So war er als einer der ersten Wessis nach Adlershorst "entsandt" worden, um nichts Anderes als eine (für uns jedenfalls ganz gewöhnliche) Verkehrswertermittlung der vorhanden DDR Studio Technik im Bereich Rundfunk und Fernsehen zu machen.
Er beschönt diese Zeit dort als sehr lehrreich, zwischen den Zeilen höre ich aber mehr von einem Spießrutenlaufen zwischen völlig frustrierten ehemaligen Rundfunkleuten, deren Stolz angekratz war und die das auch mit ganz offener Feindseligkeit zum Ausdruck brachten. Sie könnten das doch auch, meinten sie damals vermessen und immer noch ohne Blick für die Realität. Eigentlich hatten sie damals 1990 immer noch keinen "blassen Dunst", was bei uns im Westen inzwischen Stand der Technik war.
Doch aus dem Blickwinkel des Europäers, dieser Gutachter war lange Jahre in allen Ländern Europas (im Westen wie im Osten) unterwegs, um seine Hightech Pordukte zu verkaufen, sah das mit dem Wert der alten Gurken sehr mau aus. Um 1990 hatte eine 16mm Arriflex eben nur noch hiostorischen Sammlerwert, die damaligen Digicams waren up to date (und sind heute auch bereits alte Gurken).
Auch die absolut marode Tontechnik im Bereich Ton-Mischpulte wurde mit DM 1.- taxiert und den entstehenden neuen Anstalten gar nicht erst angeboten. Da konnten auch ein paar wenige "alte modernere" analoge DDR Studiomaschinen die Zahlen nicht kippen. Es war insgesamt im europäischen Maßstab überhaupt nichts mehr wert. Einen verhältnismäßig geringen Wert hatten noch die wenigen Bosch FESE BCN-50 1" Videorecorder und der große Ü-Wagen. Doch schon dessen 4 Farb-Kameras waren eigentlich auch nur noch Schrott.
Das Ergebnis dieser Bestandaufnahme war, daß die neuen Sender der DDR nahzu komplett neu ausgestattet werden mußten, um im Wettbewerb mit den Privaten überhaupt konkurrenzfähig zu sein.