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Das Papst Motoren-Programm aus 1960er Jahren

Eigentlich ist dieses uralte Papst Motoren-Programm heutzutage völlig unwichtig, doch es zeigt, wie sehr sich die Magnetbandgeräte-Entwickler mit der Materie beschäftgen mußten. Sie durften auf keinen Fall den falschen Motor für ihre Konstruktion auswählen. Zu stark oder zu schnell wäre nur ein kleines Problem, doch zu schwach oder zu langsam - das wäre eine Katastrophe. Denn wenn das Chassis mal ganz eng um den Antrieb herum konstruiert wurde, ist später bzw.nachträglich ein dickerer oder längerer Motor kaum noch machbar.

Und der Chef-Entwickler Hermann Papst hatte für jeden Zweck etwas anzubieten - und vor allem seine weltberühmten Außenläufer, die machten ziemlich Furore.

Bislang gab es fast nur sogenannte Innenläufer.

Das war das Motorenkonzept seit der Entdeckung der Erzeugung von Spannung und Strom und Nutzung derselben für einen rotierenden Antrieb. Man drehte einfach das Dynamo-Prinzip um und schickte den erzeugten Strom zu diesem umgebauten Dynamo und der drehte sich. Nun, ganz so einfach war es nicht, aber diese beiden Partner, der Generator und der Motor hatten außen einen gewaltigen Stator - die Kupferwicklungen um den Eisenkern - und innen den Rotor ebenfalls mit im Eisenkern eingelagerten Spulen und mehreren sogenannten Kohlebürsten zur Übertragung des Stroms - raus oder rein.

Und jetzt kam "einer" und konstruierte den Rotor außen um den Stator herum

und auf einmal hatte dieser Motor ein deutlich gestiegenes Drehmoment und auch die ganz außen liegende Schwungmasse war für die Forderung nach bestmöglichem gleichmässigem Drehen (Rotieren) ideal.

Mehrere Prospekte und Kleinkataloge aus 1957 bis 1961

Es werden nicht alle Typen-Tabellen mit aufgeführt, die Zeichnungen der diversen Motoren sind aussagekräftiger.

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Welchen Motor für Ihr Gerät?

Ihr Gerät fordert von dem Antriebsmotor eine ganze Reihe von Eigenschaften, damit es unter allen praktisch vorkommenden Verhältnissen richtig arbeitet. Deshalb ist der Frage nach der günstigsten Verbindung von anzutreibendem Gerät und Motor volle Aufmerksamkeit zu widmen.

Es genügt heute auch nicht mehr, nur den genügend starken Motor ausfindig zu machen; es sind vielmehr alle oft recht vielgestaltigen Forderungen an den geeigneten Antriebsmotor zu erfassen.

Darum legen wir großen Wert darauf, Ihnen bei der Lösung Ihrer Antriebsprobleme so gut wie möglich durch beratende, konstruktive und prüftechnische Mitarbeit zu helfen. Sie sollen bei uns nicht nur den brauchbaren Motor finden, sondern wir sind bestrebt, Ihnen den für Ihre spezielle Antriebsaufgabe möglichst in jeder Beziehung günstigsten Motor zu ermitteln.

Dabei ergeben sich oft Fragen, die uns als Motorhersteller besser vertraut sind als Ihnen. Darum bitten wir Sie, im Fragebogen diese so weit als möglich zu beantworten. Außerdem empfehlen wir die Hergabe einer Einbauzeichnung, aus der die Zugänglichkeit zum Motor, verfügbarer Raum, sowie Befestigungsmöglichkeiten zu entnehmen sind. Dadurch sind wir in der Lage, den für Ihre Zwecke am besten geeigneten Motor aus unserem Programm zu ermitteln oder einen solchen anzupassen oder auch zu entwickeln.

Wenn die Beantwortung dieser Fragen schwierig ist, z. B. weil Sie den Leistungsbedarf Ihres neuen Gerätes noch nicht ermitteln konnten, dann benutzen Sie einfach einen unserer Motoren, den wir Ihnen gerne für solche Versuche zur Verfügung stehen, und messen damit indirekt Ihr Gerät.

Wie man da heran geht ?

