die stärkste Bremswirkung auftritt.

Weitere Punkte

Beim Stoppmagneten der Geräte 08 ... bzw. 14 ... sind folgende Punkte zu beachten:

a) Der Tauchanker und die dazugehörige Führungsbuchse müssen peinlichst sauber und glatt sein. Eine Schmierung mit Öl oder Fett darf nicht vorgenommen werden.

b) Beim Einschrauben des Magnetgehäuses ist zwischen Deckplatte und Magnetgehäuse auf der der Tellerachse zugewendeten Seite der beiden Befestigungsschrauben ein Stückchen starkes Papier oder dünner Preßspan beizulegen, damit das Magnetgehäuse genau horizontal sitzt.

c) Das unterste Lagerblech für den Stopphebel muß so justiert werden, daß der Tauchanker nicht nach oben gegen das Führungsrohr gepreßt wird.

d) Die Rückzugfeder muß so justiert sein, daß sie der Magnetkraft nicht zu stark entgegenwirkt. Sie soll nur so schwach gespannt sein,
daß sie den Hebel gerade mit Sicherheit zurückzieht.

e) Es ist darauf zu achten, daß der Stopphebel völlig reibungsfrei in der Deckplatte arbeiten kann. Er darf also nicht einseitig an dem ausgesparten rechteckigen Loch anliegen.

f) Falls die Befestigungsniete für den Bremswinkel auf der Deckplatte reibt und den Stopphebel am Arbeiten behindert, sitzt das Magnetgehäuse nicht richtig horizontal und es ist nach Punkt 2 zu verfahren.

Letzte Hilfen

Falls trotz Beachtung aller Punkte keine einwandfreie Funktion zu erzielen ist, muß der Magnet im Werk umgetauscht werden. Zum Ausbau wird der Splint herausgezogen und die Feder ausgehängt. Durch Lösen der beiden Befestigungsschrauben, die das Magnetgehäuse halten, ist der Stoppmagnet dann herauszunehmen und der Hebel nach oben herauszuziehen. Sinngemäß muß beim Einbau vorgegangen werden. Obwohl die Stoppeinrichtung für Dauerbetrieb konstruiert ist, sollte man bei längeren Betriebspausen das Gerät abschalten und nicht mit abgestoppter Platte laufen lassen, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden und das Gerät vor vorzeitigem Verschleiß zu schützen.

Bei stundenlangem Laufenlassen mit abgestoppter Platte tritt manchmal durch Reibung zwischen Plattenbohrung und Tellerzapfen ein Quietschen auf. Dieses ist durch ein Tröpfchen öl, das in die Plattenbohrung eingebracht wird, zu beheben.

Defekte Magnetspulen sind, wenn möglich, an das Werk zur Reparatur einzusenden. Falls an den Spulen Spannungsdurchschläge beobachtet werden, ist zu prüfen, ob der Beruhigungskondensator von 0,5 mF, der zur Funkenlöschung dient, defekt ist. Ein defekter Kondensator verursacht zwangsläufig das Durchbrennen der Spule. Das gleiche gilt für die Magnetspule der Wiederholungseinrichtung.

B 9. Wiederholungseinrichtung

Bezüglich der raschen Wiederholungsmöglichkeit größerer Teile des Diktates, ist die Schallplatte allen anderen Tonträgern durchaus überlegen.

Ein Handgriff genügt, um den Tonkopf an jeder beliebigen Stelle der Platte einzusetzen. Besonders angenehm ist hierbei, daß weder die Platte noch die Kopfspitze dadurch beschädigt werden können.

Das rillenweise Rücksetzen des Tonarms kann auch durch einen Elektromagneten bewerkstelligt werden. Dieser befindet sich neben dem Tonarmgelenk und betätigt eine gummierte Eisenwippe, die den Tonarm über die schräggestellte Rücksetzfeder anhebt und hierbei um einen bestimmten Betrag zurücksetzt. Die Größe des Hubs ist mit Hilfe einer Stellschraube veränderlich. Die Betätigung des Rücksetzmagneten erfolgt durch die im Fußpult eingebaute Trettaste, bei einzelnen Spezialgeräten auch beim starken Durchdrücken der Wiedergabetaste. Ein Betätigungsknopf am Mikrofon für diese Einrichtung wurde absichtlich nicht vorgesehen, da durch versehentliches Rücksetzen in Aufnahmestellung eine Löschung der Stellen eintritt, über die die Kopfspitze läuft.

