Zugegeben, es ist kein reines Vergnügen, die folgenden Aufnahmen anzuhören. Es sind freilich historische, zumindest technikhistorische, zwischen 1935 und 1948 in Ludwigshafen am Rhein und Mannheim entstandene Dokumente, die gewissermaßen die ersten Gehversuche der Musikaufzeichnung auf Magnetband überliefern.
Im Herbst 1932 (so eine Quelle, eine andere Quelle spricht von 1934) vereinbart, hatte die Zusammenarbeit zwischen der AEG in Berlin und der I.G.-Farbenindustrie AG, Werk Ludwigshafen, zu einem 1935 vorgestellten Aufzeichnungssystem geführt, dem Magnetophon.
Die AEG konstruierte und lieferte die technischen Geräte, die I.G. entwickelte und produzierte die Ton-Bänder. Fast möchte man es als eine Frühgeburt bezeichnen, denn was das Magnetophon in den ersten Jahren von sich gab, war damals der Schellackplatte - ganz zu schweigen von der beim Rundfunk und für die Schallplattenproduktion benutzten Wachsplatte - qualitativ weit unterlegen, sodaß das Magnetophon nur als Diktier- und Protokolliergerät beworben wurde.
Allerdings war es hier dank seiner Spielzeit von 25 Minuten (bei 1500 Meter Magnetophonband mit einer Bandgeschwindigkeit von 1 m/s) allen Platten- und Walzenmaschinen klar überlegen. Natürlich konnten sich weder die AEG noch die I.G. Farben mit einem so eingeengten Anwendungsbereich anfreunden, auf dem sich die Entwicklungskosten kaum wieder hätten hereinbringen lassen. Das Magnetophon sollte und musste „musiktauglich" werden. Das machten spätestens seit der Funkausstellung 1935 die Wünsche und Anregungen der Fachleute unter den potentiellen Käufern klar.