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Ein dbx Prospekt in Deutsch, klein aber aussagekräftig ....

Auf oder in den englischen Prospekten / Broschüren überwiegen die amerikanischen Übertreibungs-Sprüche, die das ganze dort Geschriebene so unglaubwürdig und auch lächerlich machen. Hier hat der Übersetzer sich sehr angenehm zurückgehalten und die Technik recht gut und vor allem kompetent erklärt. - Als bei uns nebenan noch unser amerikanischer Nachbar wohnte, hatte der mir mal erklärt, das mit den übertriebenen amerikanischen Sprüchen mache nichts, die meisten Amerikaner sein sowieso zu dumm, das zu verstehen. Also lesen Sie zuerst mal auf Deutsch, wie das mit dem "dbx" funktioniert. Die anderen beiden Broschüren sind auf Englisch und reltivieren das Produkt wieder.

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Was können die Geräte dbx 117 und 119 ?

Die Gerätetypen 117 und 119 sind stereofone dB-lineare Kompressor- / Expander-Systeme. Beide Geräte können zur Erweiterung oder Einengung eines vorgegebenen Dynamikbereichs eingesetzt werden, indem sie laute Signale noch lauter und leise Signale noch leiser werden lassen und umgekehrt

Der dbx 119 verfügt darüber hinaus über die Möglichkeit, die Kompressor / Expanderfunktion erst oberhalb einer einstellbaren Schwelle wirksam werden zu lassen. Auf diese Weise kann z. B. die aufnahmeseitige Begrenzung eines Musikprogramms rückgängig gemacht werden. Ein Nebenprodukt der Expanderfunktion ist die angenehme Erscheinung, daß sowohl Oberflächengeräusche von Schallplatten als auch Band-und UKW-Rauschen entscheidend reduziert werden.
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  • Anmerkung : Meines Wissens nach hatten wir in Deutschland nicht mal dbx oder gar DOLBY Testsendungen.

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Warum überhaupt Expansion?

Wie schon angeführt, erreicht Live-Musik Dynamikwerte von über 100dB. Damit nun die kommerziellen Tonträger diesen Bereich verarbeiten können, ohne Teile davon im Rauschen untergehen zu lassen oder die Aufnahmegeräte zu übersteuern, muß er künstlich eingeengt, d. h. komprimiert werden. Durch entsprechende Expansion kann später ein großer Teil dieser verlorengegangenen Dynamik zurückgewonnen werden.

Expansion

Die Theorie der Expansion ist schon recht alt und auch überzeugend, aber in der Praxis sah es lange anders aus. Die ersten Expander arbeiteten sehr ruppig, weil sie nur auf die Lautstärkespitzen des Signals reagierten. Erst 1971 stellte dbx einige Geräte vor, die die Expansion als Grundlage einer erweiterten Dynamik optimal ausführen konnten. Entscheidend für diesen Erfolg war die Verwendung von spannungsgesteuerten Verstärkern und von Detektoren, die auf den Effektivwert des Signals reagieren.

dB-lineare Expansion

Bild 1

Die Wirkungsweise des von dbx entwickelten Decilinear-Expanders wird aus Bild 1 deutlich. Aufgrund seiner linearen Expansionseigenschaften ergibt sich gegenüber älteren Expandertypen der Vorteil, auf komplizierte Einstellungen für ein spezifisches Programmaterial verzichten zu können.
Die Expanderwirkung bei kleinen Signalen setzt das in der Aufnahme vorhandene Rauschen stark herab.

dbx-Expander sind keine Filter, Equalizer oder sonstige Bausteine, die Einfluß auf das Frequenzverhalten des zu verarbeitenden Signals nehmen.
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Expansion der Dynamikspitzen

Bild 2

Im Gegensatz zur oben beschriebenen linearen Expansion, die über den gesamten Dynamikbereich wirkt, wird die Expansion der Spitzen erst oberhalb einer eingestellten Schwelle wirksam, (s. Bild 2). Mittlere und kleine Signalpegel bleiben völlig unbeeinflußt. Lediglich die lauten Stellen werden entsprechend dem eingestellten Expansionsfaktor verstärkt, so daß sie noch lauter werden und damit einer aufnahmeseitigen Begrenzung entgegenwirken. Diese Art der Expansion ist speziell für die Wiedergabe solcher Tonträger gedacht, bei deren Aufnahme der Signalpegel nach oben begrenzt wurde, um das Aufnahmemedium nicht zu übersteuern.
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Warum Kompression?

Kompression stellt das Gegenteil zur Expansion dar, sie verringert den Dynamikgehalt einer Aufnahme - eine Eigenschaft, die für bestimmte Anwendungen sehr willkommen ist. So kann z. B. nur als Hintergrund gedachte Musik so aufgenommen werden, daß sie bei der Wiedergabe immer die richtige Lautstärke hat.

