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1969 Herbst Winter bedeutet jeweils "nach der Funkausstellung"

Zur Funkausstelung kann man den Wettbewerb gnadenlos vorführen und Grundig führte mit Lust und Vergnügen die Anderen vor, und daß er es ist, der europaweit die Preise macht. Auch bei der Technologie trieb er alle anderen vor sich her.

Er hatte inzwischen die Marktmacht, den Halbleiter- Herstellern vorzuschreiben, an wen sie außer an ihn noch die neuen Ziffernanzeigen verkaufen "dürfen". Ist natürlich alles gar nicht wahr, werden Manche schreien, doch die Buschtromel lügt nicht, sie lahmt nur etwas und die Trommler sind inzwischen alle im (ungefährlichen) Ruhestand.

Schieberegler und Ziffernanzeigen sind "in".

Die Bedienteile der Grundig Farbfernseher sind übersichtlich und ansehnlich geworden. Und bei Grundig waren sie stylistisch harmonisch zeitlos gestyled. Und die Werbesprüche und die langen Beine waren unübertoffen gut.


Grundig hatte eigene Möbelschreiner und konnte eine Vielfalt an Gehäusen für wirklich jedes einzelne Modell anbieten, sodaß die Anderen nicht mithalten konnten, schon gar nicht beim Preis. 3 alternative damals hübsche Farben in Schleiflack weiß, rot und grün, einfach toll und dann noch 4 edle Edelholz-Furniere, das war etwas für junge aufsteigende Pappis.

Noch ging die Fernbedienung nur über Draht ud die Geräte hatten nur dieses eine IC und ihre 5 bis 10 Röhren neben der Bildröhre.

Ab jetzt wurde mit Stars geworben.

Udo Jürgens, gerade bekannt geworden, Heid Brühl, Heintje, Wencke Myhre, Senta Berger, Sandie Shaw, Peter Alexander, die damals (jedenfalls) noch ranken und schlanken 4 Jacob Sisters aus der DDR und die 5th Dimension, die sollten den Zug beschleunigen.

Eine ganze Doppelseite wurde dafür verwandt oder auch geopfert. Denn offensichtlich war das eine gewaltige zugekaufte Zugkraft.

Auch für den (Open Reel -) Spulenvideorecorder BK 100 gab es wieder eine ganze Doppelseite. Doch der konnte nur Schwarz Weiß, das war zu wenig.

Eine Doppelseite für ein Tonband ABC.

Offensichtlich gab es bei den Pappis, und fast nur die kamen ja als Kunden in Frage, immer noch Nachholbedarf, was denn ein Tonbandgerät sei und was man damit alles könne, wenn man nur wolle und wen man natürlich ein Grundig ausgewählt hatte.

Was Grundig nicht anbot, war im Tonband ABC einfach nicht drinnen. Und das Geräteprogramm war zu dieser zeit schon ganz schön ausgedünnt gegenüber früher zur TK-46 und TK-320 Zeit.

Auch das neue TK 3200 wurde ganzseitig beworben, natürlich mit einem suggestiven Bild eines knallroten Edelrenners mit einem goldenen Siegerkranz auf der Motorhaube.

Inzwischen gab es 6 Autoradios.

Die sechs Weltklang Autoradios lagen in der Preisklasse von 195.- Mark (West) bis 285.- Mark und hatten Silizium Planar Transistoren. Natürlich wurden in der Liste nur die Gesamtanzahl der Transistoren aufgezählt. Von den Autofahrern weiß auch heute nach 40 Jahren noch keiner den Unterschied zwischen Silizium und Silizium Planar Transistoren zu vestehen. Dann waren da noch zwischen 4 und 8 Dioden und 2 bis 4 Stabilisatoren zu zählen. Das klang alles so super technisch und geheimnisvoll, und je mehr, desto besser, das war die Losung.

Jedenfalls der Kunde hat es so gefressen, das war wichtig. Schaun Sie mal in 2008 in einen solchen Prospekt: Wenn da überhaupt noch die Ausgangsleistung drinnen steht oder das gewicht, dann ist das schon super.

Die langen Beine auf dem Fahrrad und dann auch noch zu dritt . . .

Also ein Fahrrad ohne Freundin und ohne einen Grundig Boy, das kann doch nichts sein oder ? Titel:

Unbeschwert und voller Lebensfreude (fällst Du auf die Nase mitsamt der Freundin, wenn Du so Fahrrad fährst) - könnte man die Werbung dort ergänzen.

Vielleicht war es ja eine Empfehlung, wie man (in der heutigen Umgangssprache) jemand (weiblich) völlig unverfänglich aus Versehen flach legt.

Und dann kommt er wieder, der Satellit 210.

Die kräftige Managerhand, mit weißen Manschetten, dazu goldenen Knöpfen und unternehmergrauem Jackett, daß macht doch etwas her, das suggeriert doch Erfolg. Und am Lufthansa Tresen, auf der publikumswirksam seine Neuerrungenschaft vorstellt, hat er auch noch die Pfeife im Mund.

Heute (Sept 2009) konnte ich wieder beobachten, wie eine junge Mutti mit zwei Kindern auch dem Rücksitz, der Zigarette in der Linken und dem Handy am rechten Ohr verzweifelt versucht hat, den zweiten Gang einzulegen, genial dusselig, fast wie in dieser Werbung.

Der OcenBay, einer der meistverkauften Boys, wird von einr wirklich gut aussehenden Schönheit in der Hängematte unter Palmen beworben. Ich hatte damals im Ruhrpott die Palmen und die Hängematte gesucht, von der supeschlanken rassigen Schnuckelmaus in der Hängematte ganz zu schweigen (im Ruhrpott) und auf den Malediven hatten die noch Jahrzehnte kein UKW, auf Hawai auch nicht und auf den Phillipinen schon gar nicht, damals jedenfalls.

Ja, so war und ist das mit der Werbung und den Träumen

Am Hifi Programm hat sich nicht viel geändert, außer, daß es eine große Nachfrage auf der Funkausstellung gegeben haben mußte.

Neu war die Chronik: von der Tonwalze zur Stereo-Schallplatte und vom Tricher-Grammophon zur Hif-Anlage, auch wieder mustergültig formuliert.

Neu sind jetzt die etwas kleineren Hifi- Komponenten RT-40M und SV-40M und SV-80M fürs normale Volk. Hier hatte Grundig erfolgreich gezeigt, daß sie die Spitzenklasse RT-100 und SV-140 haben und die Mittelklase verkaufen.

Neu ist auch die Werbung für Grundig Bürotechnik

Die diversen Stenoretten hat Grundig ja schon lange, seit 1953. Hier ist eine ganz attraktive Werbeseite ganz hinten innen eingebaut, die auch dort Appetit machen soll.

Auf der Außenseite hinten zeigt Grundig, daß der Konzern vor Knowhow nur so strotzt. Von der Flugsicherung über Funkfernsteuerungen bis zu komplexen Fernseh-Überwachungsanlagen ist alles vorhanden, wie wir wissen bei der Grundig Electronic Tochter.

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