Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .
. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.
Die mit Abstand herausragende wichtigste technische Entwicklung des Jahrhunderts war:
Das AEG Magnetophon K1.
Wie in der großen Historie bereits dargelegt, das erstmalige Zeigen des Magnetbandgerätes AEG K1 mit seinen drei Koffern war auch 1935 immer noch ein weltbewegendes herausragendes Ereignis.
Rechts im Bild ein Foto des K1 aus 1935 aus dem öffentlichen Geschäftsbericht der AEG für das Jahr 1935 (aus dem Archiv des GFGF in Hainichen). Man sieht ganz deutlich, das war damals der Durchbruch, transportabel in drei Koffern, links oben das Mikrofon, links unten der Verstärker und rechts der Koffer- Lautsprecher. Fotos dieser Qualtät haben nur sehr wenige überlebt wie auch das Foto des AEG K"0", des fehlerhaften Vorgängers des K1.
Die (hölzernen) Hallen der Funkausstellung 1935 mitsamt der 5 AEG K1 sind dann zwar leider komplett abgebrannt, zwei weitere K1 wurden aber schnellstens montiert und auf der um 8 Tage verlängerten Messe vorgeführt. Das AEG K1 war der Knaller von 1935. So etwas hatte keiner auf der ganzen Welt.
Das AEG K1 war also das erste Magnetbandgerät der Welt, das diesen Namen bzw. diese Bezeichnung zu Recht tragen durfte. Von diesem Gerät wurden angeblich insgesamt nur ca. 10 Stück gebaut.
Das 1935er AEG K1 lief damals mit 1 Meter/sek. Man erkennt es teilweise daran, daß es links eine Achse für einen Fühlhebel hatte. Auf zwei der Fotos (hier rechts im Bild) fehlt diese riesen Rolle, es ist nur die Achse zu sehen. Diese Technik der Bandzug- Ausgleichs- Hebel wurde erst mit dem K2 verfeinert und hat sich dann Jahrzehnte lang bewährt.
Laut dem Entwicklertreffen in 1981 wurden mehrere verschiedene Versionen des AEG K1 entwickelt oder hergestellt, bevor das K2 entwickelt wurde.
Dieses Foto soll angeblich ein AEG K1 von der Berliner Funkausstellung 1935 gewesen sein. Viele Fotos sind uns so nach und nach von Nostalgie Freaks aus ganz Europa zugemailt worden. Ob die alle so genau wissen oder wußten, was die AEG so alles zusammen gebaut hatte, wissen wir auch nicht.
Die komplette erzählte Geschichte des Magnetophons samt historischer Tondokumente erhalten Sie hier.
Das verbesserte AEG K2 nur noch mit Kunststoffband.
Bis zum Herbst 1935 (zur Funkausstellung) soll ja das AEG K1 immer noch das ursprüngliche sensible Papierband als Tonträger gehabt haben. Neuere Erkenntnisse aus den BASF Archiven besagen, daß die BASF angeblich bereits seit 1932 an einem (einschichtigen) Acetyl-Cellulose Material gearbeitet habe.
Laut der alten AEG Entwickler hatten diese aber mit der miserablen Qualität der BASF Muster überhaupt keine Freude und so hatten sie sich selbst eine primitive Beschichtungsmechanik gebaut. Das spätere Kunststoffband war natürlich bei weitem reißfester und auch noch viel dünner als das alte Papierband.
Das AEG K2 (1936) hatte wie das AEG K1 trotz Kunststoffband bislang nur etwa 30 db Rauschabstand und später mit dem verbesserten "Ferro xxx yyy" Band etwa 36 bis38 db. Das war aber immer noch (leider) miserable Qualität selbst im Vergleich zur (Wachs-) Schallplatte oder damals bekannten Licht-Ton-Film oder einer Live-Übertragung über das Mittelwellenradio. Das K2 soll dann in größeren Stückzahlen produziert worden sein.
Erst die nachträgliche Modifikation mit der HF Vormagnetisierung etwa ab 1940 machte aus dem Modell K2 urplötzlich ein super Hifi Bandgerät mit ca. 56 bis 58db Rauschabstand. Und von da an rankten sich die Legenden um den deutschen Reichs-Rundfunk.
Das AEG K3 (1937) - da gibt es keine Bilder ?
Also hier ein FT3.
Doch, so langsam kommen dort auch Bilder, nicht von dem AEG K3, aber vom dem Truhenmodell FT3.
Das AEG K3 wurde laut der Entwickler vom Laufwerk her noch einmal deutlich verbessert. Jetzt gab es mit den BASF Kunststoffbändern überhaupt keine Probleme mehr. Das Laufwerk lief und lief wie später der VW Käfer.
Doch der Krieg machte dem durchschlagenden Erfolg ein baldiges Ende. Die überragende Technologie durfte nicht exportiert werden.
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