Nur planliegende Platten verwenden

Die richtige Funktion der Rücksetzeinrichtung ist stark von dem Zustand der Platten abhängig. Ein einwandfreies Rücksetzen kann nur bei völlig planliegenden Platten erfolgen. Die Platten sind deshalb vor Erwärmung und schlechter Lagerung zu schützen, da sie sich hierbei verziehen. Zur Pflege gehört weiterhin evtl. ein leichtes Aufrauhen der vulkanisierten Gummischicht. Die Rücksetzfeder muß mit einer einwandfreien Gummischlaufe ausgestattet sein.

Achtung : Beim Einstellen der Rücksetzfeder ist streng darauf zu achten, daß diese bei Ruhestellung des Rücksetzmagneten nicht auf der Wippe schleift, da hierdurch die freie Bewegung des Tonarms behindert wird. Der Rücksetzmagnet nach W.V. 162 hat 12500 Windungen 0,07 0 bei ca. 4500 Ohm.

Neu: die Platte dreht rückwärts

Bei den Geräten ab 08 .... bzw. 14 .... wird erstmalig eine Wiederholungseinrichtung benutzt, die darauf beruht, daß sich die Platte rückwärts dreht. Dies hat den Vorteil, daß man jede beliebige Satzlänge, je nach Betätigungsdauer der Trettaste, wiederholen lassen kann. Die Rücklaufgeschwindigkeit der Platte beträgt 25 Umdrehungen pro Minute, ist also fast doppelt so groß als beim Vorwärtslauf. Während des Rücklaufs wird die Wiedergabe abgeschaltet. Die Einleitung des Rücklaufs kommt dadurch zustande, daß ein Kupplungsrad zwischen die Motorachse und das zweistufige Zwischenrad geschoben wird. Die Betätigung dieses Kupplungsrades, das auf einer Drehscheibe sitzt, erfolgt durch den Rücklaufmagneten, der als Tauchankermagnet ausgebildet ist. Seine Einschaltung geschieht durch die im Fußpult eingebaute Trettaste oder durch stärkeres Eindrücken des AW-Schalters in Wiedergabestellung. Die Wicklung beträgt nach W.V. 201: 18000 Windungen 0,07 09 Widerstand ca. 5 KOhm. Die Kennfarbe des Wickelkörpers ist rot.

Neueinbau der Wiederholungseinrichtung

Beim Neueinbau und Justieren der Wiederholungseinrichtung ist folgendermaßen zu verfahren:

a) Nach Einbau des Motors wird die Drehscheibe mit Kupplungsrad und Zugstange montiert und zwar in einem solchen Abstand vom Motor, daß das Kupplungsrad in eingekuppeltem Zustand (Stellung Rücklauf) die Motorachse möglichst ohne Spiel berührt, aber nicht seitlich wegpreßt, da hierdurch der Motor stark abgebremst wird und stehen bleiben kann. Die Achse der Drehscheibe, auf der das Kupplungsrad montiert ist, kann durch ein Langloch in gewissen Grenzen seitlich verschoben werden.

b) Der Hub des Rücklaufmagneten ist genau auf 4mm zu justieren, wobei der eine Anschlag in angezogenem Zustand des Magneten gegeben ist und der andere durch die Anschlagfeder für die Zugstange der Drehscheibe einjustiert werden kann. Bei Geräten ab 0804 ... sind beide Anschläge am Magneten vorgesehen, wodurch also auch die Hublänge von 4mm zwangsläufig gegeben ist.

c) Die beiden Endstellungen der Drehscheibe sind für die einwandfreie Funktion des Rücklaufs sehr wichtig. In angezogenem Zustand soll die Verbindungslinie der Achsen des Zwischenrades, des Kupplungsrades und der Motorachse gemäß Skizze einen fast gestreckten Winkel bilden und in gelöstem Zustand darf das Kupplungsrad vom Zwischenrad nicht mehr berührt werden. Die genaue Funktion kann nur mit Hilfe eines mehrfach durchlochten Tellers überwacht werden, der durch uns zu beziehen ist.