Ein anderer Fall :
Aufnahmen einer Gesprächsgruppe mit nur einem Mikrofon. Hier sorgt der Kompressor dafür, daß alle Stimmen annähernd gleich laut aufgezeichnet werden, obwohl die Personen unterschiedliche Abstände zum Mikrofon haben.

Oder man stelle sich vor, daß man eine zuhause bespielte Kassette im Auto abhören möchte. Der Kompressor sorgt dann schon bei der Aufnahme dafür, daß die leisen Stellen später nicht vom Motorengeräusch verdeckt werden, während die lauten einem in den Ohren dröhnen!

Kompression/Expansion zur Rauschunterdrückung bei Bandaufnahmen

Dies ist eine weitere Anwendungsmöglichkeit für die Geräte dbx 117 und dbx 119.

Eine genauere Formulierung wäre allerdings „Vermeidung von Bandrauschen"! Das Aufnahmesignal wird nämlich so zurecht-geschneidert, daß es optimal in die durch das Aufnahmemedium gegebenen Grenzen passt.
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Bild 3

Bild 3 veranschaulicht diesen Vorgang. Ein 60dB umfassendes Musikprogramm wird linear um den Faktor 1,4 komprimiert, so daß das Bandgerät effektiv noch 43dB „sieht". Praktisch bedeutet das, daß das Programm über dem Bandrauschen und unterhalb der Bandsättigung zu liegen kommt. Bei der Wiedergabe wird dann entsprechend mit 1,4 expandiert, so daß der ursprüngliche Dynamikbereich von 60dB wiederhergestellt wird, mit nur einem geringen Zuwachs an Bandrauschen. Gegenüber dem herkömmlichen Aufnahmeprinzip werden auf diese Weise 10dB an Geräuschfreiheit gewonnen.

Allerdings wurden die Typen 117 und 119 nicht speziell für diesen Anwendungsfall geschaffen, weshalb ihnen von der Konzeption her natürliche Grenzen gesetzt sind. Um noch größere Gewinne bzgl. der Geräuschfreiheit zu erzielen, muß mit höheren Kompressions/Expansionsfaktoren gearbeitet werden, was eine komplexere Schaltungstechnik erfordert. (Für kommerzielle Anwendung bietet dbx solche Geräte an. Mit ihnen können Werte besser als 30dB erreicht werden.)

Wie wird der dbx 117/119 verwendet?

Das Gerät wird zwischen Vorverstärker und Endstufe geschaltet bzw. in die Monitorschleife eingefügt.

Mit einer Leistungsaufnahme von nur 2 Watt kann es unbeschadet permanent eingeschaltet bleiben.

Um den dbx 117/119 unabhängig von den Eigenschaften der anderen Komponenten des Audiosystems betreiben zu können, ist er mit einem Pegelregler versehen. Mit diesem Regler kann eine Pegelanpassung vorgenommen werden, so daß die Gesamtverstärkung des Systems unabhängig davon bleibt, ob der 117/119 im Signalweg liegt oder nicht. Dieser Regler wird üblicherweise nur einmal eingestellt und in dieser Stellung belassen.

Mit dem „Slow/Norm"-Schalter (nur dbx 117) kann die Zeitkonstante des Expanders verändert werden. In fast allen Fällen wird man diesen Schalter in der Stellung „Norm" lassen. Einige spezielle Musikformen, insbesondere opernartige Vokaldarbietungen, erfordern jedoch eine längere Zeitkonstante, um Dynamiksprünge zu vermeiden. Für diese Anwendung wird man den Schalter auf „Slow" stellen.

Der Expansionsfaktor kann frei gewählt werden, ganz nach individuellem Geschmack des Hörers. Je nach Wesen und Qualität der Aufnahme wird man Werte zwischen 1,2 und 1,5 bevorzugen.

Ein zu groß gewählter Expansionsfaktor kann zu unangenehmen Pumpeffekten führen.

Eine allgemeine Vorschrift lautet: Den Expansionsfaktor so weit erhöhen, bis die Aufnahme sich extrem anhört, und dann wieder etwas zurücknehmen.
Expansions- und Kompressionsfaktor werden mit dem gleichen Regler eingestellt, je nach Drehsinn bzgl. der Nullstellung.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Kompression sind bereits oben ausgeführt worden.

Zusätzliche Eigenschaften des dbx 119

Der dbx 119 verfügt über einen mit „Mode" bezeichneten Wahlschalters. In der Schalterstellung „Linear" entspricht das Verhalten des Geräts völlig dem des dbx 117. Der mit „Threshold" bezeichnete Regler wirkt dann als Pegelregler.
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In der Schalterstellung „Above Thre-shold" kann der dbx 119 dazu eingesetzt werden, eine bei der Aufnahme vorgenommene Pegelbegrenzung wieder auszugleichen. Mit dem „Threshold"-Regler wird die Schwelle eingestellt, oberhalb der der Expander wirksam werden soll. Ein rotes Lämpchen gibt Auskunft darüber, ob die Schwelle überschritten wurde oder nicht.

