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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Informationen über die oft gebrauchten Kürzel aus der DDR : RGW und R-F-T

Inzwischen sind seit dem Fall der Mauer über 15 Jahre vergangen und viele Namen und Begriffe und Bezeichnungen versanden in der Überflutung der Falschinformationen.

 

Auch über die Gegebenheiten in der ehemaligen DDR mit allen Vor- und Nachteilen, allem Glemmer und Elend wurde viel Unsinn verbreitet. Im technischen Bereich sind die Fakten Stück für Stück nachzuvollziehen, denn viele können noch aus ihrem erlebten Wissen schöpfen.

 

Und im technischen Bereich kann man auch noch einigermaßen vorurteilsfrei berichten, wie es war und was es wirklich gab. Und wir freuen uns, daß es Fans gibt, die sich überhaupt noch für die Historie der Tonbandtechnik der DDR engagieren.

Hier eine Erläuterung zu "R-F-T" (oder "RFT"):

Nach der landläufigen Meinung sowohl der Besucher der DDR (aus dem Westen) wie auch der meisten der damaligen DDR Bürger wurde das Kürzel bzw. das Logo "RFT" oder "R-F-T" als als Marke bzw. Hersteller (mit DDR Identität) verstanden ebenso wie z.B. die bekannten westdeutschen Hersteller Grundig, Uher, Saba oder AEG-Telefunken. Es wurde somit als Marke betrachtet oder einem Markenzeichen gleich gesetzt. Das war sicher auch der Hintergedanke der ganzen Aktion.

 

Wir haben inzwischen mit vielen DDRlern gesprochen, die uns diese Meinung bestätigten. Heute wird von ehemaligen DDR Bürgern im ebay noch fast jedes RFT Gerät mit diesem Logo als Fabrikat RFT benannt bzw. bezeichnet.

 

Ein DDR Bürger beschreibt es so:

"Für den einheitlichen Messeauftritt und zur allgemeinen Vermarktung hatte sich dieses Warenzeichen "R-F-T" (RFT stand für Rundfung- und Fernseh- Technik) sehr gut bewährt. Im Gegensatz zu den gerade in der Nachkriegszeit und den ersten Jahren der jungen DDR häufig und teilweise nicht nachvollziehbaren Umfirmierungen und strukturellen Änderungen der gesamten volkseigenen Wirtschaft blieb dieses Warenzeichen über die Jahrzehnte, bis heute (also bis zum Ende der DDR 1989), erhalten!

 

Sie erkennen das schon an der BG19-Entwicklungsgeschichte, in die einstmals mehr als vier verschiedene Betriebe involviert waren. Letztlich wurde das ehemalige Zentrallabor dann dem MGZ angegliedert und firmierte unter "Entwicklungsstelle Berlin". Die einstige Produktionsstätte des MGZ in Thalheim wurde später wieder als eigenständiger Betrieb "VEB TPW Technisch-Physikalische Werkstätten Thalheim" geführt, noch später in das neu gebildete Kombinat VEB Meßgerätewerk Zwönitz integriert."

Weiterhin schreibt er als Anmerkung zum "RGW":

"RGW" stand für "Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe". Der RGW hatte tatsächlich nur eine "beratende" Funktion - auch wenn das vielerorten anders interpretiert wird. Die Beschlüsse wurden vermutlich immer einstimmig gefaßt - dumm nur, daß sich nicht alle Mitglieder gleichermaßen daran hielten.

 

Die DDR ihrerseits hatte sich, soweit ich mich (so unser "Experte") erinnere, stets an diese Beschlüsse gehalten. (Anmerkung des Autors: Andere DDR Quellen erläutern, daß da richtig Druck gemacht wurde, von wem auch immer.) In deren Folge wurde z.B. der Heimtonband- Gerätebau und deren Entwicklung in den 60ern ebenso eingestellt wie der Bau von Straßenbahnen u.a.m.

 

Studiomaschinen beispielsweise wurden weiterhin in der DDR produziert. In dem Zusammenhang ein Detail zur Sander & Janzen: Die SJ103 kann beileibe nicht nur Bänder mit Deutscher Spurlage fahren! Ohne Umbau, einfach mittels Polwendeschalter, werden die Wickelmotore auf Gegenlauf gestellt und sofort sind Bänder mit internationaler Spurlage spielbar.

 

Die Qualität der mehrfach polumschaltbaren Capstanmotore aus der Eigenproduktion von Sander & Janzen (DDR) ist legendär! (Anmerkung des Autors: das gilt vielleicht für die "Fachleute" der DDR, im Westen waren diese Produkte nahezu unbekannt. - laut Aussage der erfahrenen pensionierten Rundfunkleute aus dem Runfunk und Fernsehmuseum.)

 

 

Dazu ein Kommentar des Autors:

So hatte man sich nicht nur in der ehemaligen DDR (keine Heimtonband- Geräte) mit allen damals möglich Tricks in die kleinen Lücken geflüchtet (später dann Kassettenbandgeräte Mono mit KT100). Nur so ist es zu erklären, daß es mal eine ganz frühe Kombination von Plattenspieler und Bandgerät in einer TOPAS Schatulle gab. Bekannt sind uns auch noch Bandgeräte aus Ungarn, Polen, der ehemaligen Tschecheslowakei und der ehemaligen UDSSR (Russland). Aus Bulgarien, Rumänien oder Jugoslavien sind bisher keine Geräte-Bilder bei uns eingetroffen.

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