d) Eine genaue Justage dieser beiden Endstellungen, die natürlich voneinander abhängig sind, ist nur durch Nachbiegen der Zugstange mit Hilfe einer schmalen Rundzange möglich. Wird das Kupplungsrad nicht genügend hineingezogen, so ergibt sich eine zu schwache Kraftentfaltung beim Rücklauf (der Teller kann dann stehen bleiben) und evtl. ein Schnarren bei Betätigung der Rücklauftaste. Die Zugstange ist dann durch Biegen zu verkürzen. Wird jedoch das Kupplungsrad zu stark hineingezogen, so läuft es auch in gelöstem Zustand ständig mit und verursacht u.U. Geräusche. Dieser Fehler kann allerdings auch auftreten, wenn Punkt a) nicht beachtet wurde.

e) Besonderes Augenmerk ist auf die richtigen Federspannungen zu legen. Die Rückzugfeder für die Drehscheibe darf nur so stark sein, daß sie das Kupplungsrad nach Beendigung des Rücklaufs gerade noch herauszieht, da die von dem Magneten entwickelte Kraft in der Ausgangsstellung gering ist und noch durch die Reibung der Drehscheibe weiter geschwächt wird. Es ist also auf einen leichten Lauf dieses Teils und eine geringe Federspannung besonders zu achten, da sonst u.U. vor allem bei Unterspannung der Rücklauf garnicht eingeleitet wird.

f) Die Zugfeder für den Schieber des Zwischenrades soll so justiert werden, daß bei leicht mit dem Finger abgebremsten Teller ein einwandfreier Vor- und Rücklauf gewährleistet ist. Bei zu schwacher Federspannung bleibt der leichtgebremste Teller beim Rücklauf stehen. Bei zu starker Federspannung läßt die Tourenzahl infolge zu starker Beanspruchung des Motorlagers nach und der Rücklauf wird u.U. nicht eingeleitet.

g) Die beiden Gummireibräder müssen unbedingt in gleicher Höhe laufen, um ein Einlaufen der Gummibeläge zu verhindern. Das zweistufige Zwischenrad kann durch Nachbiegen der Lagerung für die Schieberführung, die sich in der Deckplatte befindet, in der Höhe justiert werden.

h) WICHTIG ! Die Wiederholungseinrichtung ist mit 180 Volt, also ca. 20% Unterspannung, zu prüfen und muß hierbei noch einwandfrei funktionieren. Bei der allgemeinen Prüfung ist auch das Tellerachslager auf glatten Lauf zu untersuchen und es sind ferner alle Reibstellen des Getriebes, außer dem Magnetanker, mit Nähmaschinenöl zu ölen. Die Gummilaufflächen sind sorgfältig vor Öl zu schützen, da hierdurch die Umdrehungsgeschwindigkeit verringert wird.

B 10. Fernsprechanschluß

Durch den Umschalter: Telefon-Aufnahme, der bei den ersten Geräten separat zu bedienen war, während er später mit dem Lautstärkeregler kombiniert wurde, wird das Mikrofon abgeschaltet und die Telefon-Leitung mit dem Gitter der ersten Röhre verbunden.

Es werden je nach den örtlichen Postvorschriften zwei Ankopplungsarten geliefert und zwar eine für direkte Verbindung mit dem Telefonapparat durch die Telefon-Anschlußschnur (diese Geräte haben das Zeichen .../1 hinter der Fabriknummer) oder eine für induktive Verbindung durch die Induktionsspule (diese Geräte sind mit .../2 bezeichnet). Nähere Einzelheiten hierüber sind unter G 4 und C 5 zu finden.

B 11. Aufnahme-Wiedergabe-Schalter

Dieser Schalter, kürz AW-Schalter genannt, führt alle Funktionen durch, die dazu gehören, den Verstärker jeweils zur Aufnahme oder Wiedergabe zu benutzen. Der bei den ersten Geräten eingebaute Drehschalter (ein Wellenschalter mit zwei Schaltebenen) hat sich im Dauerbetrieb nicht bewährt, da er der außerordentlichen Beanspruchung im Diktierbetrieb nicht gewachsen war, obwohl es sich um das beste überhaupt greifbare Fabrikat handelte. Ab Gerät Nr. 0117 001 wurde deshalb ein eigens für diesen Zweck konstruierter Schubstangenschalter eingeführt, der gleichzeitig 10 Umschaltkontaktsätze betätigt, die im Verstärker an der jeweils elektrisch günstigsten Stelle angeordnet sind. Die Betätigung erfolgt durch zwei Drucktasten und ab Nr. 08... durch einen schlüsselartigen Drehschalter.

