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SABA Hifi Studiotonbandgerät 600 SH

Also das SABA 600 SH war mitnichten ein Studiotonbandgerät. So schmückten sich die Grundigs und Telefunkens, von denen die Entwickler schon wußten, wie ein Studiotonbandgerät aussieht und wie es funktioniert.

Das war also nur ein Werbespruch für den Käufer, dem die Optik 1965 sehr sehr gut gefiel. Damals gab es noch keine ernsthaften Alternativen. Die Geräte von Revox und Braun kamen ein paar Jahre später und die großen von Telefunken waren nahezu unbezahlbar.

Dieses Saba 600SH hier sowie ein Braun TG 1000 haben wir erst im Juli 2010 erhalten. Einen Einblick in das Saba 600SH finden Sie hier bei Einblicke.

Es sah einfach gut aus.

Schon das schwarz weiß Foto machte einen professionellen Eindruck. Der Laie konnte damals fast nicht erkennen oder gar beurteilen, was er da für nahezu 2000.- DM gekauft hatte. Drei Motoren und viel mehr Magnetköpfe als in einem Grundig, dazu die leuchtenden Tiptasten, das war doch schon was.

Gekauft im Januar 1968

Wenn man denn weiß, daß von diesem tollen und dennoch reichlich teuren Geräten nur etwa 2000 Stück produziert worden sind (Braun TG 1000 etwa 12.000, Revox A77 und B77 etwa 470.000), dann hat der Käufer und unser Erstbesitzer im Januar 1968 zugeschlagen.

Er hat also Gerät Nummer 874 bekommen, das war nach unseren Unterlagen noch die erste Serie aus 1967.

Nur Silizium auf der Mischpult-Platine

Mehrere SABA Fans veröffentlichten ihre Erfahrung mit dem zu starken Rauschen der SABA 600SH. Zumindest auf der Mischpult-Elektronik sind nur Silizium Transistoren. Doch das ist keineswegs eine Garantie, daß die nicht auch übermäßig rauschen.

Je nach Lieferant hatten wir bei den Tonmischpulten für meine damaligen Disko-Mischpulte um die 1974 die Siemens BC107 und BC109 Transistoren von Siemens mit einer kleinen Schaltung selbst auf Rauschen hin selektiert. Es war mühsam aber erfolgreich.

Im Aufnahmeentzerrer steckt er, der Bösling Namens AC151,

der das Rauschen verursacht haben soll, ein einziger einsamer Germanium Transistor pro Kanal. Doch das ist keineswegs so sicher. Auch dort konnte man selektieren. Nur haben diese Germanium Typen ihre Eigenschaften bezüglich Ruhestrom und Verstärkung mit zunehmender Temperatur verändert und nicht immer zum Guten.

Ob es jetzt 40 Jahre später Sinn macht,
diesen Gerüchten auf den Grund zu gehen, ist zweifelhaft. Aus den Kombiköpfen konnte man laut dem Magnetkopf-Experten, Herrn Wolfgang Bogen aus Berlin, sowieso nie eine ultimative Qualität raus kitzeln. Und Saba kaufte die Köpfe nicht von Bogen, vermutlich kamen die von Wölke.

Die technischen Daten waren für den Laien verwirrend.

Bis der gerafft hatte, daß da nur Kombiköpfe werkelten, war es oft schon zu spät - obwohl es ganz deutlich auf der Kopfträger- beschreibung drauf stand.

Und bis er sich schlau gemacht hatte, daß Kombiköpfe nur ein mittelmäßiger Kompromiß in der unteren Mittelklasse der Bandmaschinen waren, war er bereits mit dem Studio-Look der Saba 600SH "verliebt und verheiratet".

Von da an, also ab der Erkenntnis, daß es doch nicht das ultimative Superteil war, wurde diese Maschine mit Aluspulen versehen und dann nur noch verklärt als Bild an der Wand betrachtet.

Einem Tonbandler wie mir tut das weh, doch die Käufer wollten sich die Blöße nicht geben, sich total und vorschnell vertan zu haben. Dazu hatte ich mit bestimmt 20 oder mehr UHER SG 630 Eignern gesprochen, die mir genau dieses Denlen vermittelt hatten.

Stinkesauer und mit Frust im Bauch das Beste draus machen, das war dann angesagt.

Dann kommt das Abwärmeproblem dazu.
Das 600SH Bandgerät wird im Liegen innen glühend heiß - übrigens fast genauso heiß wie manche Revox A77 oder so gut wie alle BRAUN TG 60 bis hoch zu der BRAUN TG 500.

Kondensatoren sind da besonders allergisch
, sie trocknen aus oder platzen. Stehend war es etwas besser und mit einem Lüfter von hinten akzeptabel.

Nun hatte man aber das "Hifi-Lüftergeräusch" an der Backe . . . . . auch Mist.


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