Bei Motoren steigt oder fällt die Nutzleistung mit dem Quadrat der angelegten Spannung. Sie brauchen also nur mit einem Regeltransformator diejenigen Spannungen einzustellen, bei denen das Gerät mit diesem Motor unter Beachtung aller sonst noch auftretenden Einflüsse (z. B. besondere Laufruhe, Drehzahländerung, Netzschwankungen usw.) sicher und richtig arbeitet. Wenn Sie uns die so ermittelten Werte - am besten mit dem Probemotor zusammen - zugehen lassen, dann kennen wir einen bestens angepaßten Motor (übliche Toleranz-Bereiche vorausgesetzt) für Ihre spätere Fertigung bestimmen oder entwickeln.

Hinzu kommt bei Einphasenbetrieb des Motors die Festlegung eines passenden Kondensators. Von ihm ist größte Laufruhe des Motors und guter Gleichlauf abhängig. Darum ist für viele Antriebe eine genaue Abstimmung des Betriebskondensators - manchmal auf 2% genau - dringend geraten. Ein damit in Reihe geschalteter Abgleichwiderstand ergibt eine weitere Brummverminderung.

Es ist erwünscht, unterste und oberste Werte für diese Kondensatorgröße (und Widerstand) durch Versuche zu ermitteln, damit der zugehörige Kondensator mit seinem Toleranzbereich entsprechend bestellt werden kann. Für unsere Motoren müssen wir auch einen kleinen Toleranzbereich für die Serienlieferung in Anspruch nehmen.

Riemen- oder Reibscheiben werden zweckmäßig von uns auf die Welle aufgepreßt, damit eine nachträgliche Beeinträchtigung des auf Geräusch geprüften Motors vermieden wird.

Die Außenläufer-Motoren System PAPST

haben in der Fachweit schnell Eingang und Beliebtheit gefunden, weil sie einige besondere Vorteile haben:

Mehr Leistung.

Sie sind bei gegebenen Größen und Gewichten leistungsfähiger als Innenkäfigmotoren, weil die Anordnung einen besseren Wirkungsgrad ermöglicht. Das sich drehende Motorgehäuse ist als Sekundärteil ausgebildet und daher elektrisch oder magnetisch aktiv, während der am Netz angeschlossene Primärteil den Innenstator bildet. Es ergeben sich wesentlich größere Luftspaltflächen sowie kleinere Felddichten, die den Magnetisierungsblindstrom vermindern. Beim Außenläufermotor liegt das mit Netzfrequenz ummagnetisierte Eisen innen. Dies ergibt wesentlich geringere Eisenverluste. Die dadurch verminderte Stromaufnahme bringt kleinere Wicklungsverluste.

Geringe Erwärmung.

Sie sind gut gekühlt durch innere Luftwirbelung sowie besonders durch das neue Mantellüftergehäuse, welches nicht nur die Motorerwärmung sehr niedrig hält, sondern auch das umschließende Gerät mit dem Luftstrom kühlen kann.

Ruhiger Lauf.
Papst-Motoren laufen besonders ruhig, eine Folge der guten Gleitlagerung und geringen Felddichte im Luftspalt. Einige Typen mit nutenlosem Läufer sind nahezu geräuschlos. Das umlaufende Motorgehäuse hat durch seine Schwungwirkung hohe Drehzahlkonstanz.

Betriebssicherheit.
Sie besitzen lange Lebensdauer, weil die Wicklungen nach einem Sonderverfahren mit geordneten Spulen gegen hohe Schaltspannungen windungsschlußsicher ausgeführt sind. Die genau ausgeführte Lagerung, das Kernstück des Motors, bildet mit Sinterlagern und einer Kapillarhülse ein zusammenhängendes Dauerschmiersystem. Die am Gehäuseboden öldicht herausragende Welle ist für Reibradantriebe besonders geeignet, weil kein Schmierschlupf auftreten kann.

Anwendungen.
PAPST-Außenläufer-Motoren sind durch die Schwungwirkung, geringe Baumaße und günstige Verbindungsmöglichkeiten des umlaufenden Motorgehäuses mit Antriebselementen, wie Riemenscheiben und Kupplungen, Lüfterrädern, Spulentellern, Schleifscheiben, Sägeblättern, Filterscheiben für Farbfernsehgeräte, Magnetspeichertrommeln u. a.m., besonders geeignet. Ein Flanschklemmfuß ermöglicht bequemen Anschluß des Motors und Spannen des Riemens.