Die richtigen Justierung

Von einer richtigen Justierung dieser 10 Schalter hängt die einwandfreie Funktion des Gerätes ganz besonders ab, da die Kopfspitze bei falscher Reihenfolge der Schaltungen einen remanenten Magnetismus behält und beim Abspielen starke Kratzgeräusche, ja sogar unter Umständen ein Heulen hervorrufen kann. (Die Kopfspitze ist nach Justierung des Schalters mit Hilfe eines Wechselstrom-Löschmagneten zu entmagnetisieren.) Die Vorschrift zum Justieren der Kontakte ist also besonders zu beachten.

Vorschrift zum Justieren der Kontakte

Die Kontakte 1-4 sind so zu justieren, daß sich jeweils drei Kontaktfedern in der Mittelstellung berühren und beim Durchschalten nach rechts oder links noch etwas folgen. Es ist darauf zu achten, daß in jeder Ruhestellung ein sicheres Abschalten des einen äußeren Kontaktes gewährleistet ist. Abstand mindestens 0,5 mm. Ein eventuelles Nachbiegen darf nur an der starken Anschlagfeder vorgenommen werden, an der die eigentliche Kontaktfeder stets mit Druck anliegen muß. Kontakt 10 ist so zu justieren, daß die mittlere Feder in Mittelstellung der Schubstange die beiden äußeren Kontakte gerade noch berührt (die äußeren Kontakte sollen also beim Durchschalten nicht nachfolgen. Eine evtl. Unterbrechung im Augenblick des Durchschaltens ist zulässig). Beim Durchschalten von Aufnahme auf Wiedergabe ist zu beachten, daß die Kontakte 5 und 9 (ab Gerät Nr. 08 ...: 7 und 9) zuerst abgeschaltet und möglichst bald geerdet werden. Es ist aber auch für die geerdeten Kontaktfedern (linke Feder) der eben erwähnten Kontakte der Abstand von mindestens 1/2 mm einzuhalten. Der Schalter 6 (ab Gerät Nr. 08 ... Schalter 8) für den Lautsprecher ist so zu justieren, daß er beim Durchschalten von Aufnahme auf Wiedergabe zuletzt eingeschaltet wird. Bei den neuen Geräten sind die Schalter 1-8 nach Abnahme des Tellers leicht zugänglich. Die Kontakte 9+10 können nach Herausnehmen der Ossillatorröhre gut beobachtet und justiert werden. Die Kontakte werden am Schaltmechanismus beginnend gezählt.

B 12. Signallampen

Durch den AW-Schalter werden jeweils Signallampen eingeschaltet und zwar rot für Aufnahme und grün für Wiedergabe. Man kann also am Gerät sofort erkennen, in welchem Betriebszustand es sich befindet. Das Auswechseln der Lampen kann nur vorgenommen werden, wenn die Deckplatte abgeschraubt und das Gehäuse entfernt ist. Es ist von einer Reparatur-Werkstatt durchzuführen. Bei den neuen Geräten wird nur eine Lampe verwendet, deren Farbe durch entsprechende Decklinsen geändert wird. Diese Lampe ist direkt ohne Benutzung einer Fassung eingelötet. Zum Auswechseln ist sie aus der Klammer herauszuziehen und abzulöten. Ersatzlampen werden einbaufertig mit Zuleitung geliefert.

B 13. Endsignal

Das Endsignal, das nur bei Aufnahme-Stellung in Funktion tritt, wird durch einen Wechselstromsummer erzeugt, der aus einer 2Volt-Wicklung des Netztransformators gespeist wird. Die Stromversorgung läuft über einen Kontakt des AW-Schalters und einen durch das Tonarmgelenk betätigten Kontaktfedersatz, der zur Vermeidung von Schaltgeräuschen durch einen Widerstand überbrückt ist. Bei älteren Geräten diente der Betätigungshebel für den Endsignalkontakt gleichzeitig als Tonarmanschlag und bei unsachgemäßer Handhabung konnte dieser verstellt werden, so daß das Endsignal nicht an der richtigen Stelle der Platte ansprach. Durch Einführung eines separaten Anschlags ist auch diese Störungsmöglichkeit ausgeschaltet worden. Falls die Summerblattfeder durch remanenten Magnetismus hängen bleibt, ist sie etwas abzubiegen. Andere Fehler wurden nicht beobachtet. Beachten Sie bitte auch B 19.

