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Vom TG 1000 zum späteren TG 1020

Das BRAUN TG 1020

Es ist eigentlich das Gleiche (Gerät), aber dann doch nicht das Gleiche. Das TG 1000 wurde in 1969/1970 im BRAUN Bandgerätelabor in Frankfurt entwickelt. Chefentwickler Wolfgang Hasselbach hatte schon lange diese Aufgaben an andere Mitarbeiter abgegeben, während das TG 60 noch sein "eigenes" Kind war.

Mit dem TG 60 bis zum TG 550 war technologisch ab 1969 gegen eine Revox A77 (Erstvorstellung Herbst 1967) keine Verkaufs- "Schlacht" mehr zu gewinnen.
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Januar 1975- Funkschau-Anzeige mit Braun-Preisen

Auch fehlte ein jetzt optisch angepaßtes repräsentatives Bandgerät, das zu den neuen "regie 501" bis 5xx Receivern gut paßte. Als das TG 1000 1970 vorgestellt wurde, war die Welt im Hause BRAUN scheinbar noch in Ordnung. Was dann bis zum Abgang der gesamten Entwicklermannschaft um Herrn Cyrener zu ASC nach Aschaffenburg wirklich vorgefallen war, wird nur in Gerüchten und in Legenden überliefert und gepflegt.

Eines war sicher ganz wichtig, bei BRAUN in Frankfurt regierten jetzt die Amerikaner aus Boston und die hatten einen ganz anderen Blick auf den Bandgeräte-Weltmarkt und sahen die Philips kompatiblen CC-Kassettengeräte im Kommen und die Open-Reel- Geräte schwinden. Es mag sein, daß auf Befehl von ganz oben die Entwicklung der Bandgeräte-Abteilung ausgedünnt oder ganz abgesagt werden sollte oder sogar wurde.
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Die Produktion des TG 1000 in Frankfurt wurde eingestellt

Und so, wie ein Teil der Plattenspieler bereits bei DUAL gefertigt wurde, wurde die Produktion an die Münchner Spezialisten von UHER vergeben. UHER hatte zu der Zeit schon "Reserven" bzw. verfügbare Kapazitäten frei. Was den BRAUN Leuten aber verheimlicht wurde, auch UHER arbeitete an einer richtig großen Edel-Maschine, der späteren SG 630. Und bei ASC hatte man die ASC 6000 in der Entwicklung.
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Gleichzeitig mit der Verlagerung der Produktion wurden einige Schwächen der TG 1000 repariert. Ein Problem war der Schaltknacks bei jedem Aufnahmebeginn. Klein aber störend, sagte man.
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Die grundlegenden Schwächen wurden aber nicht bereinigt

Das waren die zu kleinen Instrumente, die getrennten popeligen und vor allem unpraktischen Aufnahme-Drehegler, die 5-Pol DIN-Buchsen auf der Rückseite und der fehlende Tragebügel oder Tragegriff für die 20 kompakten Kilos. Auch die Kopfhörerbuche war eine Katastrophe, denn es gab nur wenige urdeutsche Angebote mit diesem Würfelstecker. International lötete niemand, nicht mal die Japaner, solch einen Stecker an einen Kopfhörer.

Auch das mechanische Bandzählwerk war von der Mechanik viel zu aufwendig, zu ungenau und in dieser Preisklasse nicht mehr zeitgemäß. Aber alles das wurde auch in der TG 1020 nicht mehr geändert.
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Sichtbare Unterschiede zwischen TG 1000 und TG 1020

das TG 1020 links, das TG 1000 rechts

Auf der Frontplate ist ein weiterer Drucktaster mit der beschriftung "Computer" vorhanden, der die Laufwerkfunktion aussetzt

Nach dem Öffnen der vorderen Abdeckplatte sieht man, daß der Kopfträger nicht mehr aus einem ALU-Druckgußteil besteht, sondern aus zwei sehr kräftigen schwarzen Säulen links und rechts mit einer darübergelegten massiven Traverse. An dieser Traverse sind jetzt die Magnet-Köpfe befestigt.

Öffnet man die Abdeckplatte hinten, fällt auf, daß da eine neue kleine Platine für das weiche Einschalten der Vormagnetisierung - Schaltknacksvermeidung - dazugekommen ist.
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Auf der kleinen Platine mit den diversen DIN-Anschlüssen sind jetzt zwei Ausgangs-Pegelreger hinzugekommen, die man von Außen einstellen kann. Alles andere ist fast identisch.

Auf der Netzteilplatine fallen die 3 Leistungstransistoren auf, die jetzt eine andere Bauform haben.
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Einen ersten Eindruck von einer Reparatur eines TG-1020 finden Sie hier.

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