PAPST-Außenläufer-Motoren

dienen als vorteilhafte Antriebe für kleine Drehbänke, Bohr-, Fräs-, Polier- und Schleifmaschinen, Büromaschinen, insbesondere elektrische Schreibmaschinen, medizinische, wissenschaftliche und Laborgeräte, Rührwerke, Schleudern, Thermostate, Kleinlufterhitzer, Ventilatoren, Trockenhauben, Filmgeräte, Schallaufzeichnungsgeräte. Sie werden auch mit Getrieben geliefert.

PAPST-Außenläufer-Motoren
eignen sich in besonderer Weise als unmittelbare Tonwellenmotoren, als Untersetzungsmotoren für den indirekten Tonwellenantrieb und als Spulenwickelmotoren bei Magnettongeräten. Sie finden daher auf diesem Gebiete bevorzugte Anwendung.
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Die Ausführungen

Wicklungsausführungen.
PAPST-Außenläufer-Motoren werden für alle üblichen Spannungen (ein- und dreiphasig, auch Kleinspannungen), Frequenzen und Nenndrehzahlen zwischen 300 und 3000 U/min., sowie auch polumschaltbar für zwei Geschwindigkeiten geliefert. Alle Motoren sind für Links- und Rechtslauf geeignet.

Die Motoren sind normalerweise für eine Erwärmung bis zu 60°C nach Klasse A der VDE 0530/7.55 (Grenztemperatur 105°C) ausgelegt. Für höhere Anforderungen können die Motoren nach Isolationsklassen E (120°C Grenztemperatur, Tropenisolation), B (130°C) und F (155°C) ausgeführt werden. Kurzzeitbetrieb für besonders hohe Leistung erfordert Sonderauslegung.

Die bei Wechselstrombetrieb benötigten Kondensatoren können in selbstheilender Metallpapier(MP)-Ausführung mitgeliefert werden.

Wegen Sondermotoren sowie Motoren für höhere Frequenzen wird Anfrage erbeten.
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Die Bezeichnungen der Motoren

Läuferarten: (Kennlinien siehe Bild)
KL - Käfigläufer mit erhöhtem Anzugsmoment, für Drehstrom- und Einphasenbetrieb besonders zu empfehlen (zunächst 3-150 W).
K - Käfigläufer für hohe Drehzahlsteife (zunächst 3-200 W).
S - Selbstanlaufender, durch Spaltfeldwirkung synchronisierter Asynchronmotor, pendelfrei durch Käfigdämpfung (zunächst 1-60 W).
HS - Hysterese-Synchronmotor, kräftiger Anzug, geräuschlos, stetig in den Synchronlauf gehend.
R - Nutenloser Schichtläufer (zunächst 2-80 W) geräuschlos,Starkanzug mit Betriebskondensator und lastabhängig regelbarer Drehzahl.
  Wattaufnahme nimmt bis Stillstand nur wenig zu (Schlupfmotor, gefahrlos blockierbar).

Gehäuseformen

 werden im Hinblick auf Kühlwirkung, Einbau, Antrieb, grundsätzliche Lageranordnung, Befestigung usw. durch folgende Zusatzbuchstaben gekennzeichnet:

Formen  
O- Glatte Form
M- Gehäuse mit Mantel über den Lüfterrippen
Z- Gehäuse mit gegossenen oder gefrästen Zahnkühlrippen
E- Für Einbau in Gehäuse (ungeschützte Lüfterspeichen)
T- Gehäuse mit Teller und Mitnehmer für Spulen
B- Innenläufermotor mit Bürstenzuführung und Schleifringwicklung für stillstehendes Streufeld (Störgrundfrequenz fast 0); insbesondere für elektronische Geräte.
G- Geschlossener Außenläufer mit eingespannter Achse für Anwendung im allgemeinen Maschinenbau.
D- Motor mit Drehschwingbügel für zentrale Gummihalterung.

Als nächstes kommen die Motorenbilder mit denTypen

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