B 14. Entbrummer

Der Entbrummer dient zum Symmetrieren der Heizwicklung und kann zu einer wesentlichen Brummverminderung bei der Aufnahme und Wiedergabe beitragen. Bei Röhrenwechsel und besonders bei Wechselrichterbetrieb ist eine genaue Einstellung vorzunehmen. Zu diesem Zweck wird das Gerät auf größte Wiedergabe-Lautstärke geschaltet und durch Drehen des Entbrummers die günstigste Stellung gehörmäßig ermittelt. Er befindet sich bei den meisten Geräten in der Nähe der Bodenplatte und ist von dort aus zu bedienen. Bei den neueren Geräten ist er nach Abnahme des Plattentellers erreichbar. Ein eventueller Defekt am Entbrummer macht sich durch ein starkes Brummgeräusch bemerkbar.

B 15. Kopfhöreranschlußbuchse

Sie dient zum Anschließen eines Kopfhörers oder eines separaten Lautsprechers. Durch Einführen des Steckers wird der eingebaute Lautsprecher abgeschaltet. (Bei älteren Typen mußte der Lautsprecher besonders abgeschaltet werden.) Der anfänglich 2-polige Anschluß wurde später in einen 3-poligen umgeändert, um zu verhindern, daß der Kopfhörer in die Lichtsteckdose eingeführt werden kann. Falls der eingebaute Lautsprecher nicht arbeitet, während an der Kopfhörerbuchse die Modulation zu hören ist, kann auf eine Unterbrechung im Trennkontakt geschlossen werden. Bei den neuen Geräten wird ein kleiner 3-poliger Spezialstecker mit Kupplung verwendet.

B 16. Mikrofonanschlußbuchse

Die früher verwendeten 1-poligen Steck- und Schraubkupplungen haben sich nicht bewährt und öfter zu Kabelbrüchen oder Kurzschlüssen Veranlassung gegeben. Es wurde deshalb ab Gerät Nr. 0114 216 eine 3-polige Tuchelkupplung und später, als das "denkende Mikrofon" eingeführt wurde, eine 5-polige Tuchelkupplung verwendet. Die genaue Bezeichnung der Kupplungen zwecks Ersatzbeschaffung und die Schaltung des Mikrofons ist aus den beiliegenden Schaltungen zu entnehmen. Es ist grundsätzlich anzustreben, alle älteren Geräte mit der 5-poligen Tuchelkupplung auszurüsten, da sich bei Verwendung aller anderen Kupplungen laufend weiter Schwierigkeiten ergeben werden.

B 17. Tonblende

Der Frequenzgang des DIMAFON's, wie überhaupt jedes Schallaufzeichnungsgerätes, wird, abgesehen von dem grundsätzlichen Aufbau, durch verschiedene fabrikatorische, nicht zu verhindernde Streuungen beeinflußt. Beim DIMAPON ist der Frequenzgang vor allem abhängig vom Zustand der Kopfspitze und in geringerem Maß vom Mikrofon und der Besprechungstechnik und ferner vom Plattendurchmesser.

Zum Ausgleich dieser geringen Differenzen, vor allem aber, um die Wiedergabe dem persönlichen Geschmack anzupassen, wurde die Tonblende eingebaut. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Silbenverständlichkeit abnimmt, wenn die Tonblende zu dumpf eingestellt wird. Es empfiehlt sich grundsätzlich eine möglichst helle Einstellung, falls diese nicht unangenehm wirkt. Der Bedienungsknopf für die Tonblende befindet sich auf der Prontplatte vor der Tonarmauflegegabel und beim neuen Typ links vorn. Die Tonblende steht unmittelbar nach Bedienung des Schalters auf hell.

