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Das TEAC Bandgerät A-3300SX mit 26,5cm Spulen

Im Mai 2015 haben wir endlich auch ein TEAC Gerät bekommen, sodaß wir jetzt rein schaun dürfen. Vorher wurden solche Boliden von TEAC und AKAI nur äußerlich begutachtet.
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Die Produktions-Zeit ...

Diese A-3300SX soll von 1975-1979 gebaut worden sein, das scheint etwas lang zu seine. Ich vermute, daß die nur von 1975 bis 1976 gebaut wurde und dann noch ganz lange abverkauft wurde.

Es begann bereits vorher mit der 3300, dann kam die 3300-10, die A-3300 und die A-3300S mit nur dem S hinten dran. Am Ende kam noch diese A-3300SX und die A-3340 als Quadro Maschine. Über das genaue Produktionsdatum geben meist die Kondensatoren (wenn die Maschine offen ist) und die Anzeigen in amerikanischen Magazinen Auskunft.
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Die TEAC A-3300 Modellreihe

Die Modellreihe begann mit der ganz nackten einfachen TEAC 3300 und dann wurden die Eigenschaften immer weiter aufgebohrt. Es gab dann die S und die SX und die SR und die High-Speed (38cm/s) und die A-3340 Vierkanal Maschine.

Wichtiger jedoch ist, daß das Chassis eben keines dieser extrem wackeligen zusammen gehusteten "Blechdinger" ist. SONY hatte da mit der Materialstärke gnadenlos zugeschlagen, natürlich zu ungunsten des Gewichtes. Die SONY Geräte waren immer etwas schwerer als normale Geräte.

Andere Blech-Japaner waren aber so billig konstruiert, die konnten mit der Revox A77 nicht mithalten. Diese A-3300SX könnte es - beinahe jedenfalls.
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Unsere A-3300SX stand in einen Raucherhaushalt

Darum sind die waagrechten Flächen etwas belegt, aber warmes Regenwasser wirkt Wunder. Es ist alles wieder blank und sauber.

Und da fällt sofort "etwas" ins Auge, die Seitenrahmen sind sehr ähnlich denen der Revox A77

Entfernt man bei der A-3300SX das hintere dünne Lochblech aus Stahl, also kein billiger "Pappedeckel" wie bei anderen TEAC und vielen AKAI Geräten, dann erblickt man staunend ein Stückchen Revox A77.

Sie haben also doch abgekupfert. Fast alle japanischen Maschinen, auch die von SONY sind primitivste Blechkonstruktionen mit vielen scharfkantigen Stanzblechen, einige leicht gebogen oder abgewinkelt und abgekantet, doch alles aus Stahl-Blech.

Ab und zu ist noch ein Alu-Druckguß-Kopfträger drauf gebaut, doch meist ist das auch ein Stanzteil aus Eisenblech, nur erheblich dicker.

Hier habe wir die gerippten leichten aber extrem stabilen Alu-Druckgußteile, die wir von der A77 zur Genüge kennen.
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Das eigentliche tragende Chassis ist eine 5mm Alu Platte

Das gibt es auch selten. Entweder haben die Chassis eine massive Druckguß- Konstruktion wie die Studer/Revox und UHER und Telefunken und teilweise die älteren Bandgeräte von Grundig.

Also dieses Chassis der TEAC A-3300SX ist wirklich vorbildlich robust und massiv. Das hatte ich wirklich nicht erwartet, denn die anderen TEACs sind ebensolche Blechkisten wir die von AKAI und SONY. Und natürlich habe ich die (Holz-) Seitenteile und die (dünne Blech-) Rückwand abgeschraubt. Es ist (immer noch) absolut robust und verwindungssteif.

Auch die Abdeckplatte der Bedienteile und Tasten
vorne unten ist aus massivem Aluminium. Auf dem Bild kann man es recht genau sehen. Das alles macht einen unerwartet soliden Eindruck.

Das Wichtigste sind die (Ton-) Köpfe

Unsere Maschine hatte bestimmt 20 Jahre in einem Schrank gestanden und war auch schon vorher lange nicht mehr kontrolliert worden. Tonbänder aller Hersteller haben nämlich Abrieb, immer und der backt an den Umlenkhebeln, Umlenkrollen und Köpfen fest und verklumpt und verkrustet und ist ohne Alkohol nicht mehr lösbar.