Auch bei der Kompression kennt der 119 zwei Funktionsweisen mit Kompressionsfaktoren, die bis „unendlich" reichen.

In der Betriebsart „Linear" wirkt das Gerät wie der dbx 117. Der Wert „unendlich" verliert hier allerdings seinen Sinn, denn unendlich große Kompression würde bedeuten, daß das Rauschen genau so groß wie das Nutzsignal würde.

In der „Above Threshold"-Stellung kann das Gerät als Begrenzer eingesetzt werden. Vor den Eingang eines Tonbandgeräts geschaltet, verhindert es, daß der Signalpegel einen eingestellten Maximalwert überschreitet.
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Verwendung des dbx 117/119 zusammen mit Dolby B

Bild 4

Der dbx 117/119 wird gemäß Bild 4 mit dem Dolby-B-System zusammengeschaltet. In dieser Kombination können ungefähr 17dB Geräuschfreiheit gewonnen werden.

Unterschiede zwischen den Geräten der Serien dbx 117/119 und dbx 120

Die Gerätetypen dbx 117 und 119 wurden in erster Linie dafür geschaffen, den Dynamikbereich schon vorhandener Aufnahmen beim Abspielen zu erweitern. Die Kompressionseigenschaften wurden hinzugenommen, um dem Anwender die Möglichkeit zu geben, bei eigenen Aufnahmen bestimmte Situationen besser beherrschen zu können.

Für denjenigen, der sich ernsthaft mit hochwertigen eigenen Aufnahmen beschäftigt, bietet dbx Geräte an, die besonders für diesen Verwendungszweck geeignet sind.

Diese Geräte haben fest auf 2,0 eingestellte Kompressions- und Expansionsfaktoren und verfügen darüberhinaus über zusätzliche Filter und frequenzabhängige Schaltungen.

Geräte der Serie 120 erreichen dank des dbx II-Systems eine Störungsminderung von über 30dB. Selbst bei Aufnahme mit preiswerten Bandgeräten ist kein störendes Rauschen mehr zu hören. Bei Überspielungen von einem Tonträger auf den anderen wird das schon vorhandene Rauschen oder Oberflächengeräusch nicht eigentlich verringert; es wird vielmehr verhindert, daß sich die Rauschpegel der einzelnen Geräte aufaddieren, wie es normalerweise der Fall ist.

Die von dbx herausgegebene „geräuschfreie" Schallplatte ist nach dem dbx II-System codiert. Dieses System verwendet eine spezielle frequenzabhängige Schneidkennlinie, dbx Platten können also nur von Geräten wiedergegeben werden, die dieselbe Charakteristik aufweisen. Zu diesen Geräten gehören die Typen der Serie 120, jedoch nicht die der Serien 117 und 119.

Die Garantiezeit auf Teile und Arbeit für die Geräte der Serien dbx 117 und 119 beträgt 2 Jahre vom Datum des Kaufs an gerechnet.
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Jetzt kommt (käme hier) eine Abhandlung (auf Deutsch) über prinzipielle Funktionen der Dynamik

Diese recht gut erklärte Abhandlung über alle diese Probleme ist hierhin ausgegliedert, weil sie allgemeingültigen Charakter hat und nicht so speziell dbx oder DOLBY spezifisch ist.

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Technische Daten für dbx 117/119

Kompression:    kontinuierlich einstellbar bis 1,4:1 (117) bzw. bis unendlich (119)
Expansion:    kontinuierlich einstellbar bis 1 : 2
Eingangsrauschen:    90 dB unter 1 Volt
Eingangspegel:    max. 30 Veff
Eingangsimpedanz:    50 kOhm
Ausgangsspannung:    max. 10 Van>10 kOhm
Pegelanpassung:    einstellbar zwischen 50 mV und 2 V
Frequenzgang:    20 bis 20000 Hz ±0,5 dB
Anstiegszeit    typisch 12 ms, 100 iis bei steilen Flanken
Abfallzeit:    Folgt der Einhüllenden des Signals bis zu Werten von 180 dB/s. Anstiegs- und Abfallzeiten ändern sich mit dem Signal.
Das Zeitverhalten ist dem menschlichen Ohr angepasst.
Klirrfaktor:    typisch 0,1% zwischen 30 und 20000 Hz
Leistungsaufnahme:    2 Watt
Abmessungen:    9,5 cm + 14,5 cm + 23 cm (H+B+T)
Gewicht:    ca. 2 kg

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