B 18. Lautsprechendes Telefon

Es besteht vielfach der Wunsch, beim Führen eine Telefongespräches die im gleichen Raum anwesenden Personen an dem Gespräch teilnehmen zu lassen oder längere Wartezeiten am Telefon durch Hinlegen des Hörers zu vermeiden. Da die Möglichkeit eines Anschlusses des DIMAPON an das Fernsprechnetz besteht, liegt es nahe, die geführten Gespräche durch den eingebauten Lautsprecher hörbar zu machen.

Die neueren Geräte haben die hierfür nötige Einrichtung bereits eingebaut. Sobald das Gerät auf Telefon-Aufnahme umgeschaltet ist (Telefonschalter und Aufnahmeschalter) und der zugehörige Regler (Drehknopf in der Nähe des Tonarmgelenks) entsprechend eingestellt wird, kann das Telefongespräch im eingebauten Lautsprecher abgehört werden.

Es ist besonders darauf zu achten, daß dieser Regler nur so weit aufgedreht wird, daß keine akustische Rückkopplung zwischen Lautsprecher und Mikrofon entsteht. Wer sich der Einrichtung nicht bedienen will, kann den Lautsprecher mit Hilfe des Reglers abschalten. Voraussetzung für die Hörbarmachung des Telefongespräches ist, daß der Tonarm auf die Platte aufgesetzt und das Gerät auf Telefon-Aufnahme geschaltet wird, also AW-Schalter auf Aufnahme und Lautstärkenregier rechts vorn auf Telefon-Aufnahme. Falls man das Telefongespräch nicht aufzunehmen wünscht, muß die Platte mit Hilfe der Stelleinrichtung abgestoppt werden.

Nachrüstung

Jedes ältere DIMAPHON kann nachträglich noch für diesen Zweck umgebaut werden. Mit Hilfe der Bauanleitungen Abschnitt GSZ.Nr. 0101-04 Sa/6 und folgende 2 Blätter) dürfte jede Wartungsstelle in der Lage sein, das DIMAFON-Gerät für o.e. Zweck umzubauen. Wie aus dem Schaltbild ersichtlich ist, wird der als Stützpunkt benutzte Kontakt am Telefonschalter (Befestigung an der Rückseite des Lautstärkenreglers) für den Anschluß der beiden zusätzlichen Leitungen verwendet. Der Kontakt kann daher nach dem Umbau nicht mehr als Stützpunkt benutzt werden.

Das 50-0hm-Potentiometer wird zweckmäßig hinter der Tonarmgabel befestigt, da hier der notwendige Platz vorhanden ist. Die beschriebenen Änderungen haben selbstverständlich keinen nachteiligen Einfluß auf die Aufnahme- und Wiedergabequalität bei Telefonaufnahme.

B 19. Endsignaljustage bei neuen Geräten

Für das einwandfreie Funktionieren ist die Stellung der Schaltnocke gegenüber dem Endsignalkontakt außerordentlich wichtig (Pig.1). Die stärkste seitliche Auslenkung bei einem bestimmten Drehwinkel wird erhalten, wenn der Betätigungsstift die Kontaktfeder am steilsten Teil, also in der Mitte der Flanke, berührt (Fig.2). In diesem Augenblick muß also die Kontaktgabe erfolgen! Wird der Kontakt später (Fig.3) oder früher (Fig.4) geschlossen, so ergibt sich eine schleichende und unsichere Kontaktgabe. Außerdem ändert sich dann der Zeitpunkt des Endsignaleinsatzes beim Einbau der Deckplatte im Gehäuse weit mehr als zulässig.

Bei der Justierung ist folgendermaßen vorzugehen

1. Aufsetzen des Tonarms auf die siebente Rille vor Plattenende.
2. Festschrauben der Schaltnocke in der Stellung bei der sich der Betätigungsstift gegenüber der Kontaktfeder in der Lage gemäß Fig.2 befindet.
3. Gerät auf Aufnahme schalten und Anschlag (Fig.1) so justieren, daß der Kontakt gerade schließt. An der Justierung der Schaltnocke darf also hier nichts mehr geändert werden!
4. Eventuell ist die Berührungsstelle der Kontakte mit einer feinen Kontaktfeile zu reinigen.

Eine Auslösung zwischen der 5. und 10. Rille ist im fertigeingebauten Gerät anzustreben.
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