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Grundigs "Technische Informationen"
Max Grundig war in vielen Dingen weitaus besser als die anderen.

So brachte Grundig die Grundig Zeitschrift "Technische Informationen" heraus, und das auch noch kostenlos. Der Hammer war, hier wurde (damaliges) Hightech hautnah und vor allem zeitnah zu den neuen Grundig Produkten beschrieben. Jeder konnte sie haben, die Händler, die Werkstätten, die Kunden, der Wettbewerb und natürlich auch die Amerikaner und Japaner (Koreaner, Taiwanesen und Chinesen waren noch nicht so weit).

 

Und das war sicherlich der dicke (virtuelle) Fehler. Wir Deutschen waren sicherlich so blind, diese Nachbau- Anleitungen in ungeahnter deutscher Perfektion an alle Anderen zu verschenken, nach dem Motto, die Grundig Produktion kann sowieso keiner mehr übertreffen. Max Grundig war lange (bis fast zum bitteren Ende) der Meinung, seine großen und leistungsfähigen Werke seien soweit optimiert, also unübertrefflich optimiert, da gäbe es nichts mehr drüber oder zu verbessern.

 

Vor allem das spätere Wiener Fernsehgerätewerk setzte absolute Maßstäbe in Europa, unerreichbare Maßstäbe für alle anderen europäischen Hersteller. Jedoch nur in Europa, und von hier drohte keine Gefahr und kein Konkurrent mehr. Die Gefahr kam aus den Niedriglohnländern, die mit gewaltiger Kraft aufgeholt hatten. VHS ließ völlig überraschend grüßen.

 

Keiner hier in Europa hatte geahnt oder erwartet, daß dieses im Grunde ziemlich miese Video System den gesamten Weltmarkt im Sturzflug (hatten wir das nicht schon mal) erobern würde.

Solch eine GTI im Flieger nach Tokio gebracht . . . .

und sie konnten nur noch staunen

In den GTIs wurde die Schaltpläne, die Mechanik, die physikalischen Grundlagen, die Justage, die Feinheiten, also einfach alles "ausführlichst" erläutert. So etwas gab es sonst nur noch intern für die (geheimen) Geräte des Militärs oder der ehemaligen Bundespost/Abt. Fermeldedienst. Wenn Sie heute diese GTIs aufschlagen, steht Ihnen vor Begeisterung und damit natürlich erst recht vor spätem Schreck das Herz fast still.

 

Solch eine GTI im Flieger nach Tokio gebracht, übesetzt und 4 Wochen später war ein baugleiches Gerät in den USA als Prototyp zu bestaunen. Aber die Grundig Entwickler durften aus der Nürnberger/Fürter Stadtmauer nicht raus, geschweige denn nach Japan fliegen und da auch mal spionieren gehen, was die Japsen aus den GTIs so alles gemacht hatten.

 

Es gab nämlich auch in Japan Hifi- und Audio- Messen, später dann Video- Messen und Produktpräsentationen ausser der Reihe, man hätte dort nur mal hinfliegen müssen............

Und wir hätten nicht zehntausende von Kameras gebraucht, eine (1) Kamera hätte uns völlig gereicht.


. . . . denke ich heute jedefalls . . . . nur leider 30 Jahre zu spät.




Und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. (Wer hatte das nochmal zum Erich Honnnecker gesagt ?)



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