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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Die Firma Saja (Sander & Janzen), wer war das ?

Wir haben jetzt zwei SAJA Geräte geschenkt bekommen und werden die auch bald dokumentieren.

Von diesen Geräten von Sander & Janzen ab dem Jahr 1950 oder später hatte der Autor erst sehr sehr spät etwas erfahren. Die Sajas waren im Westen (also westlich des eisernen Vorhanges) nahezu unbekannt, für die "jungen" Jahrgänge ab 1945 sowieso. Ab und zu liest man von den Modellen MK4 und M40 und anderen. Auch gab es "Standard"  und "de Luxe" Versionen wie bei Grundig.

Aus dem Peter Burkowitz Interview
in 2010 entnehmen wir, daß Saja so um 1937 bereits Schallplatten- Schneidemaschinen ähnlich denen der Firma Georg Neumann Berlin hergestellt oder vertriebe hatte.

Aus der Historie war bislang nur etwas bei den Graetz Radiowerken zu finden.
Es muß also eine West- und eine Ost-Firma gegeben haben so ähnlich wie Agfa West und Agfa Wolfen. Die Firma und Marke Sander & Janzen OHG" (SAJA) in Berlin (-Ost - Sander & Janzen Berlin NW 87 ?) und Duderstadt (Westen) wurden 1960 von der (westdeutschen) Graetz KG übernommen und verschwand vollständig. Graetz wiederum wurde von ITT übernommen / geschluckt und mit Schaub Lorenz gemixt und verschwand dann auch irgendwann. ITT Schaub Lorenz wurde dann irgendwann an Nokia verkauft und ist noch als Bauteile- Hersteller bekannt bzw. auch schon verschwunden ? Über den Herrn Janzen gab es bei den alten AEGlern noch mal einen Absatz.
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Mehr über Sander & Janzen - von einem DDR "Experten?":

Ein DDR "Experte" (inzwischen out) schreibt :

 

Es gibt da meines Wissens nicht zwei Firmen. Sander & Janzen war in Berlin, genauer gesagt im damaligen "Demokratischen Sektor von Groß-Berlin" ansässig (Anmerkung der Redaktion: so bezeichnte die DDR Führung den Ostteil von Berlin im Gegensatz zu den drei Westsektoren). Die Firma produzierte hier hauptsächlich für den Studiobedarf, und baute - wenigstens nach meinen Erkenntnissen - selbst auch die notwendigen Motoren. Die Gerätschaften wurden gezeichnet mit "SJxxx". Letztes mir bekanntes Modell ist die SJ155.

 

In den Mittfünfzigern verlegte man den Firmensitz nach Westberlin und erst dort taucht dann der Name "SAJA" auf. Bekannt sind aus dieser Zeit einige wenige Heimtonbandgeräte. Es beginnt 1956 mit dem Typ MC4, letztes Modell war das "SAJA-export MK51" was noch 1959 gebaut wurde. Am 1.6.1960 endete die Geschichte dieser Firma, als sie von Graetz übernommen wurde.

 

Es gab auch noch eine Duderstädter Niederlassung (die lag nicht in der DDR), welche ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt von Graetz übernommen wurde. In welcher Form die beiden Westbetriebe bis zur Übernahme geführt wurden ist mir nicht bekannt.

 

In der DDR wurden die SJ-Maschinen von der Thurow KG weiter gebaut und auch weiter entwickelt. Aus diesem Grunde gehe ich davon aus, daß sich die Verlegung des Firmensitzes im Grunde auf eine Verlegung der Firma reduzierte. Ich bin mir sicher, daß es weder von den Behörden der DDR noch von der SMAD (Anmerkung: Sowjetische Militäradministration in Deutschland) geduldet worden wäre, die Produktionsanlagen hier offiziell abzubauen. Was bleibt, ist die Frage: War es in Westberlin 1955/56 eine komplette Unternehmensneugründung oder hatte man einen dort bereits ansässigen Betrieb übernehmen können? Ich vermute eher, daß letztere Variante zutreffend ist; auch im Hinblick auf die Duderstädter NL.

Diktiergerät DG 5

Saja portable from Germany

Ein Fundstück ist sogar in den USA gelandet, nur der Besitzer wußte nicht, um welches Modell es sich handelt.

 

 

 

 

 

Das Magische Auge war anfänglich weder richtig rund noch (wie bei Grundig später) länglich. Es war so ein bißchen oval.

Saja Tonband M45

Diese Fotos von einem gehegten und sehr gepflegten Gerät sind uns aus München vom Sohn des Alt-Eigentümers zugemailt worden. Der Koffer wie auch das ganz Gerät vermitteln einen nahezu neuwertigen Zustand. Das zeigt, daß auch ganz alte und eigentlich lange lange überholte Geräte von den Erstbesitzern geschätzt wurden.

 

Denn damals zur Zeit der Anschaffung etwa 1952-1956 war solch ein Bandgerät etwas ganz Besonderes, jdenfalls für den Besitzer.

 

Die Saja Bandgeräte konnten zwar technisch mit den aufkommenden Grundigs mithalten, jedoch an deren Massenproduktion und den damit einhergehenden niedrigeren Preisen hatten alle erheblich zu schlucken.

Saja Tonband M46 Standard

Nach dem M46 kamen noch ein paar abgewandelte Sajas, den wurde es aber still um die Firma, bis sie ca. 1960 von Graetz übernommen oder gekauft wurde.

Saja Tonband M50 Standard

Ob es nach diesem und dem Mk51 noch ein Modell gab, entzieht sich unserer Kenntnis.

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