Hier sind die Bilder von vorher (oben) und nachher (unten), wobei ich bereits mit entmineralisiertem Wasser etwas vorgearbeitet hatte. Warum der Löschkopf (links) so penetrant den Schmutz behalten wollte, ist nicht schlüssig zu beantworten. Die beiden anderen Köpfe glänzen wieder. Diese Köpfe haben fast keinen Einschliff. Also viel bzw. lange ist die Maschine nicht gelaufen.

Auf dem dritten Bild sehen Sie, daß beide in Spiritus getränkte Watte-Stäbchen erheblichen Schmutz aufgenommen haben.
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Von Anfang an "International"

Wir hätten es von den Japanern lernen können. Nicht nur, daß sie in fast allen uns bekannten Tonband-Geräten eine 5-Pol DIN Buchse eigebaut hatten und auch die Vorwiderstände dazu, die allermeisten (größeren) Geräte waren von 50Hz auf 60Hz umschaltbar. Auch die Netz-Spannung war von 110/115 auf 220/240 Volt umschaltbar.

Damit waren die japanischen Geräte (also Bandgeräte, Verstärker, Receiver und Plattenspieler) ohne Modifikation weltweit einsatzfähig - nicht jedoch die deutschen Geräte. Es stimmt traurig, wenn man immer wieder so drastisch an solch primitive Fehler erinnnert wird.
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Mustergültig : Bremsen und Kopfträger

Die beiden Backenbremsen sind groß diemensioniert und die Bremsbänder mit der 270 Grad Umschlingung werden von je einem Hubmagneten gelöst. Daß Revox das in der A77 mit einem Gestänge und nur einem Magneten gelöst hatte, sind Feinheiten, die alleine das Gewicht reduzierten.


Der Kopfträger und die Justage der Tonköpfe ist noch im Originalzustand, die gelackten Schrauben waren noch nie auf. Bei der geringen Abnutzung der Kopfspiegel läßt das auf originale Qualitäten hoffen. Auch die Andruckrolle macht noch einen vernünftigen Eindruck.
Also mal sehen.
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Der Tribut an die (Kampf-) Preise der anderen

Diese A-3300SX war eine der preiswerteren Maschinen, denn bei den Tonband-Freaks wurden AKAI und TEAC nach Optik gekauft und das war die reine optische Größe. Es gab bei TEAC Bandmaschinen, die waren fast doppelt so hoch, hatten fast die gleichen Tasten und die gleichen Motoren und ... und ... und, aber sie kosteten nur 500 bis 800 Mark mehr. Das Preisschild wurde demnach auch nie entfernt - im Gegenteil, denn der Prozzo Prozzo Besitzer wollte ja, daß seine Besucher sehen, was er für ein tolles teures Teil dort stehen hatte.

Und so gab es bei der A-3300SX auch Schattenseiten. Zum Beispiel wurden die Wickel-Motoren mit Vorwiderständen gebremst. Das war natürlich die billigste Lösung. Revox hatte das mit den teuren Papst Außenläufern wesentlich besser im Griff. Da hätten die Japaner aber die Lizenzen an die Firma Pabst bezahlen müssen. SONY wollte das auch nicht. Unsere SONY TC-651 ist solch ein Beispiel, es ist eine teure Krücke.

Auf der Wissen-Seite im Hifi-Museum habe ich es klar gestellt. Überall dort, wo mit solchen dicken Widerständen Leistung verbraten wird, liegt ein Fehler im Konzept vor. Und das war ab 1970 nicht mehr zeitgemäß - aber billig.
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Der Tonmotor ist ein Synchronmotor, der mit der Netzfrequenz dreht. Damit die Konstanz gewährleistet wird, ist auf der Motorachse ein kliner Pulli drauf, der über einen breiten Gummiriemen die Schwungscheibe mit der eigentlichen Capstan Achse antreibt.
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Über die Inbetriebnahme wird noch berichtet.

bald
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