Sie sind hier : Startseite →  Assmann Bad Homburg→  Herbstmesse 1948

Einblicke in den mühsamen Wiederanfang

Von Wolfgang Hasselbach hatten wir die gesammelten Jahrgänge der Funk-Technik sowie der Funkschau bekommen. Und was aus den frühen Anfängen nach dem April 1945 noch gefehlt hatte, ist inwischen von vielen anderen Sponsoren und Spendern weitehend vollständig eingetroffen.

Allen Zeitschriften aus dieser trüben Epoche gemeinsam ist die Darstellung, was ein Wiederanfang aus dem "NICHTS" bedeutet. Die Generationen nach 2000 sind in solch überschwappendem Wohlstand aufgewachsen, daß den meisten jede Vorstellungskraft fehlt, wie das damals wirklich war oder gewesen sein könnte.

Selbst mir mit Baujahr 1949 fällt es sehr schwer, mir solch eine deprimierende Hoffnungslosigkeit von 1946 irgendwie vorzustellen.
.

Aus dem Archiv des Wolfgang Hasselbach

Wolfgang Hasselbach war 16, als er 1945 - vor den Russen fliehend - vom Balkan wieder in Kronberg zu Hause angekommen war. Und er wollte diese neue Magnetbandtechnik studieren, machte er auch und dann bekam er 1951 eine Stelle bei Assmann in Bad Homburg, also fast direkt nebenan.

Und das ist für uns einer dieser Glücksfälle, denn von den Zeiten vor 1950 ist von Assmann nicht viel übrig. Er sammelte bereits als Student alles an Prospekten, das ihm irgendwie unter die Finger kam. So auch diesen Flyer, wie wir heute sagen, vom Herbst 1948.
.

Ein Prospekt der Herbstmesse 1948 in Frankfurt

Erstens gab es erst im Juni 1948 die extrem wichtige Währungsreform zur DM und zweitens gab es (europaweit) nur ganz wenige Verkaufs-Messen. Die Menschen hatten andere Sorgen als zu "irgendwelchen" Messen zu fahren. Die Mobilität war sowieso bis zur Währungsreform sehr stark eingeschränkt. Doch irgendwie musste man auf sich aufmerksam machen.

Und es gab alte und neue junge aufstrebende Unternehmer. Zum Beispiel den Wolfgang Bogen in Berlin, den Herrn Wölke in Bayern, den Herrn Sennheiser, den Georg Neuman in Berlin und den Herrn Schoeps in Karlsruhe und den Max Braun in Frankfurt und den Wolfgang Assmann in Bad Homburg, (den Max Grundig nicht zu vergessen).

Schaun wir mal in einen seiner ersten Dimafon Prospekte rein:

WOLFGANG ASSMANN G.m.b.H.
Fabrikation elektro#akustischer Geräte

(16) BAD HOMBURG v.d.H., Industriestraße 3

Dimafon

.

  • Die neue Diktiermaschine (nach DRP 663728 und 639096) macht Sie unabhängig von Ihren Bürokräften.
  • Dem Kaufmann, den Behörden, den Wissenschaftlern und allen freien Berufen ist das Dimafon eine wertvolle Hilfe.
  • Überall dort, wo Mitteilungen sofort festgehalten werden müssen, ist das Dimafon zu verwenden.
  • Sie besprechen die magnetische Astromag-Platte, Ihre Sekretärin bringt zur passenden Zeit die Diktate zu Papier.
  • Durch die Möglichkeit des öfteren Abhörens werden Hör- und Stenogramm-Fehler restlos ausgeschaltet.
  • Ein Umschalter ermöglicht die direkte Aufnahme wichtiger Telefongespräche, Telegramme und dergleichen.
  • Die Betriebskosten sind äußerst gering, da die Platte nach Gebrauch ausgelöscht und wieder benutzt werden kann.
  • Laufzeit pro Platte ca. 6 Minuten. Verwendungsdauer der Platte für rund 500 Besprechungen.
  • Die kleine handliche Ausführung in Kofferform 35x40x20 cm gestattet die Mitnahme an jeden Ort.
  • Anschluß an 110 und 220 Volt Wechselstrom. Die Bedienung ist so einfach wie die eines Plattenspielers.

.

Preis: DM 745,-

in Kofferausführung mit kleinem Kristall-Ständer-Mikrofon, eingebautem Lautsprecher und sep. Kopfhörer.
Astromag-Platten pro Stück DM 5.-
.

- Werbung Dezent -
© 2001/2017 - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - Germany - Wiesbaden - Impressum und Museums-Telefon - zur RDE-Seite - NEU : Zum Flohmarkt