Bei den alten Magnettonbändern treten seltsame Erscheinungen auf. Da bröckelt etwas ab von dem Band und dann ist nichts mehr drauf. Das ist für einen Archivar oder den Medienbetreuer einer Rundfunkanstalt der Supergau. Und wenn es bei dem Bandmaterial in den Archiven noch nicht eingetreten ist, dann wird es für engagierte Mitarbeiter zum Alptraum. Denn der Profi kommt in arge Zeitnot mit der Überspielung auf ein anderes Medium. Moderne Datenbänder z.B. ab 1984 kennen dieses Problem nicht. (oder noch nicht ?)
Auch in unserem Archiv gibt es die Revox Bänder, die sich auflösen und jede Menge Magnetstaub produzieren. Bei diesem (unbekannten) Bandmaterial haben sich ganze 10cm Stücke abgelöst. Und das, obwohl das UHER 630 beim Umspulen über große Umlenkrollen-Radien verfügt. Wenn das Band dann abgehört werden soll, wird es durch die Omega Umschlingung schon recht eng gebogen und die Schicht löst sich extrem schnell ab.
Die ersten Anfänge das Magnetbandes waren beschichtete Papierstreifen, man nannte es damals noch nicht Band. Die Streifen waren nur einige Meter lang. Und es funktionierte natürlich mit dem Papier nicht, es riß fast immer.
Dann kam die BASF Ludwigshafen ins Spiel und entwickelte einen Kunststoff, in den man die Magnetpartikel mit einmischte und "goß" das als feine Bahn zu einer dünnen Folie. (Es wurde wirklich gegossen.) Das nannte man dann Masseband. Wie soetwas funktionierte, steht auf diesen AGFA Seiten und den BASF Seiten.
Doch das Masseband hatte auch Nachteile und die Chemiker trennten Trägerband und Beschichtung zm sogenannten Zweischichtband.
Ist ein Bandmaterial als "sensibel" bereits erkannt, muß man auf jeden Fall scharfe Knicke bzw. extrem enge Biegradien unterlassen. Verschiedene Bandgeräte scheiden da sofort aus. Schaun Sie auf diese ganz dünen Bandzug-Fühlhebel, die teilweise im 3mm Bereich liegen. Da wird sogar gesundes Bandmaterial extrem stark beansprucht. Diese Geräte (aller Hersteller) sind eigentlich alle bereits von Hause aus Fehlkonstruktionen. Der linke Umlenkbolzen ist hart an der Grenze der Belastbarkeit des Bandes für einen Dauerbetrieb.
Die Hersteller haben es spezifiziert, aber es hatte sich Keiner (von den Entwicklern) dran gehalten. Wir haben aus dem Hause AGFA authentische Zeitzeugen- Tonaufnahmen, daß gerade AGFA darauf hingewiesen hatte, es mit diesen dünnen Umlenkbolzen nicht zu übertreiben. "Sie" haben es aber dennoch getan. Selbst bei Telefunken Studiomaschinen sind solche 3mm Stehbolzen, also nicht mal Umlenkrollen, konstruiert worden.
Willi Studer dagegen hatte schon frühzeitig auf größere Rundungsradien Wert gelegt.