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Nachtrag zu den letzten Versionen des Saba 600SH

Die Urversion 600SH
die Bandführung links
die Bandwickel-Stabilisierung

Das damals neue edle Super-Bandgerät von Saba wurde etwa ab der Stuttgarter Funkausstellung Aug. 1965 bis Mitte 1968 gebaut, also produziert. Einiges zum Hintergrund ergibt sich aus dem Verkauf (85%) der Firma Saba zum Ende Dezember 1967 durch die Gebrüder Brunner-Schwer an die amerikanische GTE (Farbbildröhrenhersteller), weil auch Saba unbedingt in den beginnenden Farbfernsehmarkt ab Ende 1967 einsteigen mußte.

Das SABA 600SH paßte optisch wunderbar zu den (SABA-) Telewatt Geräten von Klein+Hummel, weil Klein+Hummel weder Bandgeräte noch Plattenspieler im Programm hatte.
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Die Legende vermauschelt diese Story:

Der Farbfernsehmarkt war (damals) der eigentlich lukrative Markt der Unterhaltungsindustrie, vor allem beim Marktführer Max Grundig, und der große Max torpedierte alles an Wettbewerb, auf das er Einfluß hatte. So durften Philips und Telefunken an den kleinen Hersteller aus dem Schwarzwald angeblich keine Bildröhren liefern, sonst hätte er (der Max) deren Produkte (irgendwie mitsamt der Banken) boykottiert.

Außerdem verliefen die geheimen Beteiligungs- Verhandlungen des SABA Chefs mit den beiden Bildröhrenherstellern "unerfolgreich". Philips wollte anscheinend nicht - mit Rücksicht auf Grundig - und Telefunken konnte anscheinend schon nicht mehr.

Saba wurde also mehrheitlich an GTE veräußert und sollte und mußte (die später nach 1970 jeweils schon nach kurzer Zeit farbinstabilen matschigen) Silvania Röhren aus Belgien einbauen. Es dauerte gar nicht lange und das ehemals hervorragende Renommee von Saba war dahin.

Und da der Hifi- High-End Partner Klein & Hummel von dem GTE Deal nicht unterrichtet war (nicht einmal hinterher), kündigte Walter Hummel die Zusammenarbeit bezüglich der (möglicherweise) im Aufwärts befindlichen Produktgruppe Saba-Telewatt auch noch auf und dann ging es nur noch abwärts. So weit die Gerüchte von damals.
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Nachtrag der Redaktion zu den Gerüchten

Nach ausführlicher Recherche der Grundig und Telefunken Historie, sowie der Größenordnungen (bzw. der Marktbedeutung) der damaligen Wettbewerber im aufkommenden Farbfernsehgeräte-Bereich sind manche der obigen Aussagen nicht mehr glaubwürdig. Max Grundig mit über 34.000 Mitarbeitern und 23 Werken hätte sich mit Sicherheit nicht um einen so kleinen Wettbewerber wie Saba Gedanken gemacht oder sogar mit "unlauteren" Methoden dessen Einstieg in den Farbfernseh-Markt ausgebremst.

Da waren Telefunken und Philips ganz andere Kaliber, es gab ja auch noch Nordmende, Wega, Quelle und Neckermann/Körting, die alle deutlich größere Stückzahlen an Fernsehern abgesetzt hatten. Auch die Japaner mischten im Farbbereich von Anfang an mit. Wie auch bei anderen über Jahre lancierten historischen Gerüchten oder "Wahrheiten" stammen die Aussagen fast immer aus dem Haus der Betroffenen, also aus deren Autobiografie oder ehemaligen Mitarbeitern des Hauses und sind trotz massenweiser Verbreitung mit Bedacht zu geniessen.

Nachtrag zum "Erfolg" des 600SH

Nach leider unbestätigten Legenden und Gerüchten wurden nur wenig mehr als 2000 Stück gebaut, davon viele mit Modifikationen und Verbesserungen innerhalb der Serie. Wir haben schon das zweite Gerät erhalten, das über 20 Jahre nur noch auf einer Vitrine als Anschauungsstück gestanden hatte.

Nachtrag zum Betrieb mit Studioband LGR 30

Diese Bilder stammen noch aus der Sammlung in Lindenfels. Dadurch, daß wir jetzt zwei eigene Geräte haben und massenweise Bandmaterial aller Hersteller und aller Typen und Sorten, habe ich den Test gemacht. Sie sollten dieses Gerät nie mit Studioband betreiben. Dafür ist es weder konzipiert noch gebaut worden. Studioband schleift die Köpfe viel zu schnell runter und es kommt nicht an die Dynamik-Eigenschaften von BASF oder AGFA Langspielband heran. Es fehlen bei original eingestellter Version etwa 6 Dezibel. Der Tonband-Sammler dort in Lindenfels hat weder das Fachwissen noch die Meßgeräte, um diese Technik fachlich korrekt zu präsentieren.

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Zurück zum 600SH-G - die verbesserte Version

beide Versionen nebeneinander

Einen Einblick in das Saba 600SH finden Sie hier bei Einblicke. Von diesem Prachtstück wurden im Laufe der wenigen Jahre (Mitte 1965 bis Ende 68) nur etwa 2.000 Stück gebaut. (Ein Vergleich: Bei ASC wurden später von den 4000er, 5000er und 6000er Modellen insgesamt ca. 20.000 gebaut, bei Studer / Revox von der Typenklasse A77/B77 etwa 470.000 Stück) Es gab bei Saba innerhalb dieser Zeit die internen Serien A bis G.

Der wichtigste (und letzte) Schritt war die Verbesserung des Rauschabstandes bei den Tonwegen mit Silizium Transistoren. Es hatte sich in den "erlauchten Kreisen" herumgesprochen, daß die 2.000.- Mark Boliden (anfänglich) stark, zu stark gerauscht hatten. Ob solch ein verbessertes 600SH Typ G später nocheinmal getestet wurde, haben wir nicht in Erfahrung bringen können.

Serien A bis F (Germanium)
Serie G (Silizium) Mitte 1967

Zwischen der Serie (A bis F) und dann der Version G wurden also "die" Verstärker neu "designed". (Es wurde der einsame AC151 mit Silizium ersetzt.) Man erkenne das an der Schaltrichtung des Spur-Umschalt-Schiebers auf der Kopfträger-Abdeckung (unteres Bild). Über die Seriennummern oder einen äußerlich ergänzenden Buchstaben bei der Typenbezeichnung ähnlich wie bei Revox ist uns nichts bekannt.

Nach unseren Informationen kann es sich aber nur um wenige Geräte des letzten Lebenszyklus handeln, vielleicht 200 an der Zahl.

Wenn der Spur-Umschalter


  • links auf 4Spur zeigt (oberes Bild), ist es die Typ (A bis F) Germanium-Version und wenn der Spur- umschalter
  • rechts auf 4 Spur zeigt (unteres Bild), ist es die (letzte) Type G (Silizium) Version.


Weitere Bilder und Schaltplanauszüge kommen hier auf der Folgeseite.



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