So brachte Grundig die Grundig Zeitschrift "Technische Informationen" heraus, und das auch noch kostenlos. Der Hammer war, hier wurde (damaliges) Hightech hautnah und vor allem zeitnah zu den neuen Grundig Produkten beschrieben. Jeder konnte sie haben, die Händler, die Werkstätten, die Kunden, der Wettbewerb und natürlich auch die Amerikaner und Japaner (Koreaner, Taiwanesen und Chinesen waren noch nicht so weit).
Und das war sicherlich der dicke (virtuelle) Fehler. Wir Deutschen waren sicherlich so blind, diese Nachbau- Anleitungen in ungeahnter deutscher Perfektion an alle Anderen zu verschenken, nach dem Motto, die Grundig Produktion kann sowieso keiner mehr übertreffen. Max Grundig war lange (bis fast zum bitteren Ende) der Meinung, seine großen und leistungsfähigen Werke seien soweit optimiert, also unübertrefflich optimiert, da gäbe es nichts mehr drüber oder zu verbessern.
Vor allem das spätere Wiener Fernsehgerätewerk setzte absolute Maßstäbe in Europa, unerreichbare Maßstäbe für alle anderen europäischen Hersteller. Jedoch nur in Europa, und von hier drohte keine Gefahr und kein Konkurrent mehr. Die Gefahr kam aus den Niedriglohnländern, die mit gewaltiger Kraft aufgeholt hatten. VHS ließ völlig überraschend grüßen.
Keiner hier in Europa hatte geahnt oder erwartet, daß dieses im Grunde ziemlich miese Video System den gesamten Weltmarkt im Sturzflug (hatten wir das nicht schon mal